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Carnal Forge: Testify For My Victims

Verleitet zum Schwärmen
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal, Modern Metal
Spielzeit: 48:19
Release: 21.05.2007
Label: Candlelight Records

Mit dem Vorgänger „Aren´t You Dead Yet“ (2004) gab es im Hause Carnal Forge schon so etwas wie eine kleine Kurskorrektur. Weg vom permanenten Thrashgeballer und hin zu variableren Songaufbauten. Thrash meets Modern Metal könnte man sagen. Nein, kein Metalcore. Nein, keine tausendste In Flames/Soilwork – Kopie. Einflüsse aus dem Hardcore oder eingeschobene Downstroke-Passagen sucht man bei Carnal Forge mit der Lupe (gut so).

Außerdem bleiben „süßliche“ Cleangesänge bei den Schweden außen vor, was wirklich gut tut und den aggressiven Fluss der Mucke zu keiner Zeit stört. Wenn sich der Gesang zur melodischen Seite neigt, dann mit Kraft, Power und immer noch mit Verzerrung auf den Stimmbändern. Musik für Metallerherzen also und keine Mucke, die wie ein künstliches Produkt wirkt (leider im Metal auch schon an der Tagesordnung).

„Testify For My Victims“ könnte sich trotzdem für die 1997 gegründete Schwedencombo zum Sprungbrett in die Oberliga eignen. Das Potential ist unüberhörbar. Vergleiche zu Hatesphere drängen sich mir da förmlich auf. Warum? Weil…weg vom alten Eisen (musikalisch gemeint) und hin zu modernen Einflüssen, ohne jedoch die Wurzeln zu verleugnen. Dazu dann noch eine zeitgemäße, amtlich fette Produktion und fertig ist die Laube.

Erstaunlich ist, dass auf „Testify For My Victims“ mit „Subhuman“ gerade mal eine Nummer vertreten ist, die mich nicht überzeugt. Das war es dann aber auch schon. Ok, mit dem Rausschmeißer „Ante Mori“ kann der geneigte Hörer so seine Probleme haben. Hier geht es nämlich zähfließend und schleppend voran. Kein Thrash, geschweige denn Midtempo ist in Sicht. Doch wer die letzten Entombed-Scheiben mag, der mag auch diesen Song. Denn wirklich schlecht ist er nicht, passt nur wie angedeutet nicht zum Rest der Platte.

Dagegen machen Carnal Forge bei den übrigen Verdächtigen keine Gefangenen. Der Titeltrack und gleichzeitiger Opener „Testify For My Victims“ fällt ohne Umwege mit der Tür ins Haus und gibt die Marschrichtung für die nächste Dreiviertelstunde vor. Melodischer Death Metal trifft auf Thrash, super herausgearbeitete Refrains stehen Seite an Seite mit leckeren Gitarrensolos. Und mal ehrlich…wo gibt es so was heute schon noch auf dem Sektor des modernen Metals. Auf Solo wird doch mittlerweile bei jeder halbgaren Teenie-Metalcorecombo verzichtet.

Genau im gleichen Gewand wie der Opener präsentiert sich „Godsend Gods End“. Zwar geht es hier nicht so straight nach vorne los, jedoch ist das Riffing nicht minder intensiv. Und wir wissen ja alle um das Spruchweistum…Härte kommt nicht von Geschwindigkeit. Hört euch nur mal diese Gitarrenarbeit in diesem Song an…einfach nur geil.

Dass Carnal Forge auch mal schauen, was die Konkurrenz so treibt und ob man das nicht genau so hinbekommen würde, davon zeugen „End Game“ (Entombed lassen grüßen) und „Biological Waste Matter“ (Dark Tranquillity). Soll aber nicht heißen, dass die Songs qualitativ B-Ware sind. Ganz im Gegenteil. Gerade der Erstgenannte zählt für mich zu den Highlights der Platte.

Aber genug der elenden Schwärmerei. Es muss ja nicht übertrieben werden mit Aussprüchen wie: „der Rest des Albums ist schlichtweg der Hammer“ oder „besser habe ich solche Mucke die letzten Monaten nicht gehört“. Oder vielleicht sollte ich das doch sagen/schreiben? Ach was soll, ich lasse es stehen.

So dann, Mädchen und Buben. Auf zum Plattenladen eures Vertrauens, Mücken raus und die neue Carnal Forge eingesackt. Sichert euch verdammt noch einmal die Platte des Monats und den bisher heißesten Anwärter auf das Album des Jahres im Modern Metal Bereich, auch wenn sie sich die Auszeichnung mit Hatesphere teilen müssen. Aber das können die Jungs sicherlich verkraften.

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