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Category V: Enter The Tornado

Für Demoverhältnisse ein wirklich erstklassiges Brett
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal, Progressive Metal, Hardcore Punk
Spielzeit: 55:26
Release: 12.04.2007
Label: Eigenproduktion

Nicht schlecht! Normalerweise sind meine persönlichen Erwartungshaltungen gegenüber Demo-CD´s oftmals doch eher gedämpfter Natur. Doch nach dem mich die Berliner von Jan Dorn in diesem Frühjahr schon eines besseren belehrten, dürfen sich nun auch Category V aus dem nordischen Cuxland in die Reihe der „äußerst positiv hervorhebenswerten Exponate“ mit eingliedern...

Gegründet haben sich Category V bereits im Sommer 2006. Doch sollte es sich noch bis Dezember hinziehen, bis mit Wolfram „Wölfi“ Burda (Keyboard & Gesang), Uwe Reese (Schlagzeug), Nico Mauer (Bass) und Matthias „Matze“ Büsing (Gitarre) das komplette Line-up stand. Nach einigen privaten Sessions zog sich das nordische Quartett dann im März und April diesen Jahres zurück, um mit “Enter the Tornado“ ihre erste Demo-CD einzuspielen. Entsprechend soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich eine Demo-CD normalerweise eher weniger durch „Überlänge“ auszeichnet. Doch im Falle von “Enter the Tornado“ schafften es Category V, sogar an der magischen 60 Minuten - Marke zu kratzen!

Doch wer eventuell nun an viel „belangloses Füllmaterial“ denkt, um die Laufzeit unnötig in die Länge zu ziehen, der irrt hier gewaltig! Denn alle der im Schnitt über sechs Minuten langen Songs überzeugen neben ihrer individuellen Klasse und Eigenständigkeit auch durch eine tolle Gesamtatmosphäre und fähige Instrumentenbeherrschung. Sicherlich krankt auch “Enter the Tornado“ an einer etwas zu leisen und dumpfen Endabmischung, wie es bei vielen Demos ja bekanntlich der Fall ist. Allerdings wird dieses Manko durch einfallsreiche Drum- und Riffmaschinen wieder wett gemacht! Category V zünden nämlich nach dem äußerst genialen “Intro“ (welches nur aus sphärischen und bedrohlich wirkenden Synthesizerklängen besteht und ein wahrlich bedrohliches Unwetter ankündigt) eine musikalische Rakete nach der anderen ab...

Hierbei merkt man auch den unterschiedlichen Background der vier Musiker von Category V an: Während mich beispielsweise “Wasteland“ und der Titelsong “Enter the Tornado“ mehr an die guten alten Klänge der Hardcore-Punks von Rawside erinnern, sind die Wurzeln von Tracks wie "The last Goodbye“ und “Ten Commandments“ eindeutig im klassisch-melodischen Heavy Metal zu finden. Hierzu gesellt sich eine rhythmische und gesangliche Eingängigkeit, die ich so bisher nur sehr selten von einer „Newcomerband“ zu Gehör bekam. Wolfram Burda dominiert mit seinen extrem starken Gesangsleistungen zwar das Bild des Albums, drängt die Instrumentalisierung allerdings nie in den Hintergrund. Es „passt einfach“ - egal, ob Burda sich nun in englischer oder deutscher Sprache den Frust lauthals von der Seele singt.

Mehr in die Richtung des Progressive Metals geht es anschließend bei Titeln der Kategorie “Six seven deadly sins“ und “You to me“, die stellenweise durch extrem ausgefeilte Soloarrangements begeistern und einen hohen Wiedererkennungswert in sich bergen. Etwas schmunzeln musste ich allerdings am Ende des 7-minütigen Rock-Hammers “Die letzte Schicht“: Hier hat man doch ganz offensichtlich die bekannten Trash-Metal-Parts aus Metallica´s unsterblicher Anti-Kriegs-Hymne “One“ für sich „zweckentfremdet“... Allerdings wirkt diese Hommage hier mehr liebevoll als dreist, weswegen sie meiner Meinung nach auch völlig in Ordnung geht und den Song zugleich auch noch etwas mehr Rabiaität verleiht.

Fazit: Mit “Enter the Tornado“ haben Category V für Demoverhältnisse ein wirklich erstklassiges Brett abgeliefert! Denn trotz seiner musikalischen Spielfreude und Bandbreite wirkt der Longplayer nur ganz selten überladen oder gekünstelt. Das Material wirkt einfach frisch und unverbraucht. Ebenso spürt man als Hörer förmlich die vorhandene (innere) Harmonie der vier Musiker untereinander, was “Enter the Tornado“ einen zusätzlichen Schuß an Professionalität verleiht.

Deswegen auch mein Rat an alle Plattenfirmen und Labels, die dies jetzt lesen sollten: Hört Euch “Enter the Tornado“ an und gebt Category V eine berechtigte Chance auf einen dotierten Plattenvertrag! Denn etwas besseres als diese motivierten Jungs aus dem Norden Deutschlands wird man im „Amateurbereich“ so schnell nicht wieder finden...

Bestellt werden kann “Enter The Tornado“ übrigens für preiswerte 7€ auf www.category-v.de und wer danach keinen Gefallen an dieser Combo finden sollte, hat definitiv von guter Musik keine Ahnung! Hut ab!

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