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Carver: The Great Riot

Was fürs Auge, was fürs Ohr – und ein wenig auf die Fresse
Wertung: 7/10
Genre: Rock, Groove Metal
Spielzeit: 43:03
Release: 08.02.2013
Label: Supreme Chaos Records/Soul Food

Mit welchen Erwartungen geht man an das Debütalbum einer unbekannten ehemaligen Deathcore Band aus Deutschland? Richtig, mit gar keinen. Na ja, man erwartet zumindest Deathcore oder Ansätze davon sucht man vergebens. Ist das schlimm? Nicht wirklich. Aber eins nach dem anderen

Carver aus Stuttgart veröffentlichten bereit unter ihrem alten Bandnamen Subterfuge Carver ihre erste Scheibe („Deathcore“) und versuchen nun, mit ihrem neuen Goldkelchen Daniel Neuberger die deutsche Metalszene mit „The Great Riot“ zu bereichern. In knackigen 43 Minuten bietet das Quartett dem Hörer ein relativ abwechslungsreiches Songaufgebot ohne viel Schnickschnack.

Beim Durchhören der CD erweist sich das beiliegende Booklet der Band zu einem wirklich gelungenen Illustrationsschätzchen. Der mir bis dahin unbekannte Designer und Illustrator Michael Babic trug sehr ansehnliche Werke bei, dessen Stil sich den Lyrics der Band perfekt anpasst - schönes Ding.

Wie schon am Anfang erwähnt, hat das Album ziemlich wenig mit Deathcore zu tun. Ein wenig „Death“ hier, etwas mehr „Core“ da, die früheren Deathcorewurzeln bleiben tief im Inneren des Carver-Erdkerns vergraben, stattdessen vernimmt man eher einen in Richtung Killswitch Engage klingenden Sound mit ehrlichen Clean-Vocals wahr, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Auch bei Grunge-Fans könnte die Scheibe Anklang finden. Thematisch bewegen sich die Songs der Jungs in allseits bekannten Problemen die wohl jeden von uns beschäftigen: Die menschliche Kälte, die uns tagtäglich die Fresse poliert, das Leben und somit das eigene Schicksal endlich in den Griff zu kriegen oder auch das „persönliche Hamsterrad“, in dem wir uns selbst verschließen oder gezwungenermaßen einbuchten lassen.

Das Album ist gespickt mit zehn ohrwurmtauglichen Musikstücken wie z.B. „Precilla“ oder dem angenehm langsamen „No One“, welches so melancholisch vor sich hin dümpelt und bei dem man anfängt, in Erinnerungen zu schwelgen, von regnerischen Tagen und - ach weiß der Geier, eine schöne Nummer ist es jedenfalls.

Selbstverständlich gibt es auch schnelle Songs mit Pogo-Potential („Toilet Diver“, „From Behind“), doch Highlight des Albums ist wahrscheinlich das tatsächlich gelungene Massive Attack-Cover „Teardrop“. Obwohl der Song beim ersten Hören nicht wirklich überzeugen konnte, gefiel der wirklich sympathische Gesang beim weiteren Hören immer mehr, die gesamte Komposition ist einfach klasse geworden. Mit dem Album sollte man sich definitiv etwas länger beschäftigen, erst beim mehrmaligen Hören hat sich der erste Eindruck noch mal um ein Vielfaches verbessert.

Alles in allem kann man wenig meckern. „The Great Riot“ ist ein gelungenes Debüt, mit Luft nach oben. Den potentiellen Hörer erwartet eine Prise von allem: mal rockig, mal poppig, mal grungig, mal punkig, langsam und schnell, vereinzelt etwas unspektakulär, trotzdem eine runde Angelegenheit.

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