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Centvrion: V

Traditionelle Songs, ordentliche Leistung ohne Innovation
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal/Power Metal
Spielzeit: 55:06
Release: 16.10.2015
Label: SG Records

Eigentlich gehören die italienischen Metaller Centvrion zu den alten Hasen, gründeten sie sich doch schon 1998 und veröffentlichten in den ersten sieben Jahren des Bestehens auch in schöner Regelmäßigkeit vier Studioalben. Nur: Dann war Schicht im Schacht, erst zehn Jahre nach dem vierten Rundling „Invulnerable“ kommen sie nun mit dem neuen Langeisen „V“ daher und haben sich vollauf den geschichtsträchtigen Kriegsthemen gewidmet. Viel hat sich dann in den ganzen Jahren getan, offiziell aufgelöst hatten sie sich nie, allerdings ist mittlerweile mit Gitarrist Fabio auch nur noch ein Gründungsmitglied an Bord. Auf „V“ ist dann auch zum ersten Mal Frontmann Roberto dabei (Einstieg 2010), aber auch Drummer Giovanni (2012) und Gitarrist Leonardo (2014) konnten erstmals etwas zum Bandsoundgefüge beitragen.

Eine CD so ganz ohne Hintergrundinformationen, keinerlei Texte, zumindest bei dem vorliegenden Bemusterungsexemplar, dazu auch keine weiteren Informationen auf der Facebook-Seite der Band, lediglich eine Zusammenfassung der Protagonistenwechsel, da kann man sich dann komplett auf der Musik stürzen, da werden weitere Faktoren einfach nur noch zur Randnotiz. Dass man Vorbehalte gegenüber der italienischen Szene gerne in die Ecke stellen darf, hatten ja kürzlich noch Tarchon Fist auf dem Evil Horde Metalfest 2016 eindrucksvoll nachweisen können, wobei sich ein Vergleich dieser beiden Truppen verbietet – was aber auch kein Maßstab für gut oder schlecht sein soll.

„V“ bedient dann gerne alle Traditionalisten, denn immer wieder schimmern Judas Priest & Co. durch, allerdings darf man sich nicht darin versteigen, dass Centvrion lediglich auf der Clone-Kopie-Welle reiten. Traditionell bedeutet hier natürlich auch das recht einfache Riffing, mal speedig, mal im Midtempo, ohne aber die große Überraschung oder den Blick über den Tellerrand – was so sicherlich auch nur bedingt gewollt ist. Das Intro könnte thematisch kaum besser gewählt sein, um die eigene Bandgeschichte zu unterstreichen: Ihr wolltet uns schon tot sehen, wir aber wollen neu angreifen - so die freie Übersetzung zu „Caesar's Speech To The Senate“.

Die „na ja“-Ballade „Days Of Mourning“ - Pflichtstoff (???) mit gezupfter Klampfe und Gesang, null Drums – und auch die Akustikversion von „Burnin' Pyres“ reißen nicht wirklich vom Hocker, wobei letztere sogar die Nase vorn hat und wesentlich reifer wirkt, ansonsten regiert der typische Heavy Metal. Der Anspieltipp „Eye For An Eye“ präsentiert sich als wuchtige Doublebass-Nummer, schnell und aggressiv, einfaches Riffing, einfach nur ohne große Schnörkel voll auf die metallische Fresse, die kurzen Whoohoo-Chöre sind dem zackigen Song angepasst. Mehr Mitschmettern kann man da schon bei „Kommander“, setzt sich doch bei diesem nett treibenden Metaller reichlich Priest-Färbung durch. Durch und durch traditionell angelegt dürften die Whoohoo-Chöre im letzten Drittel gerade bei den Liveshows die Fans gut einbinden.

Ansonsten fehlen natürlich die Überraschungen, da freut man sich ja schon über die in „Sins Of The Nation“ zu Beginn eingestreute Sprachfrequenz im ansonsten erneut schon mehrmals erwähnten traditionellen Riffing und dem mitgrölbaren Refrain. Hier ein hymnisch angelegter Refrain wie in „The Legionary“, dort eher für die Powerfaust geeignet wie in „Non Omnis Moriar“, da ragt dann „One Shot, One Kill“ durch das Schießintro gleich ein Stückchen weit aus dem Traditionalisten-Fundus heraus – Doublebass-Attacken, speedige Ausritte und erhöhtes Priest-Feeling inklusive.

Schlecht ist das nicht, was Centvrion auf ihrem Comeback „V“ abliefern, wenn auch halt nichts wirklich Neues. Zum Glück lassen sich ein paar Querverweise auf Priest & Co. ausmachen, aber schlichtweg abgekupfert ist es auch nicht. Daumen nach oben mit sieben Punkten.

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