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City Light Thief: Nothing Is Simple

Die bisher beste Scheibe der Band
Wertung: 9/10
Genre: Post-Hardcore, Emo, Punkrock
Spielzeit: 46:23
Release: 30.04.2018
Label: Midsummer Records

Knapp fünf Jahre haben City Light Thief gebraucht, um dem letzten Full-Length-Album „Vacilando“ einen Nachfolger angedeihen zu lassen, und auf einmal muss alles ganz schnell gehen: Da kommt ein Video zur neuen Single „Somersault“ und direkt darauf die Möglichkeit, das Album als Vinylvariante vorzubestellen, Freitag dann die Überraschung: „Nothing Is Simple“ ist in trockenen Tüchern und wird digital bereits am Montag, dem 30. April erscheinen; also nur drei Tage nach Fertigstellung. All diese Euphorie ist ansteckend und so wird die knapp bemessene Zeit noch genutzt, um in die elf neuen Songs reinzuhören.

Ganz unbekannt dürften „Death Trip“ und „Trickster“ zumindest den Fans nicht mehr sein, denn beide Songs wurden bereits vorigen Herbst als limitierte Single veröffentlicht. Zwei Stücke übrigens, die kaum besser hätten gewählt werden können, um den Sound von City Light Thief einzufangen, der wieder zwischen Post-Hardcore und Emo-Euphorie, zwischen Indie-Begeisterung und Alternative-Arrangements schwebt; vor allem „Death Trip“ heimst hier ordentliche Anspielpunkte ein, startet der Song doch schon mit räudig-melodiöser Post-Hardcore-Kante und wunderbar hysterischem Gesang im Refrain, die dann auch mal kurzzeitig an alte Billy Talent erinnern. Der Singlepartner „Trickster“ war da schon deutlich düsterer geraten, gleichzeitig aber auch geordneter und kann so als gelungener Gegenspieler bezeichnet werden.

Gänsehaut kommt auch bei „Body Horror“ auf, das erst schockierend psychedelisch daherkommt und mit ordentlich Geschwurbel und Drumbeckeneinsatz erst mal ein recht chaotisches Bild zeichnet, spätestens bei der Zeile „For the first time in a long time, I am painfree“ schon ein leichtes Ziehen in der Magengegend verursacht, das sich zu einem ausgewachsenen Kloß im Hals („You can‘t be anyone else, you cannot fix your face“) hocharbeitet.

Eine weitere Überraschung haben die Jungs dann mit „Torch Song“ im Gepäck, das mit einem wahnsinnig eindringlichen Akustikgitarren-Intro eingeleitet wird, auch hier herrscht eher eine deprimierende Atmosphäre vor, die der Band allerdings erstaunlich gut zu Gesicht steht. Und eines muss man hier auch noch mal ganz klar sagen: Sämtliche Sänger machen einen hervorragenden Job, der sich nicht mit früheren City-Light-Thief-Platten vergleichen lässt. Hört man sich gleich danach den draufgängerischen Opener „To Hysteria“ mit seinen überschwänglichen Gitarren und manischen Shouts an, werden leise Erinnerungen an Bands wie From First To Last wach und man freut sich noch ein bisschen mehr, dass „Nothing Is Simple“ gerade noch mal von vorne angefangen hat.

City Light Thief haben ohne Übertreibung die bisher beste Scheibe ihrer Laufbahn einfach „mal so“ aus dem Ärmel geschüttelt und fast schon in einer Nacht-und-Nebelaktion fertiggestellt. Eine ganze Handvoll genialer Songs ragt aus einer Basis von immer noch sehr guten und über weite Strecken spannenden Tracks hervor, und lediglich im Mittelteil der Platte („Say Yes To Everything“) gibt es einen sehr kurzen Absacker nach unten weg – nicht allzu weit natürlich, denn schon direkt im Anschluss präsentieren sich die Jungs wieder in bester Spiellaune. Ein definitiver Kauftipp für Rock-, Punk- und Hardcore-Fans – ach was soll‘s, eigentlich für alle Freunde guter und ehrlicher Musik.

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