Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

City Light Thief: Vacilando

Ein Riesensprung nach vorne!
Wertung: 8/10
Genre: Poppunk, Indie Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 45:44
Release: 31.05.2013
Label: Midsummer Records

City Light Thief sind mittlerweile eine Band, die sich ein Gedächtnisplätzchen reserviert hat, so wie beinahe alle auf Midsummer Records beheimateten Bands. Labelcheffe Tim hat einfach den Dreh raus, sich völlig wahnsinnige und interessante Bands rauszupicken – und das, obwohl die beiden bisher erschienenen Alben bzw. EPs der Kölner, „Laviin“ und „The Music Of Chance“ mit Namen, nicht unbedingt Höchstwertungen einfahren konnten. Mit gerade mal 6,5 und im folgenden sieben Punkten bestückt, waren die Platten zwar nicht gerade schlecht, man hatte sich aber im Vorfeld ein bisschen mehr erhofft. Trotzdem: CLT wussten mit innovativen Ideen derartig zu überzeugen, dass sie sich immerhin konsequent im Hinterstübchen gehalten haben.

Die aktuelle Scheibe „Vacilando“ ist nun auch schon seit einem knappen Vierteljahr draußen, das macht aber an sich gar nichts – mutet das Cover noch sommerlich-sonnig an, macht sich die Truppe auch bei dem gerade einsetzenden Pisswetter ziemlich gut. Denn: Auf den ersten Blick begeistert die Musik um einiges mehr als noch zu „The Music Of Chance“-Zeiten.

Neuigkeiten gibt es aber auch neben der musikalischen Entwicklung: Erstens hat man sich mit Mario von den aufgelösten, ebenfalls bei Midsummer tätig gewesenen Thoughts Paint The Sky einen sechsten Mann ins Boot geholt, außerdem ist das Album diesmal konzeptlos entstanden: Stift, Papier, fertig. Nichts, was die Kreativität eingegrenzt hätte – und das merkt man ausnahmsweise mal tatsächlich!

„Vacilando“, das jemanden bezeichnet, der sich um des Reisens Willen auf Wanderschaft begibt, ohne sich um ein bestimmtes Ziel zu scheren, nimmt den Hörer auch musikalisch ein bisschen mit auf eine Reise. Die Jungs klingen stimmiger und trotz teils vorprogrammiertem Chaos irgendwie gesammelter als noch auf der EP, außerdem hat sich der zuweilen doch eher störende Klargesang dankenswerterweise minimiert.

Aber fangen wir am Anfang an, welcher schon erfreulich spannungsgeladen ausfällt: „Battue“ nämlich überzeugt mit einem sehr schönen Intro und – neben dem Trommelgewitter – feinen Gangshouts zum Einstieg – und gleich im folgenden „Of Armistice“ ein Basssolo! Sehr geil, leider zu selten ausgelebt, aber dafür ein umso größeres Schmankerl – da reihen sich gleich zwei Anspieltipps aneinander.

„Portland, Maine“, von klirrenden Gitarren eingeleitet, bläst dann mal richtig den Staub aus den Boxen, ohne allzu sehr in härtere Genres abzudriften. Schwungvoll begehen die Herren um die Sänger (und teilweisen Saitenzupfer) Tobias, Benni und Bringo den Track, bei dem vor allem Drummer Robert ordentlich zu tun hat und dabei eine super Figur macht. Ähnlich verhält es sich bei „Makel“, bei dem man der Band (wie auch auf dem Rest der Scheibe) den Spaß an der Musik tatsächlich anhört. Einer der Sänger hat mit dem klaren Gesang immer leichte Schwierigkeiten und mutet etwas nasal an, aber wie erwähnt hält sich das im Gegensatz zu den beiden Vorgängerplatten in Grenzen.

„Omori“ fällt dann mit seinem sehr nachdenklichen und ruhigen Grundton ein bisschen aus dem Rahmen, kann aber überzeugen, obwohl der Fluss hier ein wenig unterbrochen wird. Den Track ganz ans Ende der Scheibe zu stellen, wäre vielleicht eine Spur sinnvoller gewesen.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Platten haben City Light Thief nochmals einen Schritt nach vorne gemacht. Die allgemeine Stimmung in der Band wirkt auf „Vacilando“ irgendwie entspannter und auch die Songarrangements können überzeugen. Sehr deutlich hervorgehoben werden müssen hier die tollen Drumeinsätze, das Basssolo und die wesentlich verbesserten Gesänge. Acht Punkte hierfür.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna