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Chastain: Surrender To No One

Bärenstarkes Comeback
Wertung: 8/10
Genre: US-Metal
Spielzeit: 54:10
Release: 19.11.2013
Label: Leviathan Records

Chastain melden sich nach guten neun Jahren mit einem neuen Album wieder, so die Schlagzeile für vorliegendes neuntes Studioalbum. Vor fast schon dreißig Jahren sorgte zumindest der Gitarrenvirtuose- und flitzer David T. Chastain für so manch freudige Träne in den Augen des US-Metal-Fans. Doch so manche Reunion ist schlichtweg überflüssig, einige sind sogar richtig baden gegangen, aber wo reihen sich die in Ohio beheimateten Metaller ein? Als weitere Plusargumente kann man erst einmal feststellen: Mit der Originalröhre Leather Leone ist das reibeiserne Schwergewicht wieder zurück und beendet die Chastain-lose Phase seit 1992. Wie gut sie noch drauf ist und trotz der gehobenen Lenze noch immer eine gute Figur macht, hat sie schon 2011 mit ihrem Sledge Leather Project live auf dem Keep It True XIV beweisen können. Ebenfalls zurück ist Bassist Mike Skimmerhorn, der ja schon von 1984 bis 1989 den Tiertöner zupfte. Neu ist hier lediglich Stian Kristoffersen, der nebenbei auch noch bei den eher im Prog-Bereich musizierenden Pagan’s Mind trommelt. Die große Gefahr bei dieser Konstellation besteht natürlich darin, dass die Truppe nur noch einen Abklatsch ihrer Jahrhundertscheiben Mitte der Achtziger bis hin zu „For Those Who Dare“ aus dem Jahr 1990 abliefert.

So, genug der bildenden Vorbereitung, ab ins Riffgeschäft, denn da gibt es wieder mehr als reichlich zu entdecken. Zweifel ob des Könnens von Chastain aber kommt zu keiner Sekunde auf, denn auch wenn sie in der Neuzeit einen Tacken härter zur Sache gehen, so lassen sie die Achtziger, nur besser produziert, vollends wieder aufleben. Vielleicht könnte man Chastain vorwerfen, keine wirklichen Höhepunkte komponiert zu haben, was aber an der Wirklichkeit vorbeischrammt, denn das US-Quartett musiziert durchweg auf hohem Niveau.

„Evil Awaits Us“ oder auch „Fear My Wrath“ sind einfach zeitloser US-Metal, wo das sich Riff songdienlich unterortet und gefühlvolle Soli keineswegs den harten Grundstoff verwässern. Das merkt man schon bei „Call Of The Wild“, wo der knallhart nach vorn treibende Gitarrenlauf auf die äußerst starke Gesangsleistung trifft. Oder man nehme den Opener „Stand And Fight“, wo Chastain gleich ohne Intro kraftvoll loslegen und Leather wie schon damals arglos perfekt ins Mikro röhrt, das Riffing dagegen einfach nur effektiv zwischen songdienlich und virtuos hin- und herpendelt.

Während „Save Me Tonight“ schön abwechslungsreich mit schnelleren, aber auch ruhigeren Passagen überzeugen kann, schleppt sich „Deep Down In Darkness“ deutlich langsamer daher, wartet aber trotzdem mit einer ungemein heavy drückenden Gitarrenarbeit auf und wird gerade dadurch zum perfekt stampfenden Headbanger. Und was soll man zudem noch bei dem Titeltrack „Surrender To No One“ und dem fies ballernden Ende sagen? Zeitlos, aber das ist ja hier schon gefallen. Während mit „I Am Sin“ der wohl ruhigste, aber nicht minder drückende Song fernab einer Ballade als emotionales Powerpaket vorliegt, so kann man bei der Gesangsleistung in „Bleed Through Me“ nur noch auf die Knie gehen. In „Rise Up“ sind einige progressive Versatzstücke noch mit der Lupe zu suchen, in „Freedom Within“ rücken sie deutlich stärker in den Vordergrund.

Keine dauerhaften solistischen Selbstbeweihräucherungen oder gar Griffbrettwichsereien durch David T., der immer herrlich röhrendeGesang Leathers, der durchaus des Öfteren an Jutta Weinhold von Zed Yago/ Velvet Viper erinnert, dazu die immer am Song orientierte Basisarbeit durch Drums und Bass - da kann es so einfach, einfach zeitlos sein. Schon der Opener „Stand And Fight“ oder auch schon das zweite Stück „Call Of The Wild“ hätten auch auf den oben angegebenen Referenzalben eine mehr als gute Figur abgegeben. Manche mögen es vielleicht auch deswegen Stagnation nennen, doch hier wird lediglich der authentische Versuch, das damalige Feeling erfolgreich in die Neuzeit zu transportieren, mit acht Punkten bedacht bzw. belohnt. Bärenstarkes Comeback, kann man nicht anders sagen.

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