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Circle Of Silence: Walk Through Hell

Ein starkes, motiviertes Album mit viel Spielfreude
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 56:53
Release: 27.05.2022
Label: Massacre Records

Es ist kein Geheimnis: Power Metal ist mir ein Graus. Das Pathos, die flirrenden Gitarrenausflüge, die oftmals ans Absurde grenzende Stimmakrobatik – ein Graus. Eine Band wie Circle Of Silence zu besprechen, macht da wenig Sinn, könnte man meinen. Wenn man die Truppe aber mal live gesehen hat und die Tonnen an Spielfreude aufgesaugt hat, die da aktiviert werden, kann man sich dem Charme der Heilbronner Formation kaum entziehen. Besprochen war zuletzt die „Rise Of Resistance“, mittlerweile auch schon neun Jahre her, mit „The Crimson Throne“ von 2017 fehlt uns also ein Puzzlestück; dies soll uns aber nicht am Genuss der neuen Scheibe „Walk Through Hell“ hindern.

Was den Genuss allerdings bittersüß werden lässt, ist die Tatsache, dass die Band sich erst vor einigen Tagen von ihrem Bassisten Björn verabschieden musste, der mit nicht mal 40 Jahren und nach unfassbaren 16 Jahren bei Circle Of Silence verstarb. Rest in Power an dieser Stelle und viel Kraft an die Band- und Familienmitglieder!

COS waren also bis dato noch in ihrer Gründungsformation aktiv, ein starkes Stück, das man auch erst mal schaffen muss ohne sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Entsprechend markiert „Walk Through Hell“ also für Fans wie auch Band so etwas wie einen – wenn auch eher traurigen – Meilenstein und wird sicherlich in Zukunft entsprechend auch nochmal anders gehört werden.

Zurück zum Album: Sänger Nick orientiert sich zwar naturgemäß an Ikonen wie Bruce Dickinson, vermeidet aber im Gegensatz zu vielen Genrekollegen allzu pathetische Attitüden, sondern zeigt im Gegenteil bei Songs wie „United“ sogar mal Zähne, was dem Sound der Truppe gut zu Gesicht steht. Der Opener „Down To Hell“ mutet dann soundtechnisch noch ein bisschen schwach auf der Brust an, leitet aber übergangslos den ersten „richtigen“ Song „Prisoner Of Time“ ein, der schon mal die Weichen stellt für ein rasantes, motiviertes Album. Den ersten Anspieltipp kann dann aber erst der Titeltrack generieren, der deutlich mehr Schwung in die Bude bringt und auch den ersten episch zu nennenden Refrain bietet.

Ganz großartig auch das ebenfalls schnell dahin galoppierende „At War With Yourself“, bei dem die ganze stimmliche Bandbreite genutzt wird und auch von mit Background-Gesang unterfütterten Vocals Gebrauch gemacht wird, die in Kombination mit den Gitarren eine gewisse Frische in den Refrain bringen, die vielen anderen Power-Bands einfach fehlt.

Geradezu düster drängt sich dann „I Want More“ durch die Boxen, das vor allem durch seine clever eingesetzten Gruppengesänge zu überzeugen weiß und gleich mal deutlich mehr in Kniehöhe rifft als noch die Vorgängertracks. Man verspürt zwar einen gewissen Achtziger-Vibe, der aber zu keinem Zeitpunkt fade oder eingeschlafen wirkt – ein klasse, im wahrsten Sinne heavy Song!

„Far Beyond The Sun“ entpuppt sich dann als fieser Nachvorne-Prescher, bei dem in erster Linie das furiose Drumming hervorgehoben werden muss, zum Finale hin machen ausgerechnet die Bonus Tracks nochmal ordentlich Wind, wobei „Fire“ mit massivem Schlagzeugeinsatz die Wände erneut zum Beben bringt.

„Walk Through Hell“ ist ein überraschend (sorry, Männer!) starkes Album geworden, das sich auch vor Combos wie Iron Maiden nicht verstecken muss, denen vor allem gesanglich mehr als einmal während der knappen Stunde Spielzeit gehuldigt wird. Gerade bei einem Song wie „Prisoner Of Time“ erkennt man noch kleine Schwächen, die aber großflächig ausgemerzt werden konnten. Mit einer ganzen Latte Anspieltipps können die Heilbronner hier punkten – jetzt heißt es abwarten wie und ob ein würdiger Ersatz für Björn gefunden werden kann und will.

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