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Children Of Bodom: Skeletons In The Closet

Partykompatibles Coveralbum
keine Wertung
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 66:00
Release: 18.09.2009
Label: Spinefarm Records

Neben der Leidenschaft für Metal und dem Hang, sehr viel zu fluchen, haben Alexi Laiho und der Verfasser dieser Zeilen noch etwas gemeinsam, wie ich kürzlich feststellen durfte: Nämlich einen Faible für die Filme der Coen-Brüder, insbesondere den Kultstreifen „The Big Lebowski“ (in welchem passenderweise über 250 Mal das Wort „fuck“ verwendet wird), für den ich an dieser Stelle gleich mal etwas Schleichwerbung mache.

Aus dem Soundtrack dieses Films nämlich haben Children Of Bodom mit „Lookin’ Out My Back Door“ und „Just Dropped In“ (im Original von Creedence Clearwater Revival beziehungsweise Kenny Rogers) gleich zwei Songs gecovert und auf vorliegendes Album gepackt. Allerdings haben die Bodomkinder laut eigenen Angaben sämtliche Coverversionen, die sie im Laufe der Jahre eingespielt haben, stets mit Bedacht ausgewählt, da sie immer etwas mit dem jeweiligen Song verbinden – wenn man vom Spaßfaktor, den Coverversionen ja eigentlich immer irgendwo haben, mal absieht.   

Man weiß beispielsweise, dass Alexi unter anderem mit W.A.S.P. und Iron Maiden – die  auf „Skeletons In The Closet“ mit „Hellion“ respektive „Aces High“ (was würde Bruce Dickinson wohl sagen, wenn er diese Vocals hört?) vertreten sind – aufgewachsen und zum Metal gekommen ist, und dass er ebenso eine Vorliebe für punkige Sounds hat, erkennbar an „Somebody Put Something In My Drink“ von den Ramones. Doch auch Glam und Glitter sind der COB-Frontmann und seine Spießgesellen ja nie abgeneigt gewesen und so findet sich auch aus dieser Sparte je ein Song von Poison („Talk Dirty To Me“) und Billy Idol („Rebel Yell“). Und bei „Hell Is For Children“ von Pat Benatar passt ja schon allein der Titel wie die Faust aufs Auge zu dem finnischen Quintett.

Insgesamt ist es jedenfalls erfreulich zu sehen, dass Children Of Bodom sich eben nicht wie bei den meisten Kollegen üblich, ganz standardmäßig nur Metalsongs zum Nachspielen ausgesucht haben, sondern dass man munter auch den Rock-, Pop- und Punkfundus plündert. Ganz ehrlich: Es ist doch auch langweilig, immer nur Metalstücke zu covern und außerdem sollte sich gerade jeder Metaller diebisch über die witzige Version von Britney Spears’ „Ooops!... I Did It Again“ freuen, da gerade darüber jeder 08/15-Chartshörer angewidert die Nase rümpfen dürfte.

Alexi hat des Weiteren auch noch einmal nachdrücklich betont, dass das Besondere an den Covern sei, dass meistens eben kein Mensch damit gerechnet hat, dass sie sich gerade dieses oder jenes Stück ausgesucht haben. In der Tat dürfte wohl keiner damit gerechnet haben, dass diese Band irgendwann mal etwas von Kenny Rogers oder Britney Spears nachspielen würde – dem kann wohl jeder zustimmen.

Die meisten hier enthaltenen Stücke sind ältere Aufnahmen, die teilweise zuvor auf limitierten Auflagen früherer Studioalben oder auf Singles erschienen waren – „Silent Scream“ von Slayer zum Beispiel war auf der Special Edition von „Hate Crew Deathroll“ und „Don’t Stop At The Top“ von den Scorpions auf jener von „Follow The Reaper“ zu finden, und „Bed Of Nails“ von Alice Cooper und die grandiose Partyhymne „She Is Beautiful“ von Andrew W.K. auf der Single „Trashed, Lost & Strungout“ – aber ein paar bislang unveröffentlichte Tracks sind auch dabei, namentlich „Antisocial“ von Trust, das bereits erwähnte „Hell Is For Children“, sowie „War Inside My Head“ von Suicidal Tendencies.

Alles in allem macht „Skeletons In The Closet“ viel Spaß und dürfte insbesondere auf promilleseligen Partys ein ziemlicher Bringer sein. Die Songs funktionieren irgendwie alle ziemlich gut im COB-Gewand und die Veröffentlichung selbst macht schon deshalb Sinn, weil an die limitierten Auflagen oben genannter Alben nur noch schwer heranzukommen ist und man bei der Fülle an Covern, die Alexi und Co. bereits eingeprügelt haben, nun endlich eine übersichtliche Compilation beisammen hat.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann