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CKY: Carver City

Ein gutes Lebenszeichen unter neuem Label
Wertung: 8/10
Genre: Alternative
Spielzeit: 43:28
Release: 22.05.2009
Label: Roadrunner Records

Nach vier Jahren erscheint nun "Carver City", das fünfte Album der amerikanischen Alternative Rocker CKY. CKY, die Abkürzung für Camp Kill Yourself, wie die Band eigentlich heißt, wurde 1992 gegründet. Manchen mag die Formation vielleicht aus der MTV-Serie "Jackass" oder durch ihre Auftritte als Supportact von Metallica oder Guns'n'Roses bekannt sein.

Liest man, dass "Carver City" ein Alternative-Album sein soll, werden die Erwartungen, die man klanglich an den Longplayer stellt, nicht erfüllt. Denn das, was aus den Boxen hallt, ist definitiv anders.

Klanglicht geht es sehr rockig und vor allem rhythmisch zur Sache. Die Drums und der Bass stehen klar im Vordergrund, wie bei "And She Never Returned" sehr gut zu hören ist. Dieser Song ist wohl auch der vertrackteste und komplexeste des Albums, so ist der Rhythmus teils schwer nachvollziehbar. Dadurch braucht der Track ein paar Hördurchläufe mehr, um schlüssig zu klingen.

Dynamisch ist man zumeist im Midtempo-Bereich, teilweise wird es etwas rockiger und flotter. Stücke wie "Imaginary Threats", "The Boardwalk Body" oder "Karmaworks" bilden einen guten Kompromiss zwischen beiden Tempi. "Imaginary Threats" beginnt mit einem starken Drum- und Bass-Intro und läuft schrittweise in sein flottes Tempo hinein. "Karmaworks" startet sehr rhythmisch, nimmt nachfolgend das Tempo raus, wird leicht gedämpft und kommt stellenweise etwas melodischer daher. Diese beiden Seiten werden im Wechselspiel vorgetragen, nur unterbrochen durch einzelne kurze Breaks.

Dieses wechselnde Zusammenspiel zwischen Rhythmus und dezenter Melodie bekommt der Hörer ebenfalls recht deutlich bei "The Boardwalk Body" geboten. "A #1 Roller Rager" hat noch eine weitere dynamische Besonderheit zu bieten. Man hat über die flott spielenden Instrumente ein Ritardando in der Gesangslinie gesetzt, was einen sehr interessanten Effekt hervorruft.

Die Gitarre steht im Allgemeinen eher im Hintergrund. Gitarrensoli wie bei  "Hellions On Parade" oder "Imaginary Threats" sind eher eine seltene Erscheinung. Wenn die Sechssaiter mal durchklingen, dann eher mit einem schrabbelnden Klang. Dies passt zum allgemeinen Eindruck, dass die Melodie dem Rhythmus untergeordnet ist. 

Einzige Ausnahme bietet dabei der Schlusssong. "The Era Of An End". Dieser hebt sich nicht nur durch den Titel, sondern auch vom Klang her vom restlichen Album ab. Es beginnt sehr träumerisch, allgemein ruhiger und melodischer als in den vorangegangenen Songs und lässt das Album auf diese Weise schön ausklingen.

Die klangliche Grundstimmung ist eher dunkel gehalten. Dies wird zum einen durch die Dominanz der dunkleren Instrumente verursacht, aber auch durch die dunkle Stimme von Sänger Deron Miller. Damit dann alles aber nicht zu eintönig wird, hat man zuweilen versucht, ein paar helle Akzente zu setzten. Bei "Rats In The Infirmary" hat man als Gegenpart zu den dunklen Vocals einen hellen Gegenton von Becken und Snaredrum gewählt. 

Fazit: "Carver City" bringt CKY wieder nach vorne. Es ist ein guter, interessanter und anspruchsvoller Longplayer geworden. Zwar mögen einzelne Songs beim ersten Hördurchlauf nicht immer sofort schlüssig erscheinen, dennoch haben alle Tracks immer kleine Überraschungen eingebaut, die ihnen, trotz des allgemein ähnlichen Aufbaus, einen gewissen Grad an Individualität bescheren. Negativ auffallen mag manchem Hörer die manchmal im Verhältnis zu den anderen Instrumenten stark hervorstechende Rhythmusfraktion. Den einen macht dies nichts aus, andere hätten sich vielleicht ein besseres Mischverhältnis gewünscht. Trotz allem ein wirklich gelungenes Album, das wohl auch live überzeugen wird.

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