Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Circus Maximus: Nine

Softer als der Vorgänger, aber nicht schlechter
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 59:20
Release: 01.06.2012
Label: Frontiers Records

Gruppen, die als reine Coverbands angefangen haben, werden häufig etwas skeptisch betrachtet: Vielen traut man, wenn sie sich denn überwunden haben und endlich eigene Kompositionen abliefern, einfach nicht zu, dass sie sich von ihren offensichtlichen Vorbildern lösen können und auf ewig eine – je nachdem – gute oder billige Kopie selbiger darstellen. Die Norweger Circus Maximus mussten sich Zeit ihrer Karriere sicherlich mit demselben Vorurteil herumschlagen, sie fingen als Kapelle an, die sich vor allem Stücken der Prog-Größen Dream Theater und Symphony X angenommen hatte. Und so ganz haben die Herrschaften diese Vergangenheit immer noch nicht ablegen können, denn auch auf dem keineswegs neunten, sondern vielmehr dritten Studioalbum „Nine“ ist immer noch deutlich zu hören, dass die Jungs vor allem Fans der New Yorker Edelprogger sind.

Viele Grooves, Riffs und der Gitarrensound lassen immer wieder an das Traumtheater denken, wobei Circus Maximus alles in allem weniger frickelig zu Werke schreiten; technische Kabinettstückchen beschränken sich weitestgehend auf sauber ausgearbeitete, vorzüglich dargebotene Gitarrensoli. Das Ganze klingt etwas softer als das Vorgängerwerk „Isolate“, es wird deutlich mehr Wert auf kompaktes, eingängigeres Material gelegt. „I Am“ beispielsweise ist so ein Stück mit AOR-Schlagseite und einem poppigen Refrain, der sich schnell in den Gehirnwindungen festsetzt, doch auch der straighte, etwas moderner gehaltene Groover „Namaste“ oder „Game Of Life“, das im Prinzip nur auf einer simplen Tonfolge auf dem Klavier basiert, kommen mit poppig-eingängiger Attitüde daher, ohne jedoch seicht oder gar belanglos zu wirken.

Auf Prog-typische Longtracks wird allerdings auch auf „Nine“ nicht verzichtet: Die beiden Zehnminuten-Epen „Architect Of Fortune“ und „Last Goodbye“ rahmen die Tracklist ein, stehen sie doch am Anfang und am Ende. Während erstgenanntes ein facettenreiches Stück markiert, bei dem sämtliche progressiven Register gezogen werden, handelt es sich bei dem Albumrausschmeißer wiederum um eine Nummer, die recht gut reinläuft; der beschwingte, aber auch leicht sehnsüchtige Chorus lässt sich bereits nach einem Durchlauf gut mitpfeifen. Klar, der Text ist ein wenig cheesy („I will always love you, I will never let you go“) und der Titel auch nicht gerade die Originalität in Person, aber wenn man das großzügig ignoriert, macht auch dieser Track sehr viel Laune.

Auch „Burn After Reading“ ist mit neun Minuten einer der längeren Songs des Albums geworden – hier merkt man zunächst einmal wegen des Titels auf: Möglicherweise sind die Norweger ja Fans der Coen-Brüder, die 2008 einen Film mit diesem Namen in die Kinos brachten. Musikalisch beginnt jener Track mit folkig-luftigen Akustikgitarren, um zwischendurch zu einer der härtesten Nummern der Scheibe zu mutieren und letztlich von einem phänomenalen Gitarrensolo gekrönt zu werden. „Used“ hingegen hört sich ein wenig nach „Muse goes Prog Metal“ an, beinhaltet aber auch grungige Klampfen und indisches Flair.

Insgesamt ist Circus Maximus mit „Nine“ eine solide Scheibe geglückt, die in jedem Fall als vielseitig bezeichnet werden darf, jedoch vielleicht nicht alle Fans zufrieden stellt, da der Härtegrad ein wenig heruntergeschraubt wurde und einigen die Angelegenheit zu glatt und geleckt erscheinen mag – gerade auch vom Produktionstechnischen her. Auf der anderen Seite kann man mit einer gesunden Mischung aus progmetallischer Spielfreude und radiotauglicher Eingängigkeit überzeugen; diese Symbiose ist der Band locker und souverän gelungen. Dass die Wurzeln immer noch klar erkennbar sind, stört überhaupt nicht; auch wenn wie erwähnt insbesondere Dream Theater nach wie vor an vielen Stellen durchschimmern, hat sich das skandinavische Quintett seine eigene Nische eingerichtet und ist als eigenständige Combo herauszuhören. Und handwerklich und gesanglich ist hier eh alles dufte.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend