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Cardiac: Spread And Infect

Gute Ansätze, jetzt heißt es, Potenzial ausschöpfen
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Metalcore
Spielzeit: 25:25
Release: 12.03.2010
Label: Eigenproduktion

Irgendwann weiß man als Musikschreiberling selbst nicht mehr, wie man ein Review am geschicktesten anfängt, ohne sich in endlos wiederholten Phrasen zu verlieren. Die Bayern Cardiac erfüllen auf den ersten Blick aber auch nicht unbedingt die Kriterien, die nötig sind, um eine halbwegs effektvolle Einleitung auf den Bildschirm zu bringen: Die vier Musiker zocken seit Ende 2007 gemeinsam, haben wie fast jede Band schon den ersten Besetzungswechsel hinter sich und trotz der recht kurzen Historie bereits ein Neun-Track-Demo und – man höre und staune – eine Live-DVD am Start. Mit „Spread And Infect“ gibt es jetzt die erste EP auf die Ohren.

Was bieten die Jungs, fragt man sich da, und die Antwort fällt ebenso eindeutig wie simpel aus: guten, herzhaften Metalcore mit Death-Metal-Einflüssen. Sänger Ferdi glänzt durch teils gesprochene, teils geshoutete Passagen und hat vor allem bei dem Teil des Gesangs, der nicht so sehr geschrien wird, eine sehr kernige Stimme, die der Band sicherlich ordentlich Wiedererkennungspotenzial einbringt. Wie das bei Eigenproduktionen so der Fall ist, kann man sich nicht gerade über ein brillantes Sounderlebnis freuen – die Bassdrum holpert stellenweise ein wenig vor sich hin und die rauen Schreie von Ferdi klingen in manchen Passagen, als stünde er ziemlich weit vom Mikro weg.

Insgesamt preschen die Songs auf „Spread And Infect“ zwar gehörig nach vorne, es fehlt aber an klanglicher Tiefe und ein wenig an Dynamik, obwohl das Schlagzeug immer schön vorangaloppiert und auch die Gitarrenwände kaum Wünsche offen lassen. Der Opener „My Eyes Are Blind“ ist reichlich modern ausgerichtet, von sehr tiefen Growls bis zu Schreien ist alles dabei und der Wechsel zwischen schleppenden Passagen und rasanten Gitarrenläufen zimmert schon ein breites Grinsen ins Gesicht eines jeden Metallers.

Im Verlauf der fünf Songs driften die Gitarren sowie die Vocals häufiger in Old-School-Gefilde ab – die Gitarren klingen räudiger, der Gesang ein wenig mehr nach Todesmetall der alten Schule, ohne allerdings moderne Elemente zu vernachlässigen; immer mal wieder tauchen Breakdowns auf, die die Songs auflockern und den Staub aus den Boxen pusten.

Das absolute Highlight der EP bildet dann ohne Zweifel „When A Squirl Beats Your Ass“. Hier gibt es für den Hörer richtig was auf die Zwölf, starke Breakdowns werden mit kräftigen Growls kombiniert und die Dynamik reißt nicht nur auf Platte mit – live ist das Lied sicherlich ein Moshfeger erster Güte, zumal das erstklassige, leicht sphärische Gitarrensolo in der Mitte des Songs das Ganze noch ein bisschen experimenteller gestaltet und einen geradezu dazu zwingt, die Repeattaste zu betätigen.

„The Colors Of Black And White“ bietet dann als Rausschmeißer nicht nur einen entweder sehr philosophischen oder verdammt unlogischen Titel, sondern bolzt auch in bester Schweden-Death-Manier durchs Unterholz. Dafür klingt das Stück aber auch mit Abstand am schlecht produziertesten, was den Hörgenuss gleich wieder ein wenig trübt, bis die schönen Fade-Out-Gitarren einen wieder ein wenig gnädiger stimmen können.

Fazit: Cardiac ist mit ihrer EP sicherlich nicht der ganz große Wurf gelungen, aber wenn die Jungs mit soviel Spielfreude an ihre Liveshows wie an die Aufnahmen zu dieser Scheibe gehen, dürfte das Geld für eine professionelle Produktion bald reingeholt sein. Gute Ansätze sind aber allemal vorhanden, wenn man sich allein das triumphale „When A Squirl Beats Your Ass“ anschaut. Jetzt gilt es nur noch, das Potenzial komplett auszuschöpfen – aber damit dürfte die Band in absehbarer Zukunft keine Schwierigkeiten haben.

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