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Cemetery Fog: Towards The Gates

Noch nicht ganz ausgereift, aber mit Potential
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal / Doom Metal
Spielzeit: 28:30
Release: 01.08.2014
Label: Iron Bonehead Productions

Mit Finnland verbindet man Metalsounds wie Children Of Bodom, Wintersun oder auch Turisas und Ensiferum. Alleine deshalb wird niemand auf die Idee kommen, dass Cemetery Fog aus dem gleichen Land kommen. Ihr Sound ist rau, ungeschliffen und kantig. Dazu ist er eher düster und rhythmisch als melodisch. Die Gitarren sägen sich mit fieser Verzerrung direkt ins Hirn und der Gesang kommt düster-bellend aus den Schallwandlern. Kurz und knapp: Mit den oben genannten Bands haben Cemetery Fog genauso viel gemein wie Öl und Wasser.

Rotiert die Scheibe erst mal auf dem Teller, dann wird man als Hörer unweigerlich mit der Frage konfrontiert, was man denn da eigentlich hört. Doom Metal? Death Metal? Psychedelic Rock? Von allem ein bisschen. Prinzipiell bewegen sich die Finnen im Bereich des Death Metal. Sie bevorzugen den eher getragen-düsteren Gang. Manchmal drehen sie das Tempo aber derart weit runter, dass man schon von Doom Metal sprechen kann. Dazu gibt es dann sphärische Keyboardsounds und dunkle Gitarrenriffs. „Embrace Of The Darkness“ ist ein Bespiel eines solchen Songs. Nach einem recht flotten Einstand wird die Handbremse angezogen und das Keyboard rückt weit nach vorne. So weit, dass es fast mit dem Shouter gleichauf ist.

J. Filppu, so der Name des Shouters und Gitarristen, ist auch einen Absatz wert. Man muss hier erst mal anführen, dass beide (festen) Mitglieder von Cemetery Fog noch recht jung sind. Filppu ist erst 1995 geboren. Trotzdem hat er sich schon weit geformt und präzisiert. Als Gitarrist, Songwriter und als Sänger. Er hat eine kräftige Stimme und beherrscht den gutturalen Zerrgesang sehr souverän. Dennoch fällt während der drei Songs auf, dass die Gesangslinien mit der Zeit monoton werden. Das ist auf der EP jetzt gar nicht so wild, denn die drei Lieder (das Intro und das Outro können in dem Fall nicht als Lieder mitgezählt werden) bieten jetzt keine riesige Spielzeit, die die Chance bietet, jeden Musiker in nur einem Hördurchgang genau in Augenschein zu nehmen. Auf einem ganzen Album würde die Sache aber deutlich anders aussehen.

Die Band hat vorab nur einige Demos veröffentlicht und „Towards The Gates“ scheint nur auf Vinyl herauszukommen. Ob das viel Sinn macht, bleibt dahingestellt. Die Vinylsammler und die Band werden sich freuen, denn eine kleine Auflage an Platten kann auf dem heutigen Sammlermarkt gut abgesetzt werden. Dass viele Platten aber niemals gespielt werden, das steht auf einem anderen Blatt.

Man kann das Potential der zwei Musiker gut erkennen. Hier könnte sich wirklich ein Ideenpool entwickeln, der Substanz hat. Dazu sollte man das erste Album der Band erwarten. Dann kann man mehr dazu sagen. Ob sich die Taktik, eine der ersten Veröffentlichungen auf Vinyl herauszubringen, wirklich auszahlt, wird sich zeigen. Dem Ziel, möglichst viele Hörer zu erreichen, ist diese Vorgehensweise eher abträglich.

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