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Chthonic: Mirror Of Retribution

Black Metal aus Fernost
Wertung: 7/10
Genre: Symphonic Black Metal
Spielzeit: 50:58
Release: 21.08.2009
Label: Spinefarm Records

 Schon zum vierten Male dürfen sich Chthonic (ein griechisches Wort, was sinngemäß „Geister der Unterwelt“ bedeutet) über ein Review auf unserer Seite freuen. Wie man mit einem kurzen Klick auf die Verlinkung leicht herausfinden kann, kamen sie dabei aber bisher nicht über das Mittelmaß hinaus. Ich erspare mir an dieser Stelle mal genauere Exkurse über die taiwanische Herkunft der Band (in ihren lesenswerten Texten geht es sehr politisch zu), denn einen Exoten-Bonus kann und sollte man nicht verteilen. Auch über das, sagen wir mal, eigenwillig und etwas albern aussehende Bandfoto decke ich mal den Mantel des Schweigens. Denn immerhin höre ich sehr gerne Running Wild, von daher sollte ich über bleich geschminkte Asiaten mit seltsamen Gesichtsausdrücken nicht spotten. Aber ich schweife ab...

Die Musik des Quintetts lässt sich am besten mit einem Zitat aus dem Review ihres Albums „Relentless Recurrence“ zusammenfassen: „Kurz und knapp: Sie sind Cradle Of Filth aus Taiwan.“ Da das aber ein wenig dürftig ist, werde ich ein wenig mehr ins Detail gehen. Chthonics größter Einfluss ist ohne Zweifel die „Schmutzwiege“ aus England, obwohl auch leichte Anleihen der Dimmu Borgir-Alben „Spiritual Black Dimensions“ und natürlich „Enthrone Darkness Triumphant“ offensichtlich sind. Die Band geht also nicht so bombastisch zu Werke, wie es ihre beiden Vorbilder mittlerweile regelmäßig tun, sondern die Taiwanesen gehen richtig in die Vollen.

Nach einem in die Irre führenden Intro namens „Autoscopy“ keift sich Freddy Lim durch „Blooming Blades“ und zeigt, dass er seinen Dani Filth gelernt hat. Ihr merkt, Originalität müsst ihr woanders suchen, einen gewissen Reiz kann man dem Fünfer aber nicht absprechen. Sie gehen mit der richtigen Attitüde an die Sache und haben pfeilschnelle Gitarrenmelodien zu bieten. Die Songs sind (in ihrem eng gesteckten Rahmen) durchaus abwechslungsreich, wirken aber eher wie eine geschlossenen Einheit, so dass sich kein „Hit“ herauskristallisiert.

Trotzdem ist „Mirror Of Retribution“, gemessen an den mir bekannten Songs der Band, ihre bisher stärkste Platte geworden, da sie dem Keyboard nicht mehr so viel Platz einräumt, sondern es eher songdienlich einsetzt. Ein weiterer Pluspunkt ist die wirklich hervorragende Produktion, die jedes Instrument klar zur Geltung bringt und ordentlich knallt. Man hört der Band eben auch hier die Erfahrung ihrer bereits mehr als zehnjährigen Karriere an. Das Beste ist aber ein kleiner Aspekt der Musik, die Chthonic trotz all der offensichtlichen Einflüsse unverkennbar macht. Sie verstehen es nämlich meisterhaft, die sogenannte Erhu, ein traditionelles chinesisches Streichinstrument, in das Riffmassaker einzubauen. Diese Stellen sind auch immer die Highlights der jeweilligen Songs.

Wenn Chthonic sich mehr auf diese Elemente einlassen würden, könnten sie sich auch außerhalb ihres Landes einen höheren Bekanntheitsgrad erspielen. Als Beispiel seien hier die stilistisch völlig anders gearteten Mägo De Oz genannt, denen selbiges Kunststück gelang. Ohne dies laufen sie nämlich Gefahr, auf dem übersättigten Markt zu versinken, da das Genre des Symphonic Black Metal in unseren Breitengraden nun wahrlich nicht das Kleinste ist. Wer sich nach den alten „Dusk And Her Embrace“ oder „Cruelty And The Beast“ Zeiten zurücksehnt, sollte der Band ein Chance geben.

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