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City Of Fire: City Of Fire

Ein Traum nicht nur für Feuerwehrleute
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock Metal
Spielzeit: 47:37
Release: 23.10.2009
Label: ShoStroud Productions / Cyclone Empire

Was passiert, wenn sich eine Band wie Fear Factory auseinander lebt, man letztendlich vor Gericht um die Namensrechte prozessiert und sich das Ganze naturgemäß sehr in die Länge zieht? Es gibt diverse Sideprojekte von Bandmitgliedern, und irgendwie ist City Of Fire auch so eines. Mit Bassist Byron Stround und Sänger Burton C. Bell hat man zwei Fear Factory-Mitglieder in den eigenen Reihen. Trotzdem wäre es falsch, City Of Fire als Nebenprojekt von Fear Factory zu bezeichnen, denn sie wurden eigentlich von den Caustis Thought-Recken Ian White (Gitarre) und Bob Wagner (Drums) rekrutiert. Hinzu gesellte sich dann auch noch Terry „Sho“ Murray, welcher die zweite Axt bedient. Hört sich gut an, muss aber nicht gut sein. Hören wir doch mal rein.

„Carve Your Name” beginnt kräftig und irgendwie auffordernd. Auch wenn man sich gerade zu Beginn etwas mehr Präsenz im Tieftonbereich wünschen würde, so hämmert sich das Gespielte zielsicher in den Schädel. Irgendwie meint man, schon allein wegen des Gesangs ein wenig an alte Machine Head erinnert zu sein, auch wenn das musikalisch nicht wirklich trifft und da ebenso eine gehörige Prise Warrior Soul oder eben Fear Factory mitschwimmt.

„Gravity“ startet mit tonennschweren, alles niederwalzenden Gitarren, die mächtig Respekt einflößen. Darüber  der fast schon ein wenig erhabene Gesang von Burton C. Bell. Das ist hier bei weitem nicht so aggressiv wie bei Warrior Souls „Salutations From The Ghetto Nation“, aber dennoch ebenso mitreißend. Man bangt im Midtempo mit, ohne dass man den Eindruck hat, der Song wäre zum Headbangen geschrieben worden. Trotzdem sägen sich die Gitarren kräftig durch die Hirnrinde und verursachen einen Kollateralschaden, der sich gewaschen hat. Sehr starke Nummer, kann man da nur konstatieren.

Fast schon mit einer verschmusten Melodie wird „Rising“ eröffnet, bevor dann ein heftigerer Part hereinbricht und mit zornig schmerzenden Vocals garniert daher kommt. Das Spiel mit zahmeren und explodierenden Parts klappt hier hervorragend. Man hört einfach gebannt hin und versinkt in den unendlich erscheinenden Klangkonstruktionen, die hier erschaffen wurden. Stark, wie man hier trotz der Gegensätze einen in sich stimmigen Song komponiert hat, der mit den Gefühlen des Hörers Achterbahn fährt.

„A Memory“ ist zwar ebenso intensiv, kann aber durch den teilweise elektronisch verfremdeten Gesang bei weitem nicht soviel Flair entwickeln. Das hat schon ein wenig mehr von Fear Factory, kann aber letztendlich nicht so stark von dem überragendem Gesang profitieren. Leider geht die Band den eingeschlagenen Weg mit „Spirit Guide“ weiter. Die geschrienen Vocals punkten hier deutlich mehr als die übrigen. Die wunderbaren Gitarren überraschen immer wieder mal mit heftigen Attacken auf die Nervenstränge. Eine gehörige punkige Note wird hier zu den eigentlich eher rockigen, aber im Endeffekt doch sehr metallisch eingesetzten Gitarrentönen zugesetzt.

Das wird geschickt mit „Coitus Interruptus“ weitergeführt, welches aber gerade durch die melodischeren Gesangsparts frisches Blut eingehaucht bekommen hat. Man könnte fast meinen, dass diese Verhütungsmethode hier schief gelaufen ist, denn da hätten wohl eher ein paar extreme Breaks in den Song implementiert werden müssen.

„Hanya“ fühlt sich zu Beginn an wie eine mit Adrenalin vollgepumpter Puma im Stahlkäfig, welcher kurz vor einem verheerenden Ausbruch steht. Bedrohliches Schnaufen und Fauchen dokumentiert hier das Freiheitsbegehren und durch die eigene Artikulation pusht sich das Tier selber weiter hoch, bevor dann ein Beruhigungspfeil geschossen kommt, der aber nur kurze Zeit für ein wenig gemütsmäßige Abkühlung sorgen kann.

Dass City Of Fire aber auch anders können, beweist das hier absolut unerwartete „Emerald“, welches ein lediglich mit akustischer Gitarre gezupftes Instrumental darstellt. Nicht wirklich ein Highlight, aber trotzdem wichtig, um das aufgewühlte Konzept des Album noch weiter emotional zu verstärken.

„Hollow Land“ wird dann zur Abwechslung mal deutlicher von den Drums geführt und die Gitarren spielen eine deutlich untergeordnetere Rolle als bei den restlichen Songs.

„Dark Tides“ erschient eigentlich gar nicht so recht als Song, man hat hier eher das Gefühl, als ob fast schon ein wenig hypnotisch ein kleines Verbindungsstück eingebaut wurde, welche zum nächsten Höhepunkt führen soll. Dass die Spannung stark angeheizt wird, ist unverkennbar, auch wenn der Track vielleicht ein klein bisschen zu lang geraten ist und sicher bei dem ein oder anderen am Rande des Umkippens ist, was die Stimmung angeht. 

„Rain“ beginnt natürlich mit Regengeräuschen, bevor sich eine wunderschön anmutende akustische Gitarre den Weg durch die Gehörgänge bahnt. Burton C. Bell flüstert fast schon die Vocals daher, bevor dann hypnotisch aggressiv das Schlagzeug für Power sorgt. Man schaukelt sich langsam hoch, ein Break mit dem Refrain und die Gitarren sorgen für den nächsten Kraftanstieg. Sehr stark gemacht. Und nach und nach wird immer weiter angezogen, ohne aber die rockigen Gene dieses Songs zu verleugnen. Der Refrain brennt sich tief in die Gehirnrinde ein und sorgt für viel Freude. 

Fazit: Ein sehr starkes Album, welches sehr geschickt die Gefühle des Hörers zu manipulieren weiß. Fear Factory oder auch Warrior Soul Fans sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren, denn sie werden sicher nicht enttäuscht. Es klingt alles irgendwie authentisch und so vertraut, ohne das es abgekupfert ist. Grandiose Gitarren, gepaart mit dem superben Gesang sorgen für ein in sich stimmiges Album. Kein Wunder, dass da die Stadt Feuer gefangen hat.

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