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Choking On Illusions: Rest/less

Ein Album für draußen
Wertung: 7/10
Genre: (Melodic) Hardcore
Spielzeit: 29:48
Release: 27.03.2015
Label: Bastardized Recordings

Bands der gängigen modernen Core-Sparten haben meist mindestens zwei Dinge gemeinsam: einen richtig coolen Bandnamen (darüber lässt sich streiten...; Anm. d. Red.) und (nicht immer, aber oft) ein ebenso cooles Artwork. Choking On Illusions aus Saarbrücken können unter diese beiden Punkte zumindest für ihr neues Album „Rest/less“ schon mal ein Häkchen machen, denn das Cover der mittlerweile zweiten Full-Length-Scheibe schaut so richtig schön hippiemäßig aus und bietet damit einen angenehmen Kontrast zur Hardcore-lastigen Musik der Truppe. Obwohl: So ein bisschen Optimismus fließt schon in den musikalischen Strömen der elf Tracks mit, ballert der klassisch aufgestellte Fünfer doch nicht nur saftig drauflos, sondern bindet auch einige schön eingesetzte Melodien mit ein.

Kein Wunder, dass man sich die Bühne schon mit internationalen Kollegen wie Comeback Kid, Terror oder Evergreen Terrace teilen konnte und durfte, und den Fans der genannten Bands dürfte auch das gut halbstündige „Rest/less“ gefallen, bietet es doch genug Raum zum Two-Step-Tanzen, für Circle Pits, Walls Of Death, oder auch einfach nur zum Augenschließen und Genießen.

Dabei erfinden die Jungs natürlich nicht das Rad neu, halten es aber immerhin in Schuss und machen ihre Sache dabei zumindest so gut, dass man sich die Platte einige Male anhören kann, ohne dass Langeweile aufkommt. Bei der schieren Masse an (deutschen) Corebands und der dadurch entstandenen Sättigung der Musikschreiberlinge und -fans ist das ja schon mal einen Daumen nach oben wert.

Nach einem stilvollen, ruhigen Intro legt der Titeltrack gleich mit dem typisch galoppierenden Schlagzeug los, in den Strophen spuckt Sänger Mario den Text trotzig heraus, der Refrain steht dann auf einem schönen Melodiegerüst mit klarem Gesang.

Schon hier wird klar: Man sollte „Rest/less“ nicht drinnen hören. Vor allem die Melodiebögen ziehen einen hinaus in die Welt, mit den Ohren versteckt unter dicken Kopfhörern und Choking On Illusions als Soundtrack für Sonnenuntergänge, Gewitter und andere Naturschauspiele. Das mag jetzt in seiner Hippiehaftigkeit zum Cover passen, ist aber ganz ernst gemeint: In erster Linie scheint die Platte dafür geeignet, sich einfach mal fallen zu lassen. Bestes Beispiel hierfür ist „Left Unsaid“ mit seinen flirrenden, sphärischen Gitarren, die scheinbar aus dem Nichts aufflammen und genau richtig scheinen, wenn man beispielsweise in einem überfüllten Zug sitzt und vor dem Fenster die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht.

Ans Herz legen kann man „Rest/less“ vor allem Fans der Coreszene, die nichts gegen die Mischung aus Härte und Melodie haben. Verfechter des klassischen Hardcore sollten hier eher vorsichtig reinhören, da Choking On Illusions doch eine sehr moderne Schiene fahren.

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