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Carnal Decay: Chopping Of The Head

"Einmal die Schlachtplatte, bitte..."
Wertung: 6/10
Genre: Brutal Death Metal
Spielzeit: 29:58
Release: 25.08.2008
Label: Fastbeast Entertainment

Mit ihrem zweiten Album „Chopping Off The Head“ präsentieren die Schweizer Carnal Decay der Death Metal-Gemeinde ihr zweites Full Length Album.

Geboten wird angenehm druckvoll produziertes Geballer, das dennoch immer eingängig und groovig bleibt, was ein wenig an neuere Kataklysm erinnert. Abgerundet wird das Ganze von einem von Frank Miller (Sin City) inspiriertem Cover und den genreüblichen blutigen Texten. Mein ganz persönlicher Lieblingstitel ist „Shotgun Facelift“, aber das nur am Rande. Die Verpackung stimmt also schon einmal, denn auch das Booklet ist im düsteren Stil des Covers gehalten und wartet sogar mit einer kleinen Story auf, die zwar nicht bahnbrechend, aber eine schöne Abwechslung zum ewig gleichen Innenleben der CD-Einlagen ist.

Wie bereits erwähnt ist die Produktion gut gelungen, auch wenn der Gesang doch ein wenig zu sehr in den Vordergrund gemischt wurde und damit die Gitarren ziemlich in den Hintergrund stellt. Dafür hauen die Drums auf Songs wie „One By One“, „Bowel Bondage“ oder „Fartover“ (eine interessante Wortschöpfung übrigens) ordentlich rein. Im Prinzip aber lässt sich hier nichts entdecken, was man nicht schon von zig anderen Releases her kennt. Splattertexte, hohe Geschwindigkeit und Filmintros vor den Songs haben heutzutage keinen Seltenheitswert mehr. Das macht es auch schwer, viel über Carnal Decay zu schreiben.

Handwerklich ist es bei dieser Geschwindigkeit Pflicht, im instrumentalen Bereich einiges auf dem Kasten haben und diese Prüfung bestehen Carnal Decay mit Bravour. Wenn man live einen derartigen Hassklumpen wie „Mutilation Is My Passion“ um die Ohren geblasen bekommt, wird es kein Halten mehr geben. „Friendly and violent fun“, nennt man so etwas wohl.

Womit wir wieder beim naturgemäßen Problem dieses Stils sind: Metalfans, die einen gewissen Wert auf Melodien und Abwechslung legen, werden von „Chopping Off The Head“ wohl so heftig vor den Schädel gestoßen werden, dass der Albumtitel Wirklichkeit werden könnte. Das ist zumindest aus meiner subjektiven Sicht das Problem dieser Platte. Live sollte die ganze Chose, wie bereits vermutet, anständig ins Genick gehen, aber es werden wohl nur wirklich hart gesottene Metalheads in der Lage sein, Carnal Decay aus unzähligen anderen ähnlich tönenden Bands heraus zuhören. Warum man sich für den Heimbedarf dann gerade dieses Album und nicht eines der großen Bands zulegen sollte, bleibt also ungeklärt.

Fans von Kapellen wie Mortician (die hier mehr als einmal Pate standen) oder Dying Fetus sollten also ihre helle Freude an „Chopping Off The Head“ haben und sogar Unterschiede im Songwriting der einzelnen Tracks ausmachen. Mir persönlich ist das nur beim etwas(!) gemäßigteren „Predatory Instinct“ gelungen. Kaufempfehlung? Wenn ihr Lust auf einen richtig fiesen Nackenschlag habt, dann ist Carnal Decay eure Band. Denn der Enthusiasmus mit dem die Band zu Werke geht ist unmöglich zu überhören. Die Schweizer haben sich mit „Chopping Off The Head“ selbst einen großen Gefallen getan, denn die Leute, die sie erreichen wollen, sollten mit diesem Album eine Menge Spaß haben. Aber eben auch nur die!

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