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Circus Of Fools: Raise The Curtain

Unaufgeregte Zirkusluft
Wertung: 5/10
Genre: Dark/Gothic/Melodic Death/Modern Metal
Spielzeit: 58:03
Release: 24.07.2015
Label: 7hard Records

Mittlerweile eiert die CD schon zum zwanzigsten Mal im Player, Begeisterung will sich nicht einstellen, lediglich das Gefühl, dass der Griff in die Promorestekiste nach ein paar guten bis sehr guten Scheiben und dem damit einhergehenden Glücksgefühl sich vollauf reziprok verhält. Das Circus Of Fools-Full-Length-Debüt „Raise The Curtain“ verlangt richtig viel ab, mischt die verschiedenen Genres wie Dark Rock, Gothic und metallische Spielarten zu einem Brei, der schnell eines vermissen lässt: die bindende Substanz. Diese versteckt sich leider hinter uninspiriertem Synthiegedudel und nicht immer voll ausbaldowerten Songarrangements, sodass unterm Strich nur ein halbgares Endprodukt im den heimischen vier Wänden für Unterhaltung sorgen will.

Da hilft dann auch der Hinweis auf die Livequalitäten mit den zahlreichen Showeffekten wie Clownskostüme, Jongleur-Varieté und Tänzerinnenbonus nur bedingt, denn bei aller Mühe, sich mit dem fast eine Stunde währenden Album auch zuhause zu arrangieren, wird die Skiptaste leider immer schnell zur lieb gewonnenen „Like“-Freundschaftsansage.

Wo so viel Clownerie ist, darf der Zirkus doch nicht weit sein, und zack, da ist auch schon die Manege freigegeben für „ The March Of The Puppets“, denn schon in der Einleitung baut sich im Kopf das Bild einer Varieténummer auf, und endlich mag man der Truppe auch zustimmen, dass die Kombination zwischen dem dauerhaft unsouveränen Sänger Harlequin und der deutlich entspannteren Charlotte gar keine üble ist – zumindest hier, auch wenn Charlotte einmal mehr mit ihrem hohem Klargesang dann doch die Hosen an hat und ihn regelrecht an die Wand singt.

Abwechslung der Abwechslung wegen funktioniert dann halt nur, wenn der sonstige Spannungsaufbau mit einem roten Faden umwoben ist, doch den sucht man auf „Raise The Curtain“ leider zu oft vergebens. Eine Ausnahme ist da ausgerechnet das mit acht Minuten längste Stück „Halo Lights“, denn nach dem Industrial-Start bieten Circus Of Fools fast schon eingängige Kost, und auch wenn Harlequin seine Schwächen nicht immer ganz verstecken kann, so entschädigen gerade hier einige Gitarrenpassagen und sorgen für einen positiven Eindruck, wobei daran dann auch die ab und zu fast schon gesanglichen Ausflüge in den Schwarzwurzelbereich für deutlich mehr Druck und Wohlbefinden herhalten.

Bei den wenigen positiven Aussichten bleibt dann leider viel Platz für Durchschnittliches bis Langweiliges. So nimmt man in „Visions Fade“ Harlequin die Verzweiflung ebenso wenig ab, wie man den durch die Geige verursachten melancholischen Touch in „Roll The Dice“ nicht gutheißen kann, zumal die manchmal nervtötenden Keyboards allemal Bierzelt-Charme entwickeln. Ein gutes Beispiel sind auch die nervigen Keyboard-Spielereien in „Elysium“, eine sich mit der Geige verbindende, langsame, langweilige Nummer, bei der durch das abgehackte Riffing kein Fluss aufkommen will. Kaum werden sie mal etwas straighter, da haben sie das Spannungsmoment auch schon wieder aus dem Blickfeld verloren, und wenn dann das Tasteninstrument auch noch allein vor sich „hinindustrialt“, dann wird auch die Grenze zum Überflüssigen nur allzu gerne überschritten.

Schade, schade, die Erwartung war höher als das Ergebnis, denn was vielleicht noch auf der Bühne funktionieren mag – das müssen wir von The-Pit.de mal dringend antesten - , hat auf der CD halt nur wenig Charme. Man will ja die Sägespäne spüren, förmlich riechen, doch am Ende ist man froh, wenn der Vorhang für „Raise The Curtain“ geschlossen bleibt. Ein paar Ansätze sind ja da, auch noch an Nähten der Scheuklappen zu rupfen, es reicht dann aber halt nur für die Halbierung der Pit.de-Maximalpunktzahl.

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