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Cephalgy: Herzschlag

Auf das der Herzschlag ewig weiterschlage
Wertung: 10/10
Genre: Gothic Electro
Spielzeit: 92:14
Release: 10.10.2008
Label: Out Of Line

Endlich ist es da: Das neue Album der Gothic Electro-Band Cephalgy. Nachdem sich Blutengel mehr und mehr dem Pop zuwenden und viele Fans beklagen, dass die Musik nicht mehr so berührend sei wie noch vor ein paar Jahren, schreibt der Dresdner Jörg G. mit seinem, ebenfalls bei Out Of Line beheimatetem, Projekt Cephalgy noch immer geniale, düstere und regelrecht poetische Texte voller Schwermut, Offenbarungsvisionen und Bedürfnissen, dem Freitod-Wunsche nachzukommen.

Das neue Album hört auf den Titel „Herzschlag“, welcher direkt ohne Intro zu schlagen beginnt: „Erlöse Mich“ lautet die Devise des Openers – allerdings nicht im musikalischen Sinne, denn von diesem Track möchte man nicht erlöst werden, sondern sich viel mehr darin verlieren. Eine EBM-typisch dominante Bassline, getrieben von wuchtigen Drums und dem leidvollem Gesang, ergeben in Kombination mit einigen feineren Synth-Sequenzen einen gelungenen Opener. Der vierte Schlag des „Herzschlags“ vermag es sogar „Tränen Zu Staub“ werden zu lassen – die Bassspur liegt hier etwas im Hintergrund, ohne jedoch den Groove zu vernachlässigen. Dafür ist der Song um einiges melodischer und baut stark auf harmonische Flächensounds auf. Ein Lied, zu dem man einfach nur noch hinfortgleiten und der Welt entschweben möchte.

„Du“ erkennst spätestens bei diesem so betitelten Song, dass der „Herzschlag“ keineswegs monoton pumpt und immer die gleiche Pulsfrequenz aufweist – beispielsweise singt hier eine äußerst angenehme Frauenstimme, begleitet von Drums, die gar nicht synthetisch sondern viel dynamischer klingen, und dezent im Hintergrund gehaltenen E-Gitarren und Piano-Klängen. Der obligatorische Club-Hit „Electroholic“ darf auf einer guten CD selbstverständlich auch nicht fehlen; inhaltlich baut man hier auf den Erfolg des Tracks „Koprolalie“ der Labelkollegen Agonoize oder „Shut Up And Swallow“ von Combichrist auf – allerdings wird der Text in diesem Fall in intelligente Metaphern verpackt, die leicht das ein oder andere Grinsen unvermeidbar machen.

Dem „Electroholic“ steht direkt die „Dunkelseele“ gegenüber; diese vereint EBM-Anleihen und Elemente des Dark Electros in sich und verbreitet eine dunkle, aber ebenso tanzbare, Atmosphäre. „Müde“ wird der Herzmuskel bei dem neunten Pumpen noch lange nicht – dieser Titel Numero Neun erinnert an eine Mischung aus „Du“ und „Tränen Zu Staub“, denn man findet gelungenes Drumming und feinen Einsatz von E-Gitarren wie bei ersterem ebenso wie den melodischen Hymnencharakter des letzterem vor. Sowohl der „Schutzengel“ als auch die „Königin“ überzeugen durch metaphernreiche Texte, clever eingespielte Samples, tolle Refrains und groovige Verse.

Zum Ende der ersten CD hin gibt sich der „Herzschlag“ höchst selbst die Ehre – zwar erst 2008 veröffentlicht, ist dies jedoch ein sehr alter Song, der bereits auf der selbstbetitelten Demo aus dem Jahre 2002 zu finden war, allerdings sechs Jahre bis zur Perfektionierung brauchte – was sich deutlich im Klang wiederspiegelt, denn sowohl Drumming als auch Bassline oder Gesang sind ein Geniestreich, die feine Melodie und die hervorragend eingeflochtenen Synthesizer-Spielereien natürlich nicht zu vergessen.

Nachdem der „Herzschlag“ dann für einen Moment aussetzt, wird er mit der zweiten CD des Albums noch ein Mal zurückgeholt: Vier weitere neue Songs, die nicht wirklich in das Album-Schema passen aber trotzdem vortrefflich gelungen sind werden hier geboten, sodass die Ohren beinahe zu „Brennen“ anfangen bis der wohlklingende „Hilfeschrei“ die heiße Energie des Feuers in vier powervolle Remixe umleitet.

„Herzschlag“ ist ein gigantisches Album geworden, das eine perfekte Symbiose aus den älteren Alben und der letzten, moderner klingenden EP „Moment Der Stille“ bildet. Zwar ist die absolute Hymne wie etwa die alten Stücke „Engel Sterben Nie“, „Erinnerung“ oder „Gott“ nicht zu finden, dafür ist allerdings jeder Song ein einzigartiges Kunstwerk für sich, sodass man nicht eine einzige Unterbrechung bei der Qualität der Songs findet – da auch das Artwork sehr gelungen ist gibt es keinerlei Kritik zu bemängeln. Auf das der „Herzschlag“ euer aller Lebensqualität verbessere und ewig weiterschlage. Kauft euch diese CD!

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