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Chasing For Glory: Rookie

Durchschnittlicher Politpunk mit wenigen Höhepunkten
Wertung: 6.5/10
Genre: Politpunk, Punkrock
Spielzeit: 35:15
Release: 16.02.2010
Label: FinestNoise

Politische Musik ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich wichtig, als ernsthafter Musiker seine Meinung kundzutun – und wenn dazu gehört, gegen das bestehende System, Politiker und sonstige Ungerechtigkeiten zu wettern, ist das eben so. Andererseits neigen einige vereinzelte Bands durchaus zu Radikalismus in ihren Äußerungen, der sich im Endeffekt auch auf die Fans übertragen kann. Glücklicherweise überwiegen aber noch solche Bands wie zum Beispiel Rage Against The Machine, die Kalifornier Anti-Flag oder die deutschen Scarscab, die in ihren Texten zwar auf Misstände aufmerksam machen,den Fans ihre Ideologie abernicht aufzuzwingen versuchen.

Ähnlich ausgerichtet sind auch die Regensburger Chasing For Glory: Das Quartett setzt sich unter dem Banner „Punkrock Against Fascism, Worldwide“ für mehr Toleranz ein, kämpft gegen Tierversuche und Massentierhaltung und spielte vor zwei Jahren in der Heimatstadt Straubing ein Konzert gegen den Einzug der NPD. Es geht also darum, ein Zeichen zu setzen – zu diesem Zweck findet sich auf den neuen Album „Rookie“ erstmals ein Song mit deutschen Texten und dem unmissverständlichen Namen „Anti-Fa“.

Tatsächlich lässt sich die Platte, die nach der 2007er Scheibe „Sooner Said Than Done“ den zweiten musikalischen Erguss des Quartetts darstellt, recht vielversprechend an. „Fade In“ verfügt nicht nur über ein sehr cooles, wenn auch ziemlich amerikanisch klingendes Intro, sondern auch über einen punkigen, schnell gespielten Refrain, der Bock auf mehr macht. Zwar hört man Sänger José Wetzl an, dass Englisch nicht seine Muttersprache ist, aber ein lustiger bayerischer Dialekt kann ja durchaus charmant sein. „For The Free“ geht dafür instrumental sehr in Richtung der kalifornischen Melodic Hardcoreler Pennywise und bestimmt durchgehend durch seine ohrwurmige Melodien. 

Was bei „For The Free“ noch wunderbar funktionierte, wird bei „Ghosts Of Music“ schon grenzwertig: Fast emohaft poppig kommt der Song durch die Boxen, und auch das recht dynamische „Borderline“ verliert durch die Pop Punk-Attitüde sehr an Reiz. Der Song wirkt seltsam zusammengestückelt, obwohl amüsante Walzerrhythmen eingestreut werden, und auch der spanische Gesang scheint Herrn Wetzl etwas mehr zu behagen als der englische.

Ein ziemlich großes Manko gibt es durchaus: Beinahe sämtliche Stücke wirken zu amerikanisch, zu sehr angelehnt andie alten Helden wie NOFX oder eben Pennywise – die mir während des Hörens übrigens öfter in den Sinn kommen -und gleichzeitig zu durchschnittlich. Erst „Second Best“ als härtester Song der Platte rettet den Gesamteindruck halbwegs; leicht chaotisch präsentiert sich das Stück und hier wird man positiv überrascht ob der – wenn auch recht kurzen – Verwendung von aggressiverem Gesang. 

Der eingangs erwähnte erste deutschsprachige Song der Band wird mit nicht mal zwei Minuten Laufzeit sehr punktypisch aus den Boxen gefeuert, endlich kommen auch kurze Shoutings zum Einsatz, auch der Refrain lässt an Einprägsamkeit nicht zu wünschen übrig, allein der Text fällt eher mau aus. Kleine Kostprobe: „Immer nur in der Gruppe schrein, alleine bist du viel zu klein/Du bist so dumm wie Hr. Eckstein, verpiss dich du Wixxer, weil dich keiner braucht“. Wohl wahr, aber hätte man das nicht irgendwie schöner ausdrücken können? Oder einfach anders? Trotz des lyrischen Ausfalls gehört der Song zu den besten der ganzen Platte und bildet einen eindringlichen Schluss.

Fazit: Chasing For Glory haben zwar ein paar durchaus ambitionierte und aussagekräftige Stücke auf „Rookie“ versammeln können, der Großteil der Songs driftet aber leider im Durchschnitt vor sich hin. Vielleicht bedarf es mehr solcher Songs wie „Anti-Fa“, bei dem man wirklich spürt, was die Band bewegt, und weniger Lückenfüller im Stil von „At All“.

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