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Claudio Cordero: Quasar

Instrumentales Feingefühl
Wertung: 8/10
Genre: Instrumental Progressive Metal
Spielzeit: 47:39
Release: 05.03.2016
Label: Eigenregie

„Zieh doch einfach mal wieder dein Ding durch“ - so oder so ähnlich kann man sich ein Gespräch zwischen Erick Avila und Claudio Cordero vorstellen, als sich sie mal zusammenhockten und Erick von seiner Solokarriere fernab von Six Magics und vor allem den Auftritten in Europa so weit weg von seiner Heimat Chile erzählte. Dabei ist Claudio doch gar nicht so unerfahren, hatte er doch schon 2007 mit „Enlace“ sein Soloalbum veröffentlicht, ließ dann aber wieder neun Jahre ins Land gehen, um dann mit dem Zweitwerk – dieses Mal eben nur in Eigenregie und nicht via Mylodon Records wie damals – „Quasar“ aus den Puschen zu kommen. Die eigentliche Schnittstelle zwischen den beiden bisher erwähnten Bands dürfte Bassist Mauricio Nader sein, ist der Typ doch auch schon seit 2002 ebenfalls bei Six Magics aktiv – und so schließt sich der chilenische Vitamin-B-Kreis.

Eines gilt es gleich vorneweg zu erwähnen: „Quasar“ ist ein Instrumentalalbum, abwechslungsreich und mit einer Tonne an ausgefeilten Ideen, aber naturgemäß bei einem Gitarristen eben auch sehr klampfenlastig – und wem das schon zu viel ist oder wer gar an die ganzen Achtziger Gniedel-Alben der Marke Marty Friedman oder wen auch immer setzt, der liegt nicht wirklich falsch, trifft aber auch nicht voll, denn Claudio ist zwar auch sehr verspielt, übertreibt es aber eher selten mit tödlicher Griffbrettwichserei und dürfte so ganz nebenbei auch großer Dream Theater-Fan sein.

Ganz CD-Titel-like sind durchweg alle Songs mit einem spacigen Wohlgefühl gefüllt, mal wie im Titeltrack „Quasar“ deutlicher vertreten – nach dem locker fluffigen, leicht spacigen und mit sphärischen Keyboards eingeleiteten Einstand geht es über in leicht schwebende Klampfenkunst mit einer eher reisevollen Sehnsucht, wird dann aber im Sound eine Spur bedrohlicher, etwas weniger unbeschwert und wirkt wie eine Reise auf den fixen Lichtpunkt, nur um dann wieder von spaciger Leichtigkeit abgelöst zu werden – oder eben weniger wie in „R'lyeh“, wo Claudio Cordero ein ganz anderes, eher zackig wirbelndes Tempo vorlegt und durchaus mit dem einen oder anderen subtilen Hinweis ohne die ganz große Cthulhu-Bedrohung einen freudigen Aufriss bereitet.

Instrumentalfans werden das Album lieben, da auch die Produktion schön erdig prall aus den Boxen wummert und auch die Verpackung mit dem dreifach faltbaren Digipak einiges hermacht. Der Inhalt stimmt, bei „Čas na pivo“ darf man sich auch fragen, ob die Übersetzersoftware einer Suchmaschine mit seinem „Zeit für ein Bier“ wirklich richtig liegt und warum sich das Kroatische unter das Chilenische mischt, ansonsten sind aber auch hier reichlich Klampfenfinessen zu entdecken, die nicht wirklich überaufdringlich, aber eben auch allgegenwärtig sind.

„Ocaso“ gehört da dann eher zu den verträumt wirkenden Songs mit viel Gefühl, verklanglichte Sehnsüchte einer scheidenden Sonne, da darf man ruhig im schwindenden Tageslicht mit wohligem Gefühl die Beine selbstzufrieden ein wenig baumeln lassen. Anschließend wird man ja wieder mit dem abgedrehten, auch mal mit Double-Bass untermalten „Megalodon“ auf den Boden der Prog-Tatsachen zurückgeholt.

Wer so viel Feingefühl in seinen Händchen hat, dieses auch noch so demonstrativ gut im Studio bannen kann ohne gleich als der abschreckende, selbstverliebte Gitarrenhexer durchzugehen, der darf dann auch in Europa vermehrt Erfolg einsacken – einfach mal bei www.claudiocordero.bandcamp.com vorbeischauen.

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