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Chimaira: Crown Of Phantoms

Kompositorische Katastrophe
Wertung: 3,5/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 49:25
Release: 09.08.2013
Label: Branch Records/ SPV

Ob Mark Hunter inzwischen noch immer nicht realisiert hat, dass er mit seiner Truppe langsam aber sicher am Ende einer Einbahnstraße angekommen ist? Mit dem Ausstieg von Riffmeister Rob Arnold ist bei Chimaira eine weitere treibende Kraft verlorengegangen, die spätestens beim Songwriting zur neuen Platte eine sehr deutliche Lücke hinterlassen hat, die in vielerlei Hinsicht für den Bandsound nicht zu ersetzen scheint. „Crown Of Phantoms“ ist der wohl deutlichste Beleg für die Einfältigkeit, mit der die Gruppe inzwischen ans Werk geht – und für die Langeweile, die der einstige Impulsgeber der New Wave of American Heavy Metal symbolisiert.

Auf „Crown Of Phantoms“ scheinen Chimaira schlicht und einfach den Blick für das Wesentliche verloren zu haben. Zwar geistern auf der aktuellen Scheibe auch tonnenweise mächtige Riffs herum, doch die Ideen, in denen das Ganze verwirklicht wird, sind mehr als nur träge, die Songs gähnend langweilig, und die Bösartigkeit, mit der das Sextett an die Sache herangeht, verpufft auch mit jeder weiteren Sekunde. Um es mal ganz simpel zu formulieren: Das Material von „Crown Of Phantoms“ ist total abgestumpft und reizarm. Die Songs siechen vor sich hin, das fast schon einheitlich reduzierte Tempo nervt auf Dauer, die einst immer mal wieder eingeschobenen Melodien sind auch nur noch marginale Erinnerungen, und Hunter mit seinem nach wie vor forschen Gebrüll nervt auch Dauer auch gewaltig, weil seine Stimme trotz massiver Wucht äußerst unflexibel bleibt.

Gerade in der zweiten Hälfte erfährt das neue Album dann einen qualitativen Totalabsturz: Langsames Gebolze mischt sich hier mit Allerwelts-Arrangements, und bevor man sich versieht, wandert der Finger gerne auch mal auf die Skip-Taste, damit man sich das blutleere Einerlei ersparen kann. Das gab es trotz einiger Schwächephasen im Chimaira-Katalog bislang auch noch nie.

Es bleibt also offen, was mit der Band passieren wird, wo das Line-up schon seit Jahren sehr instabil ist und die kreativen Triebfedern von Bord gegangen sind. Sollte das Bestmögliche jedoch weiterhin das sein, was man auf „Crown Of Phantoms“ platziert hat, sollten sich Hunter und Co. ernsthaft Gedanken machen, ob der Fortbestand von Chimaira unter diesen Voraussetzungen noch Sinn macht. Die ersten Gedanken hierzu hatte der Fronter ja unlängst geäußert, und angesichts dieser kompositorischen Katastrophe mag man da auch nicht mehr widersprechen wollen.

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