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Celesty: Vendetta

Nach „Mortal Mind Creation“ mehr erwartet
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 63:37
Release: 17.04.2009
Label: Spinefarm Records

Die finnischen Metaller von Celesty melden sich mit „Vendetta“ zurück. Man hat sich stilistisch ein wenig bewegt und ist vom powervollen Melodic Metal nun zum Power Metal mit deutlichem Melodic und True-Faktor übergegangen. Hört sich recht seltsam an, aber wer „Mortal Mind Creation“ im direkten Vergleich hört, weiß, dass es schon kein kleiner Schritt ist. Zum ersten Mal hat man sich drei Jahre Zeit genommen, einen Nachfolger herauszubringen. Man hat Dockyard1 den Rücken gekehrt und ist bei Spinefarm gelandet. Viele Veränderungen, welche auch die längere Wartezeit verständlicher machen.

„Prelude For Vendetta“ ist das erwartet keyboardlastige Intro. Das emulierte Klavier sorgt im Zusammenhang mit dem Filmmusik-belasteten opulenten Sound für positive Stimmung. Nahtlos geht der Song dann in “Euphoric Dream“ über: Eine coole, schnelle Nummer, die immer wieder kräftig von Drummer Jere Luokkamäki angetrieben wird, der wohl seine besondere Vorliebe in der Doublebassdrum sieht. Der große Chor hetzt teilweise im Takt mit und wirkt mir ein wenig zu gescheucht und auch ein bisschen zu Hochton-verliebt. Etwas mehr Tiefton und weniger Tempo hätten dem Song sicher mehr Pathos eingehaucht.

„Greed & Vanity“ überzeugt durch den teilweise richtig schön rockig klingenden Gesang von Antti Railio, welcher hier besser zu gefallen weiß als beim Vorgänger. Schön eingängig und trotzdem nicht langweilig hämmert sich der Song durch das Trommelfell der Ohren. Der Kopf bewegt sich im Takt vor und zurück. So kann es gerne weiter gehen.

„Like Warriors“ begibt sich dann aber wieder auf deutlich keyboardschwangere Pfade. Wirklich nicht schlecht, aber mir gefällt hier speziell Juha Mäenpäas Instrument nicht wirklich, da es irgendwie deplaziert wirkt. So schafft man zwar ein erweitertes Klangbild, aber dieser Keyboardteppich nimmt dem Song viel der Power, da helfen dann auch die überaus gelungenen Gitarrensolos nichts. 

„Autumn Leaves“ beginnt fast balladesk, bevor man nach wenigen Sekunden in eher unspektakulären Power Metal abdriftet, der schon fast ein wenig von den Doublebassattacken erschlagen wird. Hier hätte man eine wirklich gelungene Powerballade entstehen lassen können. Dazu wieder die immer wieder etwas befremdlich anmutenden Keyboardhintergründe. Nein, das geht hier in eine falsche Richtung.

„Feared By Dawn“ ist da schon ein anderes Kaliber. Stark, wie man hier dem Orchester zusammenarbeitet und zudem noch brillante Gitarrenläufe von Teemu Koskela und Tapani Kangas vorgesetzt bekommt. Man nimmt sich auch mal ein paar Sekunden Ruhe und lässt den Chor allein wirken. Schade, dass es nicht mehr davon auf diesem Album gibt.

„Lord (Of This Kingdom)” gerät dann sehr zwiespältig. Er gerät zu einem reinen Manowar Klon, der cielleicht noch mit einer winzigen Prise Blind Guardian an der ein oder anderen Stelle gewürzt wurde. Dennoch weiß der Track wirklich zu begeistern. Vielleicht auch deshalb, weil von den angeblichen Kings of Metal nur noch selten etwas in dieser Qualität abgeliefert wird. Ob das nun aber der richtige Weg für Celesty sein soll, wage ich zu bezweifeln. Trotzdem ein echtes Highlight.

„New Sin“ kann da nur viel weniger Stimmung erzeugen, zumal man hier wieder in üblichen Power Metal-Gefilden musiziert. Bassist Ari Katajamäki bildet eine gute Einheit mit dem Schlagzeug. Keine Frage, hier zocken keine Anfänger. Trotzdem klingen hier teilweise die Keyboards wieder ein wenig befremdlich. Eigentlich wird ja doch ein eher düsteres Bild gezeichnet, aber hier sorgt das Tasteninstrument wieder einmal für einen Kontrast.

„Dark Emotions“ wirkt dann wieder ein wenig rockiger, vermag es aber trotzdem nicht, sich im Gedächtnis festzusetzen. Sehr schwach auch das ultra-lahme Ausblenden des Songs. Das wirkt richtig unmotiviert und ideenlos.
„Fading Away“ ist dann wieder besser geraten, auch wenn ich lieber die Gitarren deutlich vor den Keyboards durch meine Gehörgänge flitzen hören würde. Der Refrain weiß zu überzeugen, auch wenn er zu synthetisch begleitet wird.

„Legacy Of Hate Pt. 3” lässt dann erstmals Gänsehaut entstehen. Der wunderschöne weibliche Gesang sorgt im Duett für wirkliche Freude. Die Überraschung ist hier definitiv gelungen. Der in vier Teile gesplittete Song zeigt dann auf, was guten Symphonic Power Metal ausmacht. Der wechselhafte Gesang von Antti Railio sorgt für zusätzliche gute Stimmung. Ein grandioser Abschluss, der auch Juhas Attacken mit seinem Instrument fast schadlos übersteht. Der genannte „Chaos And Destruction“ Instrumental-Part ist sogar richtig progressiv geworden und insgesamt leider viel zu kurz geraten. Schade, dass man nicht noch einmal die weibliche Stimme zum Ende hin stärker hat solieren lassen hat.

Als Bonus gibt es dann noch „Gates Of Tomorrow“. Recht gehetzt ballert sich das Stück durch die Boxen und weiß doch den ein oder anderen Song des regulären Albums auszustechen. Komisch, dass er es nur zum Bonustrack geschafft hat. Die Gitarrenläufe und diesmal auch das Keyboardsolo wissen zu überzeugen. 

Fazit: Gerade nach dem starken Vorgänger hätte ich hier mehr erwartet. Irgendwie verzettelt sich die Band teilweise in zu deutlich auf Power Metal gepressten Liedern. Die Keyboards stören teilweise das allgemeine Klangempfinden und man droht ein wenig in der Masse unterzugehen. Die Band kann mehr, da bin ich mir sicher. Das fünfte Album wird wohl die Weichen endgültig stellen.

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