Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Celeste: Morte(s) Nee(s)

Rabenschwarze Scheibe der Franzosen
Wertung: 7.5/10
Genre: Depressive Black Metal
Spielzeit: 41:27
Release: 21.05.2010
Label: Denovali Records

Den Franzosen sagt man ja nach, sie wären etwas eigen. Dass das zumindest auf ihre musikalischen und vor allem metallischen Ergüsse zutrifft, lässt sich nicht abstreiten, kommen doch so illustre Bands wie die Extreme Symphonic Metaller Scars Of Chaos oder Carnal Lust, die eher dem Brutal Death zugetan sind, aus dem Land des Baguettes. Celeste gehören ebenfalls in die Riege der französischen Metalbands und mit ihrer Mischung aus Black Metal, Doom, Hardcore und Depressive Metal schlagen sie in eine Kerbe, die sie alleine komplett ausfüllen können.

Seit 2005 ist das Quartett aus Lyon bereits aktiv, detailliertere biografische Daten kann man allerdings mit der Lupe suchen, denn Johan (Vocals), Guillaume (Gitarre), Antoine (Bass) und Royer (Drums) machen sich ziemlich rar, obwohl die Jungs schon auf eine EP und zwei Langrillen zurückblicken können, bei denen sich übrigens ein Trend abzuzeichnen scheint, tragen sie doch Namen wie „Pessimiste(s)“, „Misanthrope(s)“ und „Nihiliste(s)“. Mit ihrer neuen Scheibe „Morte(s) Nee(s)“ bleiben die Franzosen zumindest dem Konzept der Namensgebung halbwegs treu – geboten wird hier erwartungsgemäß düsterer Black Metal, der teilweise in die Depressionsliga der Schweden Lifelover rutscht und – man höre und staune – sogar tatsächlich mit ein weniger Hardcore, beziehungsweise einer Prise Deathcore zu überraschen weiß.

Dass das alles zwar chaotisch klingt, aber zusammen durchaus wirkt, davon kann man sich schon beim ersten Stück „Ces Belles De Rêve Aux Verres Embués“ überzeugen: Hier werden Blastbeats mit schauriger Atmosphäre kombiniert und für alle, die wie ich kein Freund der französischen Sprache sind, ist das Black Metal.-Gekeife von Johan genau das Richtige, denn man versteht höchstens hier und da mal Bruchstücke dessen, was der Sänger hier vor uns ausbreitet. Mit seinem bombastischen Instrumentalvorhang zeigt das Stück die Richtung an, die die weiteren Songs zumindest größtenteils einschlagen werden.

Einie gelunge Kombination ist auch das eher getragene „Les Mains Brisées Comme Leurs Souvenirs“, das ein wenig in Richtung Depressive Suicide Black Metal abdriftet, aber mit Shouting statt dem üblichen Gekrächze und doomigen Zwischenpassagen überzeugen kann, die im Laufe der Stücke noch öfter auftauchen werden. Überraschend wird ein schnelles, kurzes Stück mit dem locker-flockigen Namen „Il Y A Biens De Porcs Que Ça Ferait Bander De T’Étouffer“ eingeschoben, das durch minimal gehaltene Breakdowns einen leichten Deathcore-Einschlag verpasst bekommt, aber trotzdem erstaunlicherweise nicht aus dem Konzept fällt.

Mit „En Troupeau Des Louves En Trompe L´Oeil Des Agneaux“ liefern die Franzosen eine recht typischen Black Metal-Walze mit wummernden Drums und dramatischen Gitarren ab, bevor bei „(S)“ das obligatorische leidende Fräulein im Hintergrund zu hören ist. Auf den Gesang wird bei dem Stück komplett verzichtet, aber die Dame hält ihr Gezeter tapfer bis fast zum Ende durch. Was dann wohl mit ihr passiert sein mag?

Zum Ende hauen uns Celeste ein 13-minütiges Baby namens „De Sorte Que Plus Jamais Un Instante Ne Soit Magique“ um die Ohren, das zwar ein wenig zusammengeschustert wirkt mit seinen Versatzstücken aus Black, Doom und Depressive Metal, aber von einer breiten Gitarrenwand und mächtigen Drums so gut unterstützt wird, dass sich doch alles zusammenfügt. Der etwas wirre Eindruck der Platte wird erst völlig bestätigt, als plötzlich mittendrin Streicher und ein Piano auftauchen, die über einer langsamen Gitarre spielen – damit hat nun wohl keiner gerechnet und den Jungs ist ein richtiger Coup mit dem Song gelungen.

Celeste mögen ein wenig wirr und unkonzentriert klingen, fangen mit ihrem Album aber eine Stimmung ein, die tatsächlich ihresgleichen sucht und so höchstens bei einigen wenigen Depressive Black Metal-Bands zu finden ist. Interessant ist die Platte auf alle Fälle, und sogar die klassischen Instrumente im letzten Song stehen ihr gut – wenn auf der nächsten Scheibe noch ein paar klitzekleine Experimente gewagt werden, dürfte das Quartett die (Underground)-Massen begeistern.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna