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Citizen: As You Please

Ein wahres Herbstalbum
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock, Indie Rock
Spielzeit: 52:42
Release: 06.10.2017
Label: Run For Cover Records

Citizen aus Ohio sind eine Band, die nur auf den ersten Blick schnell einzuschätzen ist. Was beim oberflächlichen Hören nach einfachem Indie Rock anmuten mag, entpuppt sich als eine teils recht düstere Alternative-Rock-Zusammenstellung mit grungigen Einflüssen – alles zusammengefasst unter dem Titel „As You Please“, dem aktuellen Album der Formation rund um Texter Mat Kerekes und dem inzwischen dritten Full-Length seit der Gründung 2009.

Dabei schafft die Truppe es auf der neuen Platte  wie selbstverständlich eine größtenteils überraschend melancholische Atmosphäre zu verbreiten, die immer wieder von hoffnungsvollen Momenten durchbrochen wird – ein Paradebeispiel dafür ist wahrscheinlich „World“, das mit traurigem Klargesang startet, sich aber im Verlauf zum Refrain hin als richtige Abgehnummer entpuppt und Kerekes in Hochform präsentiert.

Ganz im Gegenteil dazu verleitet gleich schon „In The Middle Of It All“ zum lustlosen Weiterskippen und Augenverdrehen, kommt der Song doch ohne spürbare Spannungsmomente daher, und steht damit im krassen Gegensatz zu seinem Vorgänger und Opener „Jet“, das bereits im Vorfeld veröffentlicht und (zu Recht) ordentlich gefeiert wurde. Dann wiederum finden sich auf „As You Please“ wieder Stücke wie das elektronisch-unheimlich startende „Control“, das dann aber doch eine recht poppige Brücke schlägt und von dem man auch nach mehrmaligem Hören nicht viel berichten kann, außer dass es tatsächlich ziemlich flott ins Ohr geht…

Hin und her gerissen ist man dann bei „You Are A Star“, das durch den teils angenehm tiefen Gesang schon wieder ziemlich düster daherkommt und mit den kreischenden Gitarren, denen man die Melodie trotzdem nicht absprechen kann, fast schon ein New Wave/Post-Punk-Feeling innehat – ausgerechnet das finale „Flowerchild“ mit seiner Akustikgitarre und dem wieder eher poppigen Einschlag kann dann noch mal überzeugen, besonders hervorheben sollte man hier die Arbeit des Schlagzeugers, der punktgenau die Stimmung kitzelt.

So unterschiedlich die Tracks auf „As You Please“ daherkommen, so schwierig ist es auch, bei diesem Album mit sich selbst einig zu werden. Unterm Strich haben Citizen hier eine ganz besondere Stimmung eingefangen, die sicherlich ganz gut zur kälter werdenden Jahreszeit passt; ein Silberstreif am Horizont, wenn man so will, der aufzeigt, dass alles auch wieder besser werden kann. Gleichzeitig ärgert man sich ein bisschen über lahmarschige Ausrutscher wie „In The Middle Of It All“, das man trotz seiner Belanglosigkeit nicht mehr aus dem Hirn bekommt – insgesamt ist „As You Please“ aber durchaus ein Album geworden, das man immer wieder guten Gewissens anhören kann, wenn man einige wenige Songs mal außen vor lässt.

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