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Chevelle: Sci-Fi Crimes

Eine der meist unterschätzten Bands überhaupt
Wertung: 9/10
Genre: Alternative Metal
Spielzeit: 43:30
Release: 19.09.2009
Label: Epic Records/Sony Music

Die Amis von Chevelle gehören wahrscheinlich zu den am meisten unterschätzten Bands der Geschichte. Früher als Nu Metal verschrien, haben sich die drei Brüder Pete, Sam und Joe Loeffler nun zu einer Größe im Alternative Metal gemausert, die ihresgleichen sucht. Zwar kennen immer noch recht wenige Leute hierzulande das Trio, aber Sänger Pete gehört definitiv zu den variabelsten Sängern im Metalbereich.

Mittlerweile vier Alben und ein Live-Album haben die Jungs schon auf den Markt geworfen, mit „Sci-Fi Crimes“ kam 2009 der neueste Output und auch dieses Album weist wieder die gewohnten Chevelle-Trademarks auf: großartige Melodien, experimentelle Songstrukturen, sphärische Gitarren und eine Stimme, die von zerbrechlich-schüchternem Gesang bis hin zu kraftvoll-aggressiven Shouts alles beherrscht. Vielleicht liegt es unter anderem daran, dass Sänger Pete sich in seinem Heimatland vor weiblichen Fans kaum retten kann.

Dass die Band ursprünglich ein Familienunternehmen war und immer noch ist, wird beim Line-Up klar – Bruder Sam vergnügt sich hinter den Drums und bis 2005 war Joe, der Dritte im Bunde, am Tieftöner tätig, verließ aber schließlich die Band eher unfreiwillig und wurde durch Dean Bernardini ersetzt, einen Schwager der Jungs. Ihr erstes Album „Point #1“, das 1999, also vier Jahre nach Bandgründung, erschien, wurde auf dem christlichen Label „Squint Entertainment“ veröffentlicht, dann begann der – zugegebenermaßen von den meisten Menschen unbemerkte – Aufstieg, als Epic Records auf die Drei aufmerksam wurde.

So weit, so gut. „Sci-Fi Crimes“ erscheint nun also im 14. Bandjahr, und ist wie eh und je vollgestopft mit Ohrwürmern, krachenden Tracks und melancholischen Zwischenstücken. Schon der Opener „Sleep Apnea“ zeigt die Richtung an: Nach erdig schreddernden Gitarren und einer eher gesprochenen denn gesungenen Strophe hebt der Song zu einem epischen Chorus an, der sich schon nach dem ersten Hören festsetzt. Entgegen aller Befürchtung, dass die Band sich seit dem letzten Album „Vena Sera“ (2007) dem Sell-Out hingegeben hätte, klingen die Songs genauso kraftvoll wie ihre Vorgänger. Glück gehabt.

„Mexican Sun“ hat einiges mehr an Aggressionspotenzial zu bieten, wartet aber ebenfalls mit einem ohrwurmigen Refrain auf, wie man es von Chevelle nicht anders gewöhnt sein dürfte, wenn man sich ein wenig in der Diskografie auskennt. In diesem Stile geht’s weiter: „Jars“ bietet zwar einen etwas experimentelleren Ansatz, hat aber dennoch einen ebenso einprägsamen Refrain – der Trick bei der ganzen Sache ist, dass die Songs einfach nie langweilig oder gar vorhersehbar werden, die Band findet immer neue Möglichkeiten, den Hörer zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen; trotzdem weiß man meist schon bei den ersten Klängen, dass es sich um Chevelle handelt.

Dabei bekommt man nicht nur meistens eine Gänsehaut („Letters From A Thief“), sondern erfreut sich auch immer wieder der Sangesleistung von Fronter Pete, der beispielsweise bei „Highland’s Apparition“ nur mit einer Akustikgitarre den Song einleitet. Weniger beschaulich geht es bei „Roswell’s Spell“ zu, das relativ noisy mit einer breiten Gitarrenwand und eingestreuten Melodieschnipseln Eindruck machen kann. Mit dem todtraurigen „This Circus“ beschließen die Drei eine großartige Platte, die den Vorgängeralbum glücklicherweise in nichts nachsteht. So abwechslungsreich Chevelle agieren, so eindringlich kommt ihre Musik doch daher – wer diese Band bisher nicht kannte, sollte das tunlichst ändern.

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