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City Weezle: The Leprechaun Demo

City Weezle haben das Gold am Ende des Regenbogens entdeckt
Wertung: 9.5/10
Genre: Funk Rock, Fusion Metal
Spielzeit: 26:55
Release: 28.05.2008
Label: Eigenproduktion

Das Wort „Leprechaun“ klingt auf den ersten Blick exotischer als es eigentlich ist: So heißt nämlich in der irischen Mythologie ein kleines, grün gekleidetes Kerlchen, das einen ganzen Pott Gold am Ende des Regenbogens vergraben haben soll, und sich dementsprechend zu habgierigen und unsozialen Aktionen verleiten lässt. Wer nach dem Gold sucht, zieht wahrscheinlich den Kürzeren, denn die kleinen Kerle geben ihren Schatz verständlicherweise nicht her, beziehungsweise terrorisieren den Dieb solange, bis er ihn freiwillig wieder rausrückt.

Solch ein lustiger kleiner Kamerad findet sich also auf dem 2008er Demo von City Weezle mit dem passenden Namen „The Leprechaun Demo“. Da ein Teil der Band aus Irland kommt, kann man sich die Verwendung des Männleins auf dem Plattencover durchaus erklären - weit kurioser ist allerdings, dass Sänger Simon tatsächlich zu großen Teilen so klingt, wie man sich einen Leprechaun vorstellen würde. Im Gegensatz zu ihrer „City Weezle Demo“ aus dem Jahr 2006 gehen die Jungs hier ein gutes Stück härter, noch ein wenig chaotischer und noch unberechenbarer zu Werke und präsentieren außerdem ein neues Line-Up: Sänger Simon Fleury und Bassist Maxim Gilbon sind geblieben, der Rest hat sich in ein munteres Bandkarussell eingereiht. Mit Gitarrist Benjamin Violet, dem japanischen Drummer Ai Uchida und Keyboarder Gautier Serre hat die Combo sich außerdem zum Quintett hochgearbeitet und stellt gleich unter Beweis, dass auch in dieser Formation das Chaos regiert.

Eine irische Tanz- und Trinkmelodie leitet das knapp halbstündige Spektakel ein und genau das möchte man auch beim Hören von „The Leprechaun“ tun: tanzen, saufen und lustig sein. Simon klingt original nach Leprechaun – beeindruckend, was die menschlichen Stimmbänder alles aushalten. Er keift fies und singt mit hinterhältigem Unterton im Refrain, während er in den Strophen vor sich hingurrt. Was klingt wie die stimmlichen Ergüsse eines Geisteskranken macht wahnsinnig Spaß und wird live sicherlich extrem gut funktionieren.

Es gibt Dinge, die ändern sich nie: Wie schon beim Vorgänger-Demo „City Weezle“ zollt Simon Faith No Mores Mike Patton Respekt und wechselt bei „Abuse“ zwischen halbwegs normalem Gesang und manisch anmutenden Monologen. Das schleppende Stück wirkt ganz im Gegensatz zu den sonstigen Stücken der Band leicht bedrohlich, sogar kurze Shouts und Growls werden eingestreut, aber auch die funkigen Einflüsse kommen nicht zu kurz und fügen sich perfekt in das Klangchaos ein. Gesanglich lassen sich hier wie auch beim folgenden Song „Nimformation“ entfernte Parallelen zu Serj Tankian ausmachen – manischer Operngesang inklusive. Dabei hört man, dass Herr Fleury keineswegs ein perfekter Sänger ist, aber das macht er mit seiner hörbaren Begeisterung wieder wett.

Ein akustischer Drogentrip erwartet uns bei „Farmhouse Love“, das einen sehr psychedelischen, swingenden Einschlag hat und einmal mehr die Bandbreite der Band zeigt und einen sehr tanzbaren Refrain aufweist. Mit dem an die Red Hot Chili Peppers erinnernden „Taboo“ schließt sich der Kreis wieder und man wird etwas verwirrt, aber begeistert vor den schweigenden Boxen zurückgelassen. City Weezle haben sich in den zwei Jahren definitiv gesteigert, einen noch konfuseren, mitreißenderen Sound kreiert und werden sich voraussichtlich im September 2010 daran machen, diesen Sound auch auf deutsche Bühnen zu bringen. Man darf gespannt sein!  

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