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Cheeno: The Next Step Will Be The Hardest

bestes Debütalbum 2009?
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternative Rock/Metal
Spielzeit: 71:38
Release: 05.12.2008
Label: Prevision Music

Cheeno ist eine noch sehr junge, aber trotz allem erfolgreiche Formation aus dem Saarland. Sie entwickelte sich aus den Musikern der Formation Autumnblaze heraus, dazu kam Sängerin Jennie Kloos. Cheeno gewannen schon einige Newcommer-Wettbewerbe und andere Preise.

Nun kommt mit „The Next Step Will Be The Hardest“ ihr erstes Full-Lenght-Album auf den Markt. Dieses Konzeptalbum basiert auf einer Geschichte, die von Gitarrist Joey Siedl geschrieben wurde und die unabhängig vom Album als 150-seitiges Buch erschienen ist.

Die Formation spielt Alternative Rock mit Metal-Anleihen. Textlich zieht sich ein roter Faden durch die gesamte Spielzeit von immerhin knapp 72 Minuten, was man beim ersten Blick auf die Songtitel jedoch nicht denken mag. In diesem Punkt scheint man eine leichte Affinität zu kryptischen Namen zu haben. Kann man sich doch unter Titeln wie „@“, „64ad“ oder “...“ erst einmal wenig vorstellen. Es soll scheinbar eine Überraschung werden. 

Daher ist es auch schwer, die Songs oder den allgemeinen Klang zu beschreiben, da dem Hörer sehr viel Abwechslung geboten wird und die Band auch Freude am experimentieren hat.

Es gibt härtere, flotte Sachen, die eindeutig in Richtung Metal tendieren, wie „Pacman“, welches zudem in einem sehr harten, fast aggressiven Gewand daherkommt. Die Gitarre dient nun nicht mehr dazu, schöne, eingängige Melodien zu zaubern, sondern serviert ein Riff nach dem anderen. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „@“, welches Nu-Metal Anleihen einbindet und die Offenheit der Band für verschiedene Musikstile zeigt.

Daneben gibt es auch einige sehr gefällige, eingängige Tracks, welche das Potential haben, live zu überzeugen. Dazu zählen „Go“, „Bye Sequence“ oder das beeindruckende „Invisible“. „Invisible“ kann vor allem durch seine Bridge und den Refrain punkten, der sehr schön arrangiert ist und nicht so schnell aus den Gehörgängen verschwindet.

„So Shy/The Final Act“ und der Opener schallen sehr rockig aus den Boxen. Dabei ist „64ad“ ein Stück, welches durch seine treibenden Drums und Gitarrenparts sehr nach vorne zieht und auch ein sehr direkter Song ist. Als Opener eine gute Wahl, vor allem da einem hier schnell klar wird, das dies kein handelsüblicher Alternative Rock ist.

Es gibt zwischendurch auch noch zwei instrumentale Stücke im Menü. Die sind vielleicht nicht umbedingt nötig, bringen aber ein bisschen Abwechslung in das Konzeptalbum, da auf diese Weise nicht einfach nur einzelne Songs aneinandergereit werden. Dazu zählen „Buddhistic Hand“ und „Into A New State“. Beide Tracks bieten mit ihrem teilweise experimentellen Passagen eine nette Abwechslung.

Mit „You“ und „Whereaminow“ finden sich auch zwei Balladen auf dem Longplayer wieder. Während „You“ sehr viel Gefühl transportiert und mit Cello und Klavier arrangiert ist, ist „Whereaminow“ eher melancholisch veranlagt und besitzt sogar ein paar härtere Parts.

„Silizium“ bietet noch einmal Dynamik und Abwechslungsreichtum pur. Hier werden so viele Musikstile miteinander verbunden wie nur möglich. Dies hat allerdings zur Folge, dass das Stück etwas vertrackt und fast zu komplex klingt. Hier braucht vielleicht der ein oder andere einen Hördurchlauf mehr.

Es bleibt der Höhepunkt und Rausschmeißer des Albums, der Titeltrack „The Next Step Will Be The Hardest“. Dahinter verbirgt sich ein 15-minütiges Epos, welches durch seine rockigen Gitarren getragen wird und in sich eine schöne Steigerung aufweisen kann, die ordentlich Spannung aufbaut.

Handwerklich ist hier alles im grünen Bereich, sowohl von der Instrumentalfraktion, als auch von Sängerin Jennie, die ihre wirklich gute, und nuancenreiche Stimme in rechte Licht setzten kann. Alle zusammen schaffen es, die verschiedensten Stimmungen zu erschaffen und diese dabei noch authentisch klingen zu lassen.

Fazit: Dass Cheeno mit „The Next Step Will Be The Hardest“ eigentlich ihr Debüt vorlegen (lässt man die kleine EP mal außen vor) mag man gar nicht glauben. Das Quintett zeigt einem hier Komposition und Spielfreude auf hohem Niveau. Ihr Anspruch an sich und ihre Musik scheint hoch und von Erfolg gekrönt. Sie haben es geschafft, harte und flotte Passagen, Ohrwürmer und experimentelle Song, Aggression und Gefühl, Melancholie so zu verbinden, dass sich eine homogene Einheit bildet und nichts zu stark ins Gewicht fällt. Ein paar Ecken und Kanten gibt es natürlich, so ist der Sound häufig doch gewöhnungsbedürftig, aber man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass dies erst der Anfang für diese Band ist und ihr die Zukunft noch bevorsteht. Sollte die Qualität bleiben, haben Cheeno durchaus die Möglichkeit, den Durchbruch zu schaffen, zu gönnen wäre es ihnen.

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