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Clairvoyants: Word To The Wise

Die ersten Eigenkompositionen sind da
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 50:42
Release: 12.01.2009
Label: Valery Records

„Word To The Wise“, so lautet der Titel des Debütalbums der Italiener von Clairvoyants. Das Quintett wurde 2001, damals noch unter dem Namen The Clairvoyants, als Iron Maiden-Coverband gegründet. Mit „Word To The Wise“ bringen sie nun erstmals ihre Eigenkompositionen auf den Markt. Um diese neue Ära auch kenntlich zu machen und sich etwas von ihrer Vergangenheit abzuheben, verzichtet man nun auf das „The“ im Namen und tritt nur noch als Clairvoyants auf. 

Trotz allem können sich die Jungs nicht komplett von ihren Wurzeln lösen. Sie spielen Heavy Metal der alten Schule, ab und an scheint bei den neun eigenen Werken das große Vorbild hervor. Um der guten alten Zeit nicht gänzlich zu entsagen, findet man auch einen Coversong auf den Album, welcher von einer Band namens Iron Maiden stammt – wie sollte es anders sein.

Schon von Beginn an merkt man, dass die fünf Musiker ihr Handwerk bestens verstehen. Der Opener „Journey Through The Dark“ gibt augenblicklich die Marschrichtung vor. Der Sound ist sehr rockig, gleichzeitig aber auch recht voll und etwas atmosphärisch angehaucht, was durch die dezent eingesetzten Backingvocals noch verstärkt wird. Interessant ist auch die Gitarrenarbeit gestaltet, so komponierte man im Mittelteil über den Gesang noch ein helles Mini-Solo der Gitarre. Man kann hier leicht progressive Einflüsse ausmachen, wie sie einem auch bei „Back To My Dreams“ noch einmal zu Gehör kommen.

Nachdem der Opener leicht progressive Tendenzen hatte, beginnt „The Lone“ heftiger. Man tendiert nun wieder stärker in Richtung Heavy Metal. Die Gitarre startet gleich mit einem kräftigen Riff durch und der Gesamtklang ist sehr rhythmisch gehalten. Dies ändert sich, wenn die Gitarre die tieferen Tongefilde verlässt und den Hörer mit helleren Klängen beehrt. In eine ähnliche Kerbe schlägt ebenfalls „The Pain Of Sight“, welches noch sehr ruhig und harmlos mit Akustikgitarre und dunklem Gesang beginnt, sich dann aber steigert und im härteren Bereich endet.

Man hat sich für die Aufnahmen zusätzlich noch zwei Gastmusiker mit an Bord geholt. Zum einen wäre dies Oliver Palotai, seines Zeichens Keyboarder bei Kamelot, welcher nun für die instrumentale Seite der melancholischen Pianoballade „Closure“ verantwortlich ist. Weiterhin gibt auch Andre Matos von Angra sein Stelldichein. Er übernimmt den Gesang beim Coversong „Hallowed Be Thy Name“, wo man sich klanglich stark ans Original gehalten hat.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Clairvoyants Metal der flotteren Variante servieren, jedoch achtet man darauf, auch etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen. So zeichnen sich vor allem Tracks wie „The Pain Of Sight“ oder „Step Aside“ durch wechselnde Tempi aus. 
Eine Besonderheit des Albums ist das Spiel mit Hell und Dunkel. Man findet es in fast jedem Song, aber vor allem im hinteren Drittel von „The Lone“ ist es am ehesten ausgeprägt, sodass man schon fast den Eindruck eines wechselseitigen Gesprächs beider Seiten hat. 

Ein weiteres interessantes Detail ist, dass man die Instrumente meist etwas rhythmischer gestaltet hat, dies aber im Endeffekt trotzdem sehr melodisch und harmonisch klingt. Einen großen Beitrag dazu dürfte auch die Stimme von Sänger Gabriele Bernasconi beitragen. Er wandelt im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute nicht im hohen stimmlichen Bereich, sondern limitiert sich eher auf mittlere und etwas dunklere Lagen, nur selten geht es mal etwas höher. Daran dürfte auch seine sehr raue Stimme einen großen Anteil haben. Jedoch wird dadurch die Vielfalt und das Potenzial der Songs stark eingeschränkt, was stellenweise sehr schade ist. Trotz allem klingt es harmonisch und die Lyrics sind auch ohne abgedruckte Version im Booklet sehr gut zu verstehen. 

Abwechslung wird scheinbar auf „Word To The Wise“ groß geschrieben. Dazu zählen auch die Drums, welche entweder mal kräftig treibend, wie bei „Journey Through The Dark“, akzent-orientiert wie bei „The Lone“ oder rauszögernd wie zum Ende des Titeltracks in Szene gesetzt werden. 
Bei den Gitarren merkt man schon bald die doppelte Besetzung. Man geht auf den anderen ein und greift die einzelnen Melodien oder Themen gut auf, um sie interessant weiterzuführen. Mal beschränken sich die Saiteninstrumente auf dunkle rockige Riffs wie beim Opener, dann bekommt man flotte Läufe zu hören, oder auch mal abgehackte Parts wie in dem Stück „Hallowed Be Thy Name“, wo sie schon fast stakkato gehalten sind und so einen guten Gegenpol zur melodisch gebundenen Gesanglinie bieten.

Was nur teils etwas verirrt, ist, warum man Song wie „The Lone“ oder „Choose The Truth“ so abrupt beendet. Ein, zwei Takte mehr hätten dem Gesamteindruck besser getan und man würde sich dann nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen fühlen.
Was man bei den Stücken vermissen mag, ist Eingängigkeit, der Wiedererkennungswert und zeitweise das gewisse Etwas. Man will viel, jedoch scheint es manchmal so, als wolle man zu viel.

Fazit: Clairvoyants bieten mit „Word To The Wise“ ein qualitativ gutes Album. Man bekommt viel Abwechslung geboten, trotzdem gibt es leider auch hier ein paar Stücke, welche der sehr hoch liegenden Messlatte nicht gerecht werden können und das Gesamtbild etwas trüben. Zwar ist die Eigenständigkeit und Individualität nicht immer 100%ig gegeben, jedoch sollte man in diesem Punkt nicht zu hart sein. Denn niemand kann einfach mal so einen Schalter umlegen und seine gesamte (musikalische) Vergangenheit einfach ausblenden. Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass dies ein Debütalbum ist und dafür ist es gut geworden. Potenzial und Qualität sind schließlich vorhanden.


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