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Chuan Tzu: Metachaos

Einfach nur: WOW!
Wertung: 9/10
Genre: Prog Thrash Metal
Spielzeit: 57:56
Release: 17.03.2009
Label: Eigenproduktion

Die mir noch absolut unbekannte Band mit dem eher ungewöhnlichen Namen Chuan Tzu hat vor kurzem ihr Demodebut abgeliefert. „Metachaos“ ist der Name der CD. Ohne wirkliches Wissen, was mir denn nun bevorsteht lege ich den Silberling in den Player und lausche dem Geflüster und den mechanisch wirkenden rotierenden Tönen. Wenn das mal nicht gleich laut wird, denke ich noch. Aber dann kommt eine einsilbige Stimmprobe eines emulierten Chors, zaghaft erklingt eine Gitarre und der „Prologue“ ist vorbei.

„Entitled“ schießt dann aus den Lautsprechermembranen. Richtig starker Thrash Metal der Gattung Machine Head lässt den Hörer kräftig moshen. Man setzt auf Power und viel Abwechslungsreichtum, gerade bei Geschwindigkeit und Melodie. Die Gitarren erweisen dem Maschinenkopf-Meilenstein „Burn My Eyes“ eine wirkliche Huldigung. Wow, sehr stark. Da kreist das Haupthaar voller Bewegungsdrang.

„Deathened“ kann nach dem Opener zwar nicht ganz mithalten, weiß aber trotzdem mehr als nur zu überzeugen. Zur Hölle, das Album knallt wirklich. Der Sound ist für ein Demo wirklich gut gelungen, auch wenn vereinzelt auffällt, dass dies keine 100.000 Dollar- Produktion ist. Die Band geht mit richtig gutem Groove zu Werke und meint auch nicht, den Sound überladen zu müssen. Toll, was die Band da mit Unterstützung von Christian Maier gezaubert hat.
„Here. Before.“ wirkt dann anfänglich ein wenig zu straight. Sänger Markus Krutzik, welcher eher shoutet, hätte hier vielleicht mal ein paar tiefe Growls ausprobieren können. Ein sehr angenehmer Hauch Progressivität wird durch den sehr schönen ruhigen Part in der Mitte des Songs angedeutet. Die Machine Head-Anklänge sind hier fast gänzlich verschwunden. Aber auch das gefällt sehr, denn die Band hat wirklich ein gutes Gespür für Arrangements und Melodien.

„Tautology“ geht dann richtig in die Prog Metal-Ecke, was aber sehr gut funktioniert. So etwas hätte ich nach den ersten beiden Songs sicher nicht von der Band erwartet. Thomas Vidovic zeigt, welche Bandbreite er mit seiner Gitarre abdecken kann. Das Ganze wirkt aber nie erzwungen, sondern irgendwie relaxt. Speziell bei diesem Song sorgt Markus Krutzik zusätzlich für dieses seltsame Feeling. Ein echter Leckerbissen.

„Fourst“ groovt erstmal kräftig los, bevor man sich in etwas hasserfülltere Vocals ergibt. Nur kurze Zeit später geht es dann abgedreht weiter, um wiederum zum eigentlichen Thema zurück zu kehren. Speziel Florian Lehner weiß hier einige sehr positive Akzente zu setzen. Dazu dann das gelungene Schlagzeug, ja, was will man denn noch mehr?

„Empty“ beginnt mit einem von Maximilian Vidovic gespielten Klavier, sehr schmusig, trotz der teilweise etwas hart angeschlagenen Töne. Markus singt clean mit einer wohlig warmen Stimmfarbe. Gastmusiker Georg Lenz untermalt das Ganze mit gefühlvollen Cellopassagen - überraschend, was Chuan Tzu hier abliefern. Etwas mehr Prägnanz in der Vocalline und man könnte an einen Hit glauben.

„-istoid“ klingt bei den gegrowlten Vocals etwas seltsam, aber das bildet einen guten Kontrast zu den bewusst gelangweilt klingenden cleanen Parts. Die Gitarre sorgt für viel Stimmung und überzeugt auf ganzer Linie, was man auch von dem gefühlvollen Ende des Songs sagen kann.
„Deva-State“ begeht den abwechslungsreichen Weg weiter. Ruhige Parst wechseln sich mit energetischen ab und das, ohne irgendwie aufgesetzt zu wirken.

„Aside“ stellt da auch keine Ausnahme dar, aber das muss es auch nicht, denn die Musik ist ja auch so sehr abwechlungsreich und gespickt mit Überraschungen. Da werden dann die ruhigen Passagen auch mal mit eher Sepultura-artigen Klängen abgelöst. Coole Symbiose aus verschiedenen Stilrichtungen, die in ein kunterbuntes Gesamtkunstwerk zusammengefügt und dann auch noch mit Markus´ Stimme ohne Instrumentierung zu Ende geführt werden.

Mit langem Intro beginnend entwickelt sich dann auch „Metachaos“ zu einem langsamen Thrasher. Trotz alldem darf natürlich die Portion Progressivität nicht fehlen, die per Hand getrommelten Passagen sorgen wieder einmal für erstaunte Blicke. Cool, auch wenn ich mir hier die Vocals vielleicht ein wenig brachialer gewünscht hätte. 

Fazit: Eine faustdicke positive Überraschung ist das Quartett. Wenn man bedenkt, dass es sich hier erst um das Debut handelt, dann kann man der Band nur eine rosige Zukunft vorhersagen. Ich bin allerdings gespannt, ob sie es schaffen, das Material mit nur einer Gitarre live gut umzusetzen. Guter Sound und mehr musikalische Überraschungen, beziehungsweise Experimente als es wohl Bands wie AC/DC oder Motörhead in ihrer gesamten Laufbahn gemacht haben.

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