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Children Of Bodom: Halo Of Blood

Beste COB-Platte seit "Hate Crew Deathroll"!
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 41:40
Release: 07.06.2013
Label: Nuclear Blast

Immerhin beim achten regulären Studioalbum sind Children Of Bodom mit „Halo Of Blood“ nun bereits gelandet. Stets solide Kost lieferte die trinkfreudige Bande ab – keine großartigen Ausfälle, aber zuletzt auch nichts, das einen zu Begeisterungsstürmen hingerissen hätte. Es ist schlichtergreifend ein Faktum, dass die Finnen mit „Hate Crew Deathroll“ anno 2003 ihre beste Arbeit abgeliefert haben (was zumindest Alexi Laiho auch heute noch selbst sagt) und nun damit leben müssen, dass alles ständig mit diesem tollen Album verglichen wird. Manch einer ist wohl schon dazu übergegangen festzustellen: „Oh, COB haben eine neue Scheibe am Start; na ja, wird wohl ganz okay sein, aber eigentlich doch eine eher mäßig spannende Angelegenheit“.

Diese Denkweise könnte man aber noch nicht mal jemandem übelnehmen – bei dem Quintett weiß man schließlich, was man bekommt; Innovation und Unvorhersehbarkeit kann man mit der Lupe suchen. So war es wenigstens bisher meistens. Die Veränderungen waren minimal und auch auf dem neuen Output werden zwar keine musikalischen Quantensprünge vollzogen, aber: Es gibt klarere Neuerungen als zuletzt, weswegen für den Verfasser feststeht, dass „Halo Of Blood“ das beste Album der Bodomkinder seit eben jener „Hate Crew Deathroll“-Platte darstellt. Ist der Start in Form von „Waste Of Skin“ noch eher unspektakulär und ziemlich standardmäßig ausgefallen, glänzt man bereits im folgenden Titelsong mit überraschenden Klängen. Mit amtlichster Black-Metal-Schlagseite wird passagenweise geblastet, was das Zeug hält, und der Hörer fühlt sich direkt in längst vergangene „Something Wild“-Zeiten zurückversetzt – geil!

Dass sich ausgerechnet die anschließende Nummer „Scream For Silence“ als das krasse Gegenteil erweist, da COB hier mit einer supereingängigen Keyboardmelodie aufwarten und sich lediglich in Midtemporegionen bewegen, kann als eine Art Fingerzeig dahingehend interpretiert werden, dass der Fünfer wesentlich vielseitiger und abwechslungsreicher agiert als zuletzt. Besonders „Dead Man’s Hand On You“ fällt völlig aus dem Rahmen. Eine teilweise gotisch angehauchte Ballade, bei der sich Alexi auch an klarem – wenn auch eher gerauntem – Gesang versucht, was sich erstaunlich gut macht. Das Stück bettet sich problemlos in die Tracklist ein, besticht durch einen sehr hymnischen Chorus und dürfte die wohl überraschendste COB-Komposition seit dem grandiosen Gänsehaut-Erzeuger „Angels Don’t Kill“ sein.

Mit „Bodom Blue Moon“ gibt es außerdem diesmal auch wieder einen Song, der das Wort „Bodom“ im Titel enthält – darauf hatte man beim letzten Werk „Relentless Reckless Forever“ ja unfreiwillig verzichtet. Ziemlich cool, wie man diesen Track beinahe nahtlos an den vorigen Song „Transference“ anhängt, sodass beide Stücke fast wie eins erscheinen. Es mutet fast an, als würden Motive des einen Tracks im nächsten variiert. Auch dieses Vorgehen erinnert an frühere Großtaten und zeugt von kompositorischem Einfallsreichtum, mal abgesehen von der unbändigen Spielfreude, die gerade hier transportiert wird. Tonnenweise melodische, mitsingbare Leads und natürlich die obligatorischen Keyboard-/Gitarrensoloduelle.

Doch auch die übrigen Lieder müssen sich keineswegs verstecken: „Your Days Are Numbered“ besitzt einen schönen Straight-forward-Drive und von den flirrenden Gitarrenharmonien her eine schwarzmetallisch angehauchte Bridge, während der Refrain mit ordentlich Gangshouts angereichert ist. „Damaged Beyond Repair“ hat, trotz des leicht vertrackten Riffings, Ohrwurmpotential und ist sehr überlegt aufgebaut, und das finale Doppel „All Twisted“ sowie „One Bottle And A Knee Deep“ ist letztlich gewohnter COB-Standard, macht aber in jedem Fall Spaß. Man kann es drehen und wenden wie man will, meckern, dass die Finnen immer dasselbe aufnehmen – Alexi weiß einfach, wie man Songs schreibt, die hängen bleiben und zum Abfeiern einladen.

Umso schöner, dass auf „Halo Of Blood“ tatsächlich Neues zu finden ist, gleichermaßen aber auch ein bisschen eine Reise in die Vergangenheit unternommen wird. Altes und Neues wurde zu einer fruchtbaren Symbiose vereint – so soll es sein! Eine positive Überraschung allemal, denn besonders groß war zumindest meine Erwartungshaltung an die Scheibe nicht wirklich. Auf der limitierten Auflage findet sich unter anderem übrigens das Roxette-Cover „Sleeping In My Car“ – da Children Of Bodom ja berühmt und berüchtigt sind für ihre Cover außerhalb des Metals, sollte man wohl hier zuschlagen. Amüsant wie immer!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann