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Cliteater: From Enslavement To Clitoration

Eat meat, drink beer - and listen to Cliteater!
Wertung: 8/10
Genre: Grindcore, Death Metal
Spielzeit: 34:47
Release: 18.03.2016
Label: War Anthem Records

Es wird Frühling: Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, verliebte Pärchen allerorten – und aus den Boxen dröhnt die holländische Antidote zu all der hippiemäßigen Gefühlsduselei, genannt Cliteater. Mit „From Enslavement To Clitoration“ verballhornen die Niederländer in bester Tradition einmal mehr ein geschichtsträchtiges Album der härteren Gangart (in diesem Fall „From Enslavement To Obliteration“ der Grindveteranen Napalm Death, allein schon wegen des Jahrgangs eine Superplatte), geboten wird das seit knapp 15 Jahren bekannte Geschredder und Geschrammel, langweilig wird es aber allein schon aufgrund des technischen Könnens jedes einzelnen Bandmitgliedes nicht so schnell.

Überhaupt haben Cliteater sogar eine Überraschung für uns in petto: „Total Clitoration“ bietet einen fürsorglichen Leitfaden für den jungen Mann von heute auf der Suche nach weiblichen primären Geschlechtsmerkmalen, dargeboten als Spoken Words und begleitet von etwas, das verdächtig nach Banjo und Ukulele klingt.

Sänger Joost leistet wie gewohnt Unmenschliches auf der neuen Platte. Auf den knapp 35 Minuten schindet der Mann seine Stimmbänder, dass man schon selbst Schmerzen bekommen mag. Tracks wie „Yinon Plan“ oder „Freakopolis“ gehen steil nach vorne und nehmen in bester Grindcore-Manier eher an Tempo zu als dass auch nur zum Bremspedal geschielt würde. Dass die Truppe auch immer ein bisschen Todesmetall und Rock'n'Roll mit einfließen läßt, merkt man dann spätestens wieder bei „Heretic“, das ordentlich Groove mitbringt. „Tribbing Mania“ wird im Intro eher von Thrash-Anteilen geleitet, bevor das blecherne Schlagzeug einsetzt, während „Positive Aspects Of Collective Chaos“ als überirdisch wahnsinniger Grind-Raser durch die Boxen knallt und mit wahnwitzigem Geschrei und South-Park-Reminiszenzen aufwartet.

36 Sekunden ergeht sich „Clitnado“ dann mit ordentlich Bodenhaftung über des Sängers liebstes Teil, bevor „CalipHate“ deutlich midtempolastiger und beinah entspannt für eine kleine Verschnaufpause sorgt. Auch hier kommt wieder deutlich der todesmetallische Anteil durch, den Cliteater schon einige Alben lang mit sich herumschleppen und der wunderbar zum vergroovten Grindcore der Holländer passt.

Insgesamt erfinden Cliteater natürlich nicht das Grind-Rad neu, das müssen die Jungs aber auch gar nicht. Der Groove der Holländer macht einfach Spaß, zumal die Herren sich selbst nicht ganz ernst nehmen, ohne jedoch lächerlich zu wirken. Acht Punkte sind auf jeden Fall drin, Fans werden sich über die gleichbleibend hohe Qualität freuen.

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