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Chthonic: Relentless Recurrence

Cradle Of Filth aus Taiwan
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 56:54
Release: 01.06.2007
Label: Deathlight Records

Chthonic...war mir nie ein Begriff. Und es würde mich wundern, wenn es da vielen anders ergehen würde. Umso mehr war es mir ein Rätsel, als ich mir die beiden „Promos“ der Band ansah, bei denen es sich bereits um die vollwertige Kaufversion in einer wirklich edlen Aufmachung handelte. Doch tatsächlich sind Chthonic kein unbeschriebenes Blatt, denn die Band aus Taiwan gibt es nun schon seit 10 Jahren und sind unter anderem Gewinner des „Golden Melody Award“, dem „Grammy Award“ aus Ostasien. Zudem sind Chthonic auf dem Ozzfest, dem diesjährigen Wacken Open Air, begleiten Nile auf ihrer US-Tour und Marduk auf ihrer Europa-Tour. Also, wer zum Teufel sind nun Chthonic?

Kurz und knapp: Sie sind Cradle Of Filth aus Taiwan.

Natürlich gibt es Unterschiede, aber wie jede Band muss sie sich einen Vergleich unterziehen und Chthonic klingen nun mal vom Stil absolut nach Cradle Of Filth, das meine ich allerdings nicht negativ. Die Produktion von „Relentless Recurrence“ ist sehr gut und lässt eigentlich kein meckern zu. Aber die Songs?

Nach dem netten Intro „Nemesis“ geht es los mit „Onset Of Tragedy“, bei dem gleich eines auffällt : Synthesizer und eine Oriental 2-String Violine, in späteren Songs auch ein Piano, prägen das Gesamtbild von Chthonic. Der Song an sich ist solide, aber nichts Besonderes. Das folgende „Obituary Tuning“ ist ein etwas in die Länge gezogenes Instrumental, bevor es mit zwei vollwertigen Songs weitergeht.

„Grievance, Acheron Poem“ geht nach einiger Zeit recht fix zur Sache und auch „Revert To Mortal Territory“ hat seine Momente. Allerdings ist die Balance zwischen Band und Synthesizer irgendwie in die Hose gegangen und der Synthesizer macht mehr kaputt als die Songs hörenswert. Zudem ist das Hintergrundgesäusel der Bassistin bei „Revert To Mortal Territory“ unglaublich monoton und nervig. Reinfälle sind die Songs keineswegs, halt nur nicht sonderlich interessant.

Ab dem letzten Instrumental dieser Platte, und zwar „Funest Demon Born“ ziehen mich Chthonic endlich in ihren Bann. Denn hier klingt die Melodie der Violine wirklich wunderbar melancholisch und wird dann vom Black Metal, der sich langsam einfädelt, perfekt abgelöst und leitet den besten Song von „Relentless Recurrence“ ein. Dieser heißt „Vengeance Arise“ und hat es wahrlich in sich. Der Einstieg ist klasse, das Riff allererste Sahne und endlich passt auch der Synthesizer in den Song. Das die Bridge auch noch eins von der ruhigen Sorte ist, bevor es vom Gekeife des Frontmanns wieder unterbrochen wird, bringt auch noch die nötige Abwechslung hinein. Definitiv ein Hit dieser Band!

„Slaughter in Tri-Territory“ ist zwar nicht so gut wie „Vengeance Arise“, geht allerdings auch eine etwas andere Richtung, etwas atmosphärischer und mit schönem Solo am Ende. Das folgende „Grab The Soul Of Hell“ beginnt sehr stampfend und kann dann beim Anziehen des Tempos mit einem sehr coolem Thrash-Riff auffahren. Hier passen auch die Synthesizer wieder gut ins Bild und auch die Violine findet wieder ihren Einsatz. Gegen Ende wird der Track auch wieder melodischer und zeigt, dass Chthonic doch einiges zu bieten haben.

Der Titeltrack ist zugleich der Hiddentrack und beginnt knappe 3 Minuten nach „Grab The Soul Of Hell“. Hier feuern Chthonic wieder aus allen Rohren, aber mit dem Songgefühl der letzten Songs der Platte und nicht dem der ersten fünf, bei dem der Gitarrist abermals sein Gespür für Melodien unter Beweis stellt. So hat die Band aus Taiwan ab der Hälfte dann doch noch die Kurve bekommen und die Platte gut abgeschlossen.

Das Digi-Pack an sich lässt keine Wünsche offen, Songtexte auf Englisch und Taiwanesisch plus nette Hochglanzfotos, die eher künstlerischer Natur sind und wohl zum Gesamtkonzept der Platte gehören.

Dass die Taiwanesen von Chthonic nun auch in Europa und den USA Fuß fassen möchten, kann ich verstehen und das Potential haben sie definitiv. Auch wenn sie nun mal stark nach Cradle Of Filth klingen, so haben sie doch noch ihre eigene Note ins Klangbild packen können.

Fazit: Für das nun hier veröffentlichte „Relentless Recurrence“ Album von 2002 kann ich eigentlich schnell sagen: Die ersten fünf Songs der Platte klingen zwar, wirken aber unausgereift. Ab dem sechsten Track schaffen es Chthonic meiner Meinung nach, Black Metal mit Synthesizern, Piano und Violine perfekt zu mischen und können somit auch einen guten Standard an Qualität halten. Doch das Zweiergespann „Funest Demon Born / Vengeance Arise“ bleibt für mich unerreicht und bleibt der Höhepunkt der Platte. Doch sollte man Chthonic wenigstens einmal gehört haben und Leute, die Cradle mögen, sollten auch ihre Freude an dieser (für uns) neuen Band aus Taiwan haben.

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