Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Cheeno: 2 Face Macy

Ideenreicher Alternative, versackt in Harmlosigkeit
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock/Metal
Spielzeit: 53:35
Release: 07.05.2010
Label: Soulfood Music

Im Dezember 2008 veröffentlichten Cheeno ihr Debüt „The Next Step Will Be The Hardest“ und heimsten damit reihenweise gute bis hervorragende Kritiken ein. Anderthalb Jahre später schicken sich Frontfrau Jenni Kloos und die aus ehemaligen Autumnblaze-Musikern bestehende Instrumentalfraktion an, den Sprung über die selbst gelegte Messlatte zu vollbringen und mit „2 Face Macy“ den „schwierigen nächsten Schritt“, das berühmt-berüchtigte zweite Album, zu wagen.

Nun muss ich zugeben, dass mir besagtes Debütalbum leider nur aus Plattenkritiken bekannt ist und mir auch der Name Cheeno bisher kein Begriff war – ein Indiz dafür, dass es zum ganz großen Sprung, trotz offensichtlich vorhandener Qualitäten, nicht gereicht hat. Vielleicht auch nur ein Hinweis darauf, dass der Rezensent hinterm Mond lebt.

Wie dem auch sei, lassen wir Entwicklungsgedanken und Vergleichsdebatten außen vor und stellen wir uns lieber der Frage: Was hat „2 Face Macy“ als eigenständige Platte zu bieten?

In erster Linie modernen, fett produzierten Heavy Rock mit deutlicher Melodiebetonung und Jenni Kloos' charakteristischer Gesangsstimme. Damit erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten aber auch schon fast, denn die einzelnen Songs unterscheiden sich im Klang teilweise doch stark.

Während also der Opener „Macy's Anthem“ als emotionaler Midtempo-Rocker mit dichten Gitarrenwänden daherkommt, lässt „No Harm Intended“ in der Riffarbeit klare Nu Metal-Anleihen erkennen. „The Both Of Me“ wiederum klingt nach RATM-Funk, gemixt mit Die Happy-Vocals.

Ohnehin prägt die Tatsache, dass hier eine Frau am Mikro steht, den Charakter von Cheeno entscheidend mit, denn während so mancher männliche Kollege bei einem härteren Rifffundament wohl in rauere Stimmgefilde vorgedrungen wäre, bleibt Jenni Kloos meist bei cleanem Gesang mit teils großzügig gedehnten Silben. Das geht über weite Strecken gut, kann aber, wie in „Chemical Attraction“ auch schon mal nerven.

Was weniger an Jenni selbst oder ihrer Stimme liegt, als vielmehr am musikalischen Kontext, in dem ihr Gesang steht. Meist bleiben Cheeno nämlich im gemütlichen Midtempo hängen und kehren ordentlich die emotionale Seite ihrer Musik nach außen. Das ist per se nichts schlechtes, langweilt aber auf Dauer den Hörer.

Zumindest dynamisch hervorstechend sind ausgerechnet die Songs, in denen die Band noch langsamer zu Werke geht: „Who's The One“ kommt als klassische Akustikgitarrenballade daher, während „See You Next Sunday“ nach etwa der Hälfte der Spielzeit urplötzlich (und leider etwas holprig) in den härtesten Part der ganzen Platte umschlägt. Interessante Idee, leider nicht ganz flüssig umgesetzt.

Fazit: Cheeno haben Ideen, sie haben eine fähige Sängerin und den Mut zu gelegentlichen, wenn auch eher kleineren, Experimenten. Leider fällt der Großteil des Songmaterials auf „2 Face Macy“ dafür zu wenig konturhaft und zwingend aus und driftet zu leicht in angeschmalzte Hymnengefilde ab. Bis zu einem gewissen Grad mag das aber auch einfach Geschmackssache sein.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna