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Circle Of Execution: The Trial

Zu künstlich und mit zu wenig spürbarem Herzblut
Wertung: 5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 43:55
Release: 22.05.2020
Label: Bleeding Nose Records

Es gab eine Zeit, da konnte man sich auf den Metalcore noch verlassen. Das Prädikat Metalcore stand für geile Screams, Gänsehaut produzierenden Klargesang und eine tighte Instrumentalfraktion, die nach bestem Wissen und Gewissen alles niederwalzte, was sich irgendwie anschickte, sich der geballten musikalischen Macht in den Weg zu stellen. Zunehmend schlichen sich bei immer mehr Bands elektronische Anwandlungen ein, hier ein Sample und dort ein Loop, mit dem Gros davon wollte man recht bald nichts mehr zu tun haben und nur einige wenige Bands konnten die Mischung so überzeugend darbieten, dass man sich die entsprechenden Alben öfter anhören wollte.

Circle Of Execution aus der französischen Schweiz haben die oben genannten Komponenten wie den Wechsel zwischen brutalem und klarem Gesang schon verinnerlicht und mit Fronter Florent Chenorkian einen sehr tüchtigen Aggressor gefunden, die elektronische – ergo künstliche – Komponente mutet auf der neuesten Platte „The Trial“ stellenweise dann aber doch etwas zu raumfordernd an. Gerade ein starker Track wie das druckvolle „Waiting For Death“ hätte a) gut auf das halbherzige Intro verzichten können und b) deutlich mehr von weniger Samples profitiert; vor allem gegen Ende wünscht man sich noch einige schöne Ausraster, die das Stück mit seiner Mischung aus Shouts und fiesem Gekeife, untermalt von melodischen Gitarren, eigentlich zu einem optimalen Metalcore-Song machen.

Solcherlei unterm Strich starke Songs sind auf „The Trial“ ohnehin eher in der Minderheit. Da laufen einem eher Stücke wie „Not Your Slave“ über den Weg, die mit einer uninspirierten Melodieführung und bemüht wirkenden Vocals so gar nicht überzeugen können, „Biological Robot“ mutet dann mit seinem fast gesprochenen Gesang noch einigermaßen spannend an, überstrapaziert die Saitenfraktion aber ganz deutlich, und auch „Freedom Comes“ hat trotz Blastbeats (übrigens fehlt im Line-Up offensichtlich ein Drummer…) und ordentlichem Geschrei kaum Wiedererkennungswert aufzuweisen.

„Your Turn“ mag dann durch ein so oder ähnlich bereits recht häufig verwendetes Intro keinen so spannenden ersten Eindruck machen, beinhaltet aber überraschend gut eingesetzte Melodiebögen, die den Song tatsächlich von dem Großteil der restlichen Tracklist positiv hervorheben. Dünn schaut die Liste der Anspieltipps aber dennoch aus – so richtig kommen Circle Of Execution nicht aus dem Quark, durch den teils recht breit angelegten Sampleteppich und das Fehlen eines menschlichen Drummers hat „The Trial“ einen sehr sterilen und kalten Touch, den sich sehr technisch ausgerichtete Bands durchaus leisten können, der im Metalcore aber immer sehr künstlich anmutet und oftmals negativ auffällt. Für sich alleine stehend ist das zweite Album der Schweizer zwar kein Totalausfall, wird aber kaum öfter in den heimischen Hallen erschallen.

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