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Chrome Division: 3rd Round Knockout

Bisher beste Scheibe von Shagraths Zweitband
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal, Rock'n'Roll
Spielzeit: 42:07
Release: 06.05.2011
Label: Nuclear Blast

Dass Chrome Division die zweite Spielwiese von Dimmu Borgir-Frontmann Shagrath ist, dürfte vielen bekannt sein – während der Multiinstrumentalist bei seiner Hauptband seine extremere Seite auslebt (ja, ich weiß, beim Wort „extrem“ in Zusammenhang mit Dimmu Borgir werden die meisten Black Metaller nur müde lächeln; geschenkt) und in erster Linie das Mikro schwingt, hat er sich bei Chrome Division – wie bereits der Name andeutet – eher rock’n’rolligeren beziehungsweise klassischen Heavy-Metal-Klängen verschrieben und sich hier die Gitarre umgeschnallt.

Der Titel der Platte lässt es schon erahnen – „3rd Round Knockout“ ist das dritte Album der Norweger und markiert einen ersten nennenswerten Umbruch im Bandgefüge, da Sänger Eddie Guz seit 2009 nicht mehr Teil der Band ist und mittlerweile durch Pål Mathiesen (vielen vielleicht besser unter seinen Pseudonymen Athera oder Shady Blue und als Sänger von Susperia bekannt) ersetzt wurde. Einen wirklichen Unterschied bemerkt man in dieser Hinsicht oberflächlich betrachtet zunächst kaum, da Athera mit ähnlich versoffen-rauer Stimme grölt wie sein Vorgänger, was zur Musik natürlich bestens passt. An der Attitüde selbst hat sich nicht viel geändert; nach wie vor riecht die Mucke förmlich nach Bier und Motorradabgasen, und die Bilder von sonnenbebrillten, stämmigen Rockern, die sich in einer Heavy-Metal-Bar und/oder einem Stripclub einen hinter die Binde gießen und dabei den Anblick hübscher Mädchen genießen, kommen automatisch in den Sinn. Jawohl, diese Jungs lassen wirklich kein Klischee aus, davon hatte man sich schon anno 2006 mittels des allerersten Videoclips „Serial Killer“ überzeugen dürfen, und wenn man sieht, dass der erste Track mit „Bulldogs Unleashed“ betitelt wurde und hört, wie eine Dame zu Beginn des zweiten Songs „7 G-Strings“ (cooler Titel) lasziv „I love to eat pussy“ haucht, weiß man, wie der Hase läuft.

Und musikalisch gesehen durfte man selbstredend ebenfalls keine Rundumerneuerung oder Revolutionäres erwarten, ein paar Veränderungen sind indes allerdings schon zu verzeichnen, zum Glück ausschließlich in positiver Hinsicht. Die ersten beiden Alben „Doomsday Rock’N’Roll“ und „Booze, Broads And Beelzebub“ waren durchaus okay, krankten hier und da aber doch am Mangel wirklich zündender Einfälle, und insbesondere die erste Scheibe hörte sich doch etwas zu gleichförmig an. Auf „3rd Round Knockout“ hat man nun eine Schippe drauf gelegt, und auch wenn man noch immer nicht ganz die Klasse von beispielsweise i oder gar Motörhead erreicht, klingt das Endresultat dennoch erfreulich inspirierter und knackiger als die beiden Vorgänger, was mehrere Gründe hat. Zunächst einmal tönt der Sound noch transparenter und mit noch mehr Schmackes aus den Boxen, auch wenn man sich diesbezüglich bisher bestimmt nicht beklagen konnte.

Dann hat man sich arrangementtechnisch gesehen ganz klar in eine anspruchvollere Richtung entwickelt, denn es wird mehr Wert auf Abwechslung gelegt: Die Gitarren braten nicht einfach nur stumpf vor sich hin, wie bislang zu einem nicht unerheblichen Teil der Fall, sondern es wird auch mal die ein oder andere Harmonic-Stimme hinzugefügt, cleane Passagen eingebaut und mehr und qualitativ bessere Soli zum Besten gegeben. Das Songwriting ist allerdings insgesamt viel besser und abwechslungsreicher geworden, auch weil die Gesangslinien stark verbessert wurden. Athera singt – ohne seinem Vorgänger zu nahe treten zu wollen und ohne wie erwähnt das versoffene und rotzige Element zu vernachlässigen – einfach vielseitiger und hat melodischere und eingängigere Vocallines in petto. Das bemerkt man recht schnell, wenn man dann eben doch mal unter der Oberfläche kratzt.

Dabei sind gelungene Nummern wie das gleich ordentlich einheizende und treibende „Bulldogs Unleashed“ herausgekommen (ein glänzender Opener mit Motörhead-Schlagseite), das zwischen einem sehr melodischen Refrain und tief dröhnenden Klampfen in der Strophe pendelnde „7 G-Strings“, die sehr hymnischen „Join The Ride“ und „Satisfy My Soul“, der rotzige Speedrocker „Unholy Roller“ oder (klares Highlight!) der mit Mundharmonika und viel Southern-Rock-Flair ausgestattete Bluestrack „The Magic Man“. Sicher, nicht alle Stücke bewegen sich auf Topniveau (bei „Fight“ zum Beispiel wird zu lange auf dem Refrain herumgeritten, und das Johnny Cash-Cover „Ghost Rider In The Sky“ dürfte auf ein ähnlich geteiltes Echo treffen wie die ZZ Top-Neuinterpretation von „Sharp-Dressed Man“ auf „Booze, Broads And Beelzebub“), und es gibt hier nichts, das man nicht schon mal in ähnlicher Form gehört hätte, aber dass wir hier trotzdem eine gute Scheibe vorliegen haben, steht außer Frage. Unterm Strich macht das 7,5 Punkte.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann