Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Centaurus-A: Side Effects Expected

Ein starker Einstand
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 43:06
Release: 13.03.2009
Label: Listenable Records

Bei Centaurus-A handelt es sich um eine fünfköpfige Truppe aus Köln, die sich ganz der extremen Musik verschrieben hat. Gegründet haben sie sich bereits vor neun Jahren, ihr Debüt „Side Effects Expected“ (cooler Titel übrigens) legen sie aber erst jetzt vor. Das hat einen ganz gewaltigen Vorteil, denn viele Bands klingen auf ihrer ersten Platte so, als ob die Plattenfirma sie schon nach ihren ersten drei Proben in ein Aufnahmestudio gezerrt hätte. Centaurus-A, soviel sei schon verraten, hört man die Erfahrung an.

„The Praying Mantis“ gibt sogleich die Marschrichtung vor und bricht mit wahnwitziger Geschwindigkeit über den Hörer herein. Jedoch beherrscht das Quintett die Kunst, ihren Death Metal dennoch variabel zu gestalten, so dass keine Langeweile aufkommt. Hier wird gefrickelt, mit Breaks um sich geschmissen und nach gut 3:30 Minuten eine völlig andere, ruhige Richtung eingeschlagen, was seltsamerweise gut funktioniert.

Ihr seht schon, die Jungs verstehen ihr Handwerk. Dies wird auch bei der Dampfwalze „Drop Off“ deutlich, die mit einigen Thrash Metal-kompatiblen Rhythmen punktet. Sehr stark ist auch das kurze Instrumental geworden, welches in gemäßigtem Tempo und mit dezent eingesetzten Keyboards daherkommt und eine willkommene Abwechslung zum ansonsten schnell gehaltenen Material bietet. Das ist nämlich ein kleiner Makel an „Side Effects Expected“.

Die Songs funktionieren eben leider immer nach dem gleichen Aufbau: Ein in der Regel gutes Riff zu Beginn, die High Speed-Drums setzen ein, der Gesang folgt und das Ganze wird dann auf mehrere Minuten ausgedehnt. Positiv anzumerken sind aber auf jeden Fall die vielen kleinen Details, die vor allem die Gitarrenfraktion immer wieder einbaut und so das Interesse am Hören einigermaßen hoch halten. Dennoch bleibt festzuhalten, dass das ständige sehr hohe Tempo schnell zu Abnutzungserscheinungen führt. „Arson“ ist eine Ausnahme von der Regel und übt sich im schweren Midtempo, begeistert aber wieder nur, wenn überhaupt, im Gitarrenbereich.

Auffällig ist aber, dass Centaurus-A in der zweiten Hälfte des Albums ein wenig vom Gaspedal gehen und ein wenig progressiver werden. „Selfmade Cage“ bietet Rhythmuswechsel über Rhythmuswechsel, so dass einem leicht schwindlig werden kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die komplexe Songs nur schreiben, weil sie es können, sind die fünf Deutschen auf einen roten Faden bedacht und treiben die Qualitätskurve nochmal nach oben.

Gerade rechtzeitig, denn getreu dem Motto „Save the best for last“ gibt es mit „Resistance Ain't Futile“ das Highlight ganz zum Schluss. Sechs Minuten lang ziehen Centaurus-A noch einmal alle Register ihres Könnens und spielen sich ins Herz eines jeden anspruchsvollen Death Metallers. Angefangen vom hypnotischen (mir egal, dass es das Wort nicht gibt) Beginn, über die Gehörgang verknotenden Breaks bis hin zur furiosen Abfahrt zum Ende hin ist alles dabei, was technischer Death Metal haben muss.

Fazit: Es fehlt noch etwas, um sich einen ganz großen Namen zu erspielen. Sei es ein wenig mehr Abwechslung, ein kleines bisschen Wahnsinn oder ein Schuss Genialität. Noch kann die Band „nur“ auf ein vielversprechendes Debüt verweisen. Noch! Denn ich bin guter Dinge, dass die Band, die ihre Erfahrung mit einer angenehmen Unverbrauchtheit kombiniert, noch einiges an ungenutztem Potenzial besitzt. Hoffen wir, dass es nicht noch einmal neun Jahre dauert, bis wir wieder von Centaurus-A hören.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna