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Cardillac Complex: Something Will Remain

Gelungenes, abwechslungsreiches Debütalbum
keine Wertung
Genre: Dark-Rock
Spielzeit: 61:25
Release: 25.05.2018
Label: echozone

Cardillac Complex? Noch nie gehört und irgendwie vermutet man tatsächlich eher einen Druckfehler, aber mit Cadillac und Strandfeeling hat die Musik der Münsteraner Band mal so überhaupt nichts zu tun. Der Name bezieht sich vielmehr auf die Novelle „Das Fräulein von Scuderi“, welche den Widerspruch von Kunst und deren Verkauf zum Thema macht. Und scheinbar kann sich der Fünfer auch nicht so wirklich von seinen Werken trennen, immerhin dauerte es fünf Jahre seit dem Release ihrer EP, um neue Stücke unter die Menschheit zu bringen.

Geboten werden elf Songs, die man allesamt mehr oder weniger in die Richtung Dark-Rock schieben kann, wobei die Anleihen hier tatsächlich von Pop-Elementen bis hin zum Metal-Einfluss gehen. Mag sein, dass dies nun erstes Stirnrunzeln verursacht, immerhin gehen die Versuche, verschiedenste Genre einzubinden, doch recht häufig schief. Im Falle von „Something Will Remain“ kann man allerdings Entwarnung geben. Erfreulicherweise gehen die verschiedenen Stilelemente eine nahezu perfekte Symbiose ein, bei der man zu keiner Zeit das Gefühl hat, dass sich die Münsteraner irgendwie verrennen. Stattdessen bekommt man ein rundes, in sich ruhendes Werk zu hören, welchem Fans von Dark-Rock wohl sehr wohlgesonnen gegenüber stehen dürften.

Die Kollaboration der Stile bringt natürlich in Sachen Vielseitigkeit ordentlich Punkte auf die Waage, so stellt sich schon das Startdoppel recht abwechslungsreich dar: Der Opener „Life Won“ kommt für einen Startschuss zwar erstaunlich zurückhaltend um die Ecke, verfügt aber zum einen über einen fetten Refrain und bietet zudem ausreichend Dynamik. „Something Will Remain“ stellt sich hingegen schon etwas treibender dar und zeigt eine ausgewogene Mischung aus Sanftheit und Härte, die völlig überzeugt. Was bei diesen beiden Tracks schon hörbar ist, manifestiert sich auch auf dem Rest der Platte: Cardillac Complex schaffen es immer wieder, ihren Songs einen guten Spannungsbogen zu verleihen, sodass nie das Gefühl von Langeweile aufkommt und tatsächlich die gesamte Scheibe ohne jegliche Ausfälle auskommt.

Getragen werden die Titel von der angenehm warmen Stimme Ole Arntz', welche den Stücken einen ordentlichen Tiefgang verschafft. Wenngleich man hier anmerken muss, dass sich der Fronter eigentlich nie wirklich aus seinem stimmlichen Wohlfühlbereich herausbewegt und man sich stellenweise etwas mehr Wagnis wünschen würde. Aber wenn man schon beim Thema Intensität und Stimme ist, muss man unbedingt die  kraftvolle Ballade „All The Monsters“ aufgreifen, die zu den absoluten Highlights von „Something Will Remain“ zählt, was nicht zuletzt direkt daran liegt, dass sich Gastsängerin Susanne hier perfekt einbindet.

Neben den schon benannten Titeln findet sich mit „Belief“ noch eine regelrechte Feuerzeug-Hymne auf dem Silberling ein, die bereits mit ihrem dominanten Auftakt anständig Spaß macht. Und wer nach dem letzten Song „Died By Your Hands“ nicht sofort abschaltet, bekommt gar noch einen Hidden Track zu hören. Die Akustikversion von „Yesterday's Burden“ kann nicht nur überzeugen, sondern hätte gern auch den Platz mit der Rock-Variante tauschen können, stellt sie sich doch gar noch etwas ausdrucksvoller dar.
 
Das Fazit zu „Something Will Remain“ kann man kurz machen: Ein stimmiges und einnehmendes Album, welches mit abwechslungsreichen, von Melodik geprägten Stücken punktet und vom ersten bis zum letzten Song durchdacht wirkt.

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