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Chris Caffery: House Of Insanity

Handwerklich gutes Album, welches aber nicht ganz überzeugen kann
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 67:38
Release: 10.07.2009
Label: AFM Records

Chris Caffery veröffentlicht nun nach zweijähriger Pause mit „House Of Insanity“ seinen vierten Longplayer. Vielen wird Chris vor allem durch seine frühere Arbeit als Gitarrist bei Savatage oder beim Trans Sibirian Orchestra bekannt sein. Seit einigen Jahren ist er nun als Solo-Künstler unterwegs. 

„House Of Insanity“ bietet eine Mischung aus Power und Heavy Metal. Chris übernimmt dabei neben dem Songwriting und der Gitarrenarbeit auch den Gesang. Dies führt dazu, dass die Gitarre, die Vocals und die Struktur der Songs in den Vordergrund gerückt und besonders betont werden.

Die Songs sind tempomäßig durchgehend im mittleren Bereich und etwas rockig gehalten.  „Seasons Change“ und „I Won‘t Know“ zeichnen sich vor allem durch die starke melodische Prägung aus. Im Refrain unterstützen zusätzlich einige Backingvocals den Gesang von Chris, der im etwas höheren Bereich anzusiedeln ist. Während bei „Seasons Change“ die Drums teilweise etwas zu roh klingen, so sind sie bei „I Won‘t Know“ besser eingebracht. Im Intro bieten sie hier mit einzelnen harten Schlägen einen interessanten Kontrast zur Gitarren-Melodie, im weiteren Verlauf geben sie stampfend das Tempo vor.

Das Gegenstück zu diesen beiden Titeln bildet „Big Brother“. Hier wird nun der Rhythmus stärker betont, was zu Beginn für einige Verwirrung sorgen mag, da die verschiedenen Instrumente nicht demselben Rhythmus folgen, was einen chaotischen Höreindruck hinterlässt. Erst als das Schlagzeug das Tempo steigert, wird es besser, obwohl es immer noch recht abgehackt ist.

Zuweilen findet man in der Gitarrenarbeit und in den vielen qualitativ anspruchsvollen Solos auch einige progressive Elemente. So kann man das etwas frickelige „The Fleas“ als Beispiel nennen. Ebendieses Stück braucht durch seine etwas schrägen, atonalen Klänge ebenfalls etwas länger, um sich dem Hörer gänzlich zu erschließen.

„Solitaire“ und „I‘m Sorry“ können weiterhin durch schöne Klavierarbeit aufwarten. Bei „Solitaire“, welches einige Anleihen an Savatage enthält, findet man einige eingeschobene Piano-Passagen, während das eher ruhige und traurige „I‘m Sorry“ mit einem Klavier-Intro aufwarten kann.

Chris Caffery scheint zudem Gefallen an Balladen gefunden zu haben. So findet man auf „House Of Insanity“ gleich drei an der Zahl. „Madonna“ ist die erste und wird durch Akustikgitarre und unterstützenden Backingvocals getragen. Im Verlauf der Songs wird es melodischer und es kommen erste Anzeichen von Atmosphäre auf. „Back‘s To The Wall“ ist wohl eher als Halbballade zu bezeichnen. Schon zu Beginn liefern sich Akustikgitarre und E-Gitarre ein interessantes Wechselspiel. Der Track steigert sich langsam und wird dezent episch. „Winter In Hamburg“ ist im Vergleich zu den anderen beiden etwas kitschig geraten und kann auch durch die eingeschobenen deutschen Passagen nicht so recht punkten.

Bis dato ein annehmbares Album, aber es gibt auch einige negative Aspekte im Zusammenhang mit dem neuen Album: Die letzten beiden Stücke „No Matter What“ und das Bob Marley-Cover „Get Up - Stand Up!“ bleiben qualitativ weit hinter den anderen zurück. Vor allem das Cover enttäuscht, denn es hat mit dem Original fast kaum noch etwas zu tun und der Groove, welcher den Titel normalerweise auszeichnet, ist vollkommen verloren gegangen.

Ein weiteres Manko des Album ist der fehlende Hintergrund. Man hat Gitarre und Gesang so stark in den Vordergrund gerückt, dass der Rest scheinbar vernachlässigt wurde, was dazu führt, dass durchgängig sämtliche Atmosphäre fehlt. Die Songs wirken unvollständig und vom Klangbild her sehr dünn. Es fehlen Akzente, wodurch die Tracks eher nur vor sich hinplätschern ohne wirklich im Gehör zu bleiben.

Dadurch, dass die Spielzeit im Durchschnitt etwa fünf Minuten beträgt und das Tempo ständig gebremst wird, kommt nach einiger Zeit ein leichtes Gefühl von Langeweile auf. Es fehlen einfach Power und Spritzigkeit. Weiterhin vermisst man den Innovationsreichtum früherer Werke. Man versucht hier nichts Neues und orientiert sich wieder etwas mehr an Savatage und Co.  

Fazit: „House Of Insanity“ ist zwar handwerklich ein gutes Album, jedoch kann es klanglich kaum überzeugen. Die Songs plätschern ohne Akzente vor sich hin und lassen den Hörer kaum aufhorchen. Von der Qualität der Band-Alben, an denen Chris als Gitarrist mitgearbeitet hat, ist sein Solo-Longplayer noch weit entfernt. Schade, denn dass er sein Handwerk versteht, weiß man, jedoch hapert es stark an der Umsetzung.

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