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Circle II Circle: Consequence Of Power

Hochklassiger Power Metal mit tollen Einflüssen aus der Vergangenheit und dem Jetzt
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 50:50
Release: 24.09.2010
Label: AFM Records

Gut zwei Jahre musste man sich gedulden, bis nun diesen Monat endlich das fünfte Werk von Circle II Circle erscheint. Noch immer gibt es viele Fans, die dem Ende von Savatage nachtrauern. Diskussionen, wer denn nun der bessere Sänger der Band war, sind bis heute nicht verstummt. Während Jon Oliva mit Jon Oliva’s Pain und dem Trans-Siberian Orchestra (hier zumindest in den USA) für mehr oder weniger große Furore sorgt, hat Zak Stevens seine Band Circle II Circle immer weiter voran getrieben. Der Savatage-Einfluss ist natürlich immer noch präsent und das ist auch gut so. Trotzdem ist doch recht deutlich geworden, dass die Band trotz vieler euphorischer Kritiken immer noch nicht den großen Durchbruch geschafft hat. Ich bin gespannt, ob sich das nun ändert.

Andy Lee eröffnet mit seiner Gitarre das Album, bevor sich langsam und nach und nach der Bass und die Drums dazugesellen. Sehr schöner Spannungsbogen, der da aufgebaut wird, um dann nach knapp einer Minute mit dem eigentlichen Song zu beginnen. Ein herrlich brabbelnder Bass von Mitch Stewart umgarnt den Takt gekonnt. Aber was soll dieser leicht elektronisch verfremdete Gesang? Schönerweise verschwindet er erst mal nach der ersten Strophe und man kann Zaks gutes Organ clean hören. Klasse Power Metal mit einigen eher bedächtigen Teilstücken, welche nur wegen des Gesanges wie im ersten Teil des Songs etwas abgewertet werden.

„Consequence Of Power“ donnert dann etwas zügiger durch die Kalotten der Lautsprecher. Seltsamerweise klingen die Gesangsmelodien bei den Strophen besser als der zu schlicht gehaltene Refrain. Das ist zumindest mal was anderes. Schade, mit einem „größeren“ Refrain hätte man hier dem Song noch die Krone aufsetzen können.

„Out Of Nowhere“ ist dann aber für mich persönlich die größte Überraschung. Der superbe Bass von Mitch eröffnet dieses Groovemonster. Irgendwie knallt das Ding wie eine Power Metal-Version von King’s X. Das Ganze wie für das Genre üblich, aber mit vollem instrumentalem Sound und nicht so reduziert wie bei dem amerikanischen Trio. Coole Nummer mit unglaublich viel Flair.

„Remember“ besorgt es dem Hörer dann im klassischen Midtempo und mit viel Power. Man kann froh sein, dass die Produktion so gut geraten ist, denn jedes Instrument kommt hier hörbar zur Geltung. Das ist nicht immer so, gerade im Power Metal-Bereich werden einzelne Musiker auch mal im Gesamtsound ein wenig verschüttet. Das kräftige Schlagzeugspiel von Johnny Osborn kann genauso überzeugen wie der Rest der Band.

Falls ihr auf der gekauften CD den nächsten Track „Symptons Of Fate“ nicht hören könnt, dann ist das keine Fehlpressung, sondern ein Fehlkauf, da ihr euch nicht für die Digipack Version entschieden habt. Hier ist der Bonustrack nämlich mal mitten im Album versteckt. Mir liegt leider auch nur die reguläre CD-Version vor. Richtig krachende Gitarren zeigen unmissverständlich, welche Energie in der Band steckt. „Mirage“ ist ein echtes kleines Highlight. Härter, krachender und trotzdem mit eher melodischem Refrain ausgestattet, walzt der Track alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.

„Episodes Of Mania“ kommt nach stürmischem Tieftonbeginn doch recht verträumt daher, ohne aber die gewohnte Power vermissen zu lassen. Ein Stück, wie es auch Savatage gerne gemacht hätten. Ein mehr als gelungenes Gitarrensolo, das von dem pulsierenden Rhythmus angetrieben wird. Cool und irgendwie open minded, der Song.

„Redemption“ ist dann ein waschechter Savatage-Song. Besser kann man die alte Band nicht hochleben lassen. Vergleiche zu „Taunting Cobras“ oder „Hall Of The Mountain King“ werden nicht lange auf sich warten lassen. Hört euch mal an, was da am Schlagzeug alles so passiert, am besten über Kopfhörer, das macht richtig Spaß! Sicherlich eines, wenn nicht das Highlight des Albums.

„Take Back Yesterday“ ist da deutlich straigther gestrickt. Ja, auch das beherrschen Circle II Circle. Trotzdem muss man konstatieren, dass dieses gute Stück im Vergleich zu den anderen ein wenig uninteressant wirkt, da man eben die Messlatte schon zu hoch gelegt hat. Viele Bands würden sich bedanken, wenn sie den Song ihr Eigen nennen dürften.

„Anathema“ kommt da direkt mal wieder brutaler daher. Sehr stark, wie die Band sich präsentiert. Fast schon ein wenig erhabene Parts wechseln sich mit moderneren ab, um dann wieder den rockig genialen Groove anzustimmen. Das Piano darf auch mal dem Sound beiwohnen und den Gesamtsound weiter aufwerten. Man könnte das Ganze auch schon fast als vorsichtig progressiv bezeichnen, aber ohne dass der Hörer zu stark gefordert wird.

Den Abschluss bildet dann „Blood Of An Angel“, eine Powerballade erster Güte. Savatage kommen wieder etwas stärker durch und man schwelgt in Erinnerungen und beginnt zu träumen. So kann man wirklich ein großes Finale gestalten. Sehr, sehr schön und gelungen. Man wird quasi gezwungen, sofort die Repeat-Taste zu drücken und von vorne zu beginnen.

Fazit: Circle II Circle haben noch mal einen draufgesetzt. Man braucht einige Durchläufe, bis man die Vielfältigkeit der einzelnen Tracks überhaupt erst in seiner Gänze gehört hat. Das sorgt natürlich dafür, dass das Album eine häufige Rotation im eigenen Player bekommt, da es auch nach über zehn Durchläufen in keinster Weise langweilig wird. Unverständlich, warum die Band noch nicht zu den Großen gezählt wird. Hätte es Savatage nie gegeben, dann wäre das schon eingetreten. Aber auch die neuen, moderneren Einflüsse stehen der Band gut zu Gesichte. Beide Daumen hoch.

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