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Chaos Theory: Whispers Of Doom

Australische Jungfrauen
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 60:57
Release: 29.11.2010
Label: Hands Of Blue Records

Mit „Whispers Of Doom“ legt die australische Band Chaos Theory ihr Debütalbum vor. Jedoch ist es kein ganz normales Debüt - es ist gleichzeitig auch das letzte Album der Band. Um diesen Umstand zu erklären, muss man einen kurzen Blick in die Geschichte der Band und dieses Albums werfen.

„Whispers Of Doom“ wurde ursprünglich bereits im Jahr 2006 von der Combo im Eigenvertrieb veröffentlicht, war allerdings damals hauptsächlich nur in Australien erhältlich. Erst im Jahre 2010 wurde das Album auch in Europa herausgebracht. Frank Jaeger, der das Album nach der ersten Veröffentlichung rezensiert hatte, gründete zu dieser Zeit sein Label Hands Of Blue Records und entschied sich, das Album über eben dieses Label utners Volk zu bringen. In der Zeit zwischen 2006 und 2010 hatten sich Chaos Theory allerdings bereits aufgelöst und somit stellt das vorliegende Album das einzige Vermächtnis der Band dar. 

Rein musikalisch wird die Scheibe in der Promotion des Labels als „Power Metal mit Einflüssen aus der New Wave of British Heavy Metal (kurz NWOBHM)“ beschrieben, allerdings zeigt sich beim Hören des Albums, dass dieser „Einfluss“ doch deutlich größer ist als angekündigt und so sollte man „Whispers Of Doom“ viel eher direkt dem Bereich NWOBHM bzw. Heavy Metal zuordnen.

Erstmal eingelegt, beginnt die Platte mit dem rasanten und treffend betitelten „The Beginning Of The End“. Starke Gitarrenriffs, feine Melodien und ausgefeilte Soli zeichnen den Opener aus. Hinzu kommt die Stimme von Sänger David Ban, die zwar vielleicht nicht mit dem Volumen anderer großer Metal-Frontmänner mithalten kann, aber dafür mit einer ordentlichen Portion Charakter punktet. 

Die Stärken des Openers transportieren Chaos Theory auch in die weiteren Songs und spannen dabei von Song zu Song auch noch ein durchdachtes textliches Konzept auf, das sich mit dem Verfall unserer modernen Welt befasst. All das verpacken die Australier in einen typischen NWOBHM-Sound, der einen manchmal fast nostalgisch werden lässt und gleichzeitig dafür sorgt, dass man sich sofort heimisch fühlt.

Allerdings hat die Scheibe trotz aller Stärken einen großen Schwachpunkt: Chaos Theory orientieren sich nicht nur am NWOBHM-Sound allgemein, viel eher hat man das Gefühl, an allen Ecken und Enden den direkten Einfluss der wohl größten Bands dieser Ära herauszuhören: Iron Maiden! Das beginnt bei den Gitarrenriffs, die auch aus der Feder von Murray und Smith kommen könnten, und geht bis zum schnarrenden Basssound, der Steve Harris alle Ehre machen würde. Beim Song „Horsemen On The Horizon“ geht es sogar so weit, dass selbst die Struktur des Gitarrensolos direkt von den Eisernen Jungfrauen abgekupfert zu sein scheint und der Song problemlos auch auf eines der Maiden-Alben der Bayley-Ära gepasst hätte. Das man diesen Vergleich so ungeniert ziehen kann, spricht einerseits für die große musikalische Qualität, die Chaos Theory besitzen, bedeutet aber auch gleichzeitig, dass der Band dabei größtenteils die Eigenständigkeit abhanden kommt.

In den Gefilden der Eisernen Jungfrauen zu wildern, bedeutet außerdem auch mit einem der absoluten Schwergewichte der Metalszene in den Ring zu steigen. Und auch wenn die letzten Maiden-Alben nicht immer überzeugen konnten, können Chaos Theory nicht mit den großen Ohrwurm-Melodien der Engländer mithalten.  

Was am Ende bleibt, ist ein technisch sehr gutes Album, das durchaus einige wirklich starke Songs zu bieten hat, dem jedoch eine Portion Eigenständigkeit fehlt. Fans der NWOBHM-Arä sollten der Platte auf jeden Fall eine Chance geben, denn sie könnten daran jede Menge Freude haben. Für alle anderen bleibt die Frage, ob man „Whispers Of Doom“ in seiner Sammlung haben muss oder doch lieber zu einem der zeitlosen Maiden-Klassiker greift. Und diese Frage kann jeder nur für sich selbst beantworten.

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