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Chumbawamba: The Boy Bands Have Won

Ein wirklich ordentliches Album
Wertung: 7/10
Genre: Pop/Rock
Spielzeit: 49:30
Release: 17.03.2008
Label: Westpark Music

Wer sich beim Namen Chumbawamba nun am Kopf kratzt und sich fragt, woher er nochmal diesen Bandnamen kennt, dem sei nur der Megahit „Tubthumping“ aus dem Jahre 1997 nochmal in Erinnerung gerufen. Diese Perle moderner Musik wird wohl jeder von euch kennen und ein nochmaliges Anhören des Songs wird unweigerlich zu einem für viele Tage wiederkehrenden Ohrwurm führen. Nun liegt mir das aktuelle Album der Briten vor, welches auf den ersten Blick auf den Namen „The Boy Bands Have Won“ hört. Um ganz korrekt zu sein ist „The Boy Bands Have Won“ allerdings nur der erste Teil eines rund 156 Wörter (!!!) umfassenden Albumtitels. Eine Idee, die ich jedenfalls unheimlich originell finde. Originell ist zudem der stimmungsvolle, leicht angefolkte Pop/Rock der u.a. mit Ukulele, Trompete und Akkordion „bewaffneten“ Briten, welcher uns auf „The Boy Bands Have Won“, geboten wird. Die Scheibe enthält insgesamt 25 Songs, was erstmal nach einer wahnsinnig langen Spielzeit klingt, doch dabei muss man sich vor Augen halten, dass sieben Songs unter einer Minute lang bzw. kurz sind und sechs weitere die zwei Minuten – Marke nicht überschreiten.

Mit dem ruhigen nur aus Gesang und Akustikgitarre bestehenden Opener „When An Old Man Dies“, welches ich allerdings eher als Intro ansehe, startet man in das Album, bis dann das erste Albumhighlight „Add Me“ erklingt. Dieses verfügt über eine tolle, eingängige Strophe, bei der der Gesang und die Gitarren von Akkordeon und Trompete begleitet werden, und einen schönen Refrain, bei welchem gar ein wenig Beatles – Flair aufzieht. In ganz ähnlichen Regionen – in musikalischer und qualitativer Hinsicht – spielen auch die eingängigen „All Fur Coat & No Knickers“, „Charlie“ oder „Hull Or Hell“ (mit coolen Chören im Refrain), die alle drei richtig schöne Ohrwürmer abgeben. Wesentlich trauriger und nachdenklicher präsentieren sich Chumbawamba bei tiefgehenden Balladen wie „Word Bomber“ oder „Waiting For The Bus“, die ich sogar eher im Singer/Songwriter – Genre ansiedeln würde.

Abwechslung bietet das Album auch mit einigen kürzeren, so gut wie nur aus mehrstimmigem Gesang bestehenden Songs („Words Can Save Us“, „El Fusilado“, „Sing About Love“ oder „Rip RP“), wobei sich gerade „El Fusilado“ schwungvoll in den Gehörgängen festsetzt. Eher unspektakulär sind in meinen Augen die Songs, in denen weiblicher Gesang im Vordergrund steht („Unpindownable“ oder „Refugee“). Ich weiß nicht genau warum, aber ich persönlich favorisiere die Band klar dann, wenn die weiblichen Stimmen eher begleitend eingesetzt werden. Zudem können das recht nervige „(Words Flew) Right Around The World“ oder das langatmige „Compliments Of Your Waitress“ mich nicht überzeugen.

Ebenfalls nicht ganz verstehen kann ich die Tatsache, dass die Band dermaßen viele „Kurzsongs“ auf diesem Album platziert hat. Klar, einige davon sind nett anzuhören (wie bereits vorher zu lesen war), doch wirkt das Album dadurch leider recht unstrukturiert und in seiner Gesamtheit etwas zerrissen, was den Zugang zu diesem Album unnötig erschwert und diesem dadurch ein wenig Hörfreude entzieht. In diesem Fall wäre eine kürzere Trackliste vielleicht wirklich sinnvoller gewesen.

Fazit: „The Boy Bands Have Won“ ist eigentlich ein wirklich ordentliches Album, das allerdings auch einige Schwachstellen hat. Dennoch können Freunde von intelligentem Pop gut und gerne mal ein Ohr riskieren und sich so selbst ein Bild von der eigenwilligen, schwer zu beschreibenden Musik der Briten machen.

Übrigens wartet „The Boy Bands Have Won“ mit prominenten Gästen auf (u.a. Oysterband, Robb Johnson oder Roy Bailey).

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