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Catamenia: VII - The Time Unchained

Wo bleibt die Aufmerksamkeit?
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 47:21
Release: 12.09.2008
Label: Massacre Records

Fast kann einem die Band Leid tun. Seit Jahren liefern Catamenia überdurchschnittlich gute Alben ab und überzeugen auf ganzer Linie – doch scheinbar bekommt davon niemand etwas mit. „VII – The Time Unchained“ ist das achte Machwerk der Finnen und noch immer bleibt die wohlverdiente Aufmerksamkeit trotz Pagan-Bonus aus.

Zwar bedienen sich Catamenia gerne Melodien, die auch bei ihren Genre-Kollegen nicht fehl am Platz wären, klingen dabei aber eine ganze Spur härter. Im Prinzip wird auch diesmal über weite Strecken melodiöser Black Metal geliefert, der durch die ein oder andere folktypische Melodie schnell den Pagan-Stempel aufgedrückt bekommen könnte. Dass der irgendwie nicht passt, hat die Band jedoch selbst bemerkt und so ist nun die Rede von „Nordic Metal“ als Genre.  Catamenia verteilen sich in mehrere Schubladen, schwimmen zwischen den Bezeichnungen, fallen in die Bettspalte: zu hart für 08/15-Pagan-Fans und zu melodisch für stahlharte Black Metal-Anhänger. Das ist aus kommerzieller Perspektive gesehen ein schwieriger Spagat. Doch aus musikalischer Sicht betrachtet bekommen Catamenia ihn so gut hin wie keine andere Band.

Das neue Album klingt roher als der Vorgänger „Location: Cold“: Keyboarder Tero Nevala zog vor der Aufnahme von „VII – The Time Unchained“ nach Moskau – er hatte sich in seine russische Promoterin verliebt. Der Rest der Band entschied sich gegen die Einstellung eines neuen Tasteninstrumentalisten und nahm somit das erste Mal ein Album ohne Synthesizer-Klänge auf.

Am Sound der Band ändert das recht wenig: Zwar ist die Atmosphäre etwas kälter, die Songs klingen ungeschliffener, doch letztendlich vermisst man den sechsten Namen in der Besetzungsliste nur geringfügig bis gar nicht. Stärker fallen Neuerungen beim Gesang auf: Die cleanen Vocals sind nicht nur präsenter als noch bei „Location: Cold“, sondern finden auch deutlich häufiger Verwendung. Ob das eine gute Entscheidung war, sei dahingestellt, denn oft erscheint Kari Vähäkuopus‘ schräger Gesangstil etwas gewöhnungsbedürftig. Auch bei den extremen Vocals hat sich etwas getan. Gerade die hohen Screams sind einerseits noch viel zu extrem, um sie als zurückhaltend zu bezeichnen, doch an den früheren, für Catamenia so typischen, hohen, kalten, keifenden Gesang können sie einfach nicht heranreichen. Wer mit „VII – The Time Unchained“ das erste Mal Catamenia hört, wird das nicht nachvollziehen können, aber wer die älteren Platten gewohnt ist, wird die Veränderung sofort bemerken.

Trotz allem: Je hemmungsloser gekreischt, gegrunzt und geknüppelt wird, desto mehr überzeugen Catamenia. Der großartige Song „Tuhon Oma“ etwa macht alles aus, wofür Catamenia heute musikalisch stehen: Schwarzmetallische Raserei und extreme Vocals werden geschickt mit einprägsamen Melodien kombiniert, während harmonische Zwischenparts für Abwechslung sorgen und einen gewissen Groove-Faktor heraufbeschwören.  „The Time Unchained“ , „Uhrimalja“ und „The Last Day Before…“, als einer der stärksten Songs der Bandgeschichte, schlagen in dieselbe Kerbe und beweisen, dass sich cleaner Gesang auch bei rücksichtslosem Geknüppel gut macht. „Dominion“ dagegen kommt etwas schwerer daher, während „Fallen“ sehr ruhig gehalten ist, mit fast ausschließlich klarem Gesang aufwartet und – als einziger Song - ganz ohne Blastbeats auskommt.

Verglichen mit „Location: Cold“ bietet das neue Werk weniger Abwechslung und weniger überraschende Momente, aber auch weniger Klischees. „VII – The Time Unchained“ ist ein Album geworden, das Catamenia-Freunde zufrieden stellen und potentielle Fans neugierig machen wird. Wer zwar mit Melodien aus dem Folk-Sektor etwas anfangen kann, aber nicht auf Black Metal steht, sollte – wenn überhaupt – erst einmal zum Vorgänger „Location: Cold“ greifen.

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