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Claustrofobia: I See Red

Überraschend, überzeugend, unglaublich
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 52:11
Release: 27.11.2009
Label: Candlelight

Elf Jahre Claustrofobia und immer noch das gleiche Line-Up. Vielleicht ist das ihr Geheimnis, denn diese brasilianische Band zeigt sich mit „I See Red“ als ein ideenreicher und überraschend überzeugender Act. Ihr eher geringer Bekanntheitsgrad wird immer unverständlicher je weiter man sich durchs Album rockt.

Besonders auffällig ist das hohe Maß an Abwechslungsreichtum und damit einhergehende Kreativität. Man hat das Gefühl, dass Claustrofobia zeitgleich locker noch ein zweites Album hätten herausbringen können und sie damit immer noch nicht alle ihre Ideen verarbeitet hätten. „I See Red“ klingt durchweg so unglaublich dynamisch, kraftvoll und kreativ, dass es von Anfang an überzeugend durchgreift.

Ständige Variationen im Rhythmus und Tempo lassen keine Langeweile aufkommen. Außerdem legen Claustrofobia die Messlatte in Sachen Geschwindigkeit in solch ungeahnte Höhen, dass man sich der Speed-Metal-Wurzeln des Thrash-Metals wieder umso mehr bewusst wird. Dabei zu nennen wäre ganz besonders „Minefield“, das sich so rasant durch die geschickten Noten knüppelt, dass man meint, Schlagzeuger Caio D`Angelo stelle das passende Maschinengewehrfeuer zum Thema.

Das Growling ist rau und derb und kann mit Max Cavaleras Gesang verglichen werden. Kleine unterstützende Background Gesangeinlagen wie in „Don’t Kil The Future“ oder „Tiro De Mata“ setzen dem Ganzen noch einen drauf. Seinen Höhepunkt findet Sänger Marcus D’Angelo aber ganz für sich in einem beeindruckend Urgeschrei während „Raining Shit“, der so manchen Konkurrenten vor Neid erblassen lassen wird.

Schön sind auch die Taktaussetzer wie in „Discharge“ oder beispielsweise „Evil University“, die noch mal die Lieder hochfeuern, wo man dachte man habe das Maximum bereits erreicht. Innerhalb des Albums sind auch ansonsten viele Details zu hören. Wiederholende Riffs und eintöniges Getrommel gibt es einfach nicht. Zudem sind noch viele verspielte Gitarrensoli eingebaut, die trotz ihre Überzeugungskraft sogar noch einmal von dem Solo in „Don’t Kill The Future“ an Wildheit und Schnelligkeit übertroffen werden.

Verschnaufpausen wie in den paar ersten Sekunden von „Alarm“ gibt es nur wenige, so dass zunehmend Bilder von endlosen Mosh-Pit-Szenen die spontanen Assoziationen zu den Liedern beherrschen. Die experimentelle Seite von Claustrofobia wird zum Ende des Albums immer deutlicher.

Zu nennen wäre da zum Beispiel die einzige verträumte und ruhige Melodie am Ende von „Raining Shit“, die gekonnt in das Geknüppel von „Don’t Kill The Future“ übergeht. Obwohl Claustrofobia mit so einem Musikstil weniger Erfahrung haben müssten, klingt es doch durchaus professionell und stimmig, als gehöre Progressive Metal zu ihrem Standardrepertoire.

Die eigentlich hervorstechenden Lieder sind jedoch „Noía“ und „Beneath The Remains“. Ersteres besteht aus einem wirren und doch verknüpften Zusammenspiel beider Gitarristen, das mit dem Begriff „Surrealismus“ wohl ganz gut getroffen ist. Es ist durchaus interessant, neigt aber nach einer Minute dazu, die Nerven zu strapazieren. Im Gegensatz dazu verbreitet „Beneath The Remains“ mit seinem rockigen Stil aber umso mehr Spaß.

Die Band führt in dem gesamten Album ihren Ideenreichtum einfach zur Spitze, so dass es zunehmend schwerer wird, noch passende Worte dafür zu finden. Es ist sicher, dass man in Zukunft noch einiges von dieser Band hören wird und wer sie bis jetzt noch nicht kannte, sollte das schleunigst nachholen.

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