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Cataplexy: ... Lunar Eclipse, Chaos To The Ruin

Ein solides Werk im Genre des Black Metal
Wertung: 7/10
Genre: Fast Depressive Black
Spielzeit: 46:03
Release: 09.01.2009
Label: twilight

Mit dem Land im fernen Osten verbindet man eher nicht den ersten Gedanken an Black Metal, wenn man ehrlich ist. Zu sehr hat man, wenn man an das Genre denkt, doch eher die nördlichsten Gefilde Europas im Hinterkopf und nicht etwa das Land der aufgehenden Sonne. 

Cataplexy jedoch, das Trio, bestehend aus M. Curselord (Vocals), Sadis Gordinn (Gitarre) und The Final Slaughter (Drums), will als das beste Beispiel voran schreiten, dass auch aus dem Land des Sushi und des umstrittenen Walfangs nordisch inspirierter Schwarzmetall kommen kann. 

Musikalisch orientiert sich das Trio wie erwähnt am geografisch im nördlichen Europa angesiedelten Black Metal, wie er vor ungefähr zehn bis 15 Jahren vorzufinden war: Im bitterbösen Gesamtkonstrukt knarzt der Sound an allen Ecken und Enden, ein leichtes Rauschen wurde über die gesamte Produktion gelegt, die Songs befinden sich allesamt im recht zügigen Fahrwasser und M. Curselord keift böse ins Mikro.

Hier allerdings muss man auch schon einen kleinen Kritikpunkt ansetzen: Gerade bei den Vocals erliegt man schnell dem Eindruck, dass das stimmliche Spektrum des Sängers nicht mit besonders vielen verschiedenen Facetten ausgestattet ist. Wenn er seine Stimme erhebt, kommt nämlich in jedem Song dasselbe dabei heraus, was die Vocals auswechselbar macht und dabei auch etwas Monotonie aufkommen lässt. Nostalgiker mögen den Gesamtsound der Band kultig bezeichnen, andere nennen es tendenziell matschig in Zeiten der CD. Wenn man eine Vinyl-Scheibe hat, mag das Ganze allerdings durchaus seinen Reiz haben. 

Die Kompositionen klingen allesamt böse, räudig (auch dank des Sounds) und weisen auch dezente Melodiespielereien auf. Von Melodic Black Metal zu sprechen, wäre allerdings übertrieben. Vielmehr setzt das Trio auf seinem Full Length-Debut auf schnell gespielten, düsteren Black Metal. 

Uns so kommen die Jungs in „Dawn Of The Black Sun“ ohne großartige Umschweife direkt zum Punkt. Die Musiker knüppeln, keifen und schreddern sich schnellen Fußes durch den Song, bis dieser am Ende recht abrupt heraus gefaded wird und ein Männerchor erklingt, der, wie man anzunehmen gewillt ist, rückwärts abgespielt wird und der den nächsten Song, „Hideous Path Of Hate From The Abyss“, einleitet. Dieses Stück beherbergt etliche Breaks und in einem dieser Breaks verstecken sich Glockenschläge, die allerdings bei einer fetteren Produktion mächtiger hätten klingen können.  

Das melodische Klangbild von “Under The Moonlight Of Sorrow” weiß mit seinen kalt-bösen Attributen zwar zu gefallen, jedoch gibt es im Bereich des Tempos doch zu wenig, womit sich dieser Song von den bereits gehörten zu unterscheiden weiß.

Einen recht ruhigen Beginn lernen wir von “Graces Of Infidel Blood” kennen. Doch wer glaubt, dass diese Ruhe den Song auch weiterhin bestimmen wird, der irrt - und das gewaltig. Mit verschärftem Tempo geht es nach dem Intro des Songs, der mit seiner Melodieführung zu gefallen weiß, weiter.

Mittlerweile finden immer mehr Melodien den Weg ins Sympathie-Zentrums des Hirns. So auch die des Songs mit dem langen Titel “Blazina Choir Under The Secrets Of Hell“. Mit diesem Stück dürfte jeder Black Metal-Fan glücklich werden. 

Das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrückend, rasen wir mit „Elegy Of Rotten Angel“ durch die kalte Nacht. Dieses Stück macht richtig Spaß, denn die Melodien klingen schön frostnachtkalt und versprühen eine bedrohliche Stimmung, die Geschwindigkeit ist atemberaubend und die heiseren Screams passen wie der Arsch auf den Eimer.

Mit “Desolate Winds From The Devastated Souls” hat sich auch ein kurzes Instrumental-Solo auf die Scheibe verirrt, welches aber etwas sein Ziel verfehlt, da es den Charme der restlichen Songs nicht weiter zu versprühen vermag.
“Groan Of Eternal Hate” offenbart dem Hörer als letzter Song der Scheibe noch einmal wunderschöne blackmetallische Klänge voller dunkelschöner Kälte. 

Es ist wohl genau so gewollt, dass die Songs an allen Ecken und Enden vor sich hin knarzen. Ich denke mal nicht, dass die Japaner da etwas dem Zufall überlassen haben. Meine persönliche Vorliebe treffen sie damit zwar nicht, aber das werde ich nicht als negativ werten. 

Fazit: Zugegeben, ein Überalbum ist "... Lunar Eclipse, Chaos To The Ruin ..." nicht unbedingt, aber ein Album, das sich als durchaus solides Werk im Genre des Black Metal behaupten kann und sicher auch wird. Außerdem zeigt die Scheibe eindrucksvoll auf, dass Black Metal auch aus geografisch weit entfernten Gestaden als denen der nordeuropäischen durchaus funktionieren kann.

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