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Cardiac Casper: Related To The Heart

Da ist noch Platz nach oben
Wertung: 6.5/10
Genre: Metalcore, Alternative Metal, Electro
Spielzeit: 48:11
Release: 04.12.2010
Label: Transhumanz Records

Eigens für den speziellen Mix, den die Herren von Cardiac Casper fabrizieren, hat sich das Label Transhumanz Records gegründet. Nun ist an einer Mischung aus Metalcore, Alternative Metal und Electro eigentlich nichts so Ungewöhnliches, aber wie die Sechs auf ihrem Debüt „Related To The Heart“ so vor sich hin musizieren, erinnert zumindest die Schreiberin dieser Zeilen an eine ganz eigentümliche Kombination: Die alten Songs von Smile Empty Soul, gepaart mit den Adema-Stücken aus der „Planets“-Phase, als zwar elektronische Elemente mit eingebaut wurden, diese aber dezent und irgendwo sehnsuchtsvoll im Hintergrund herumwaberten.

Wer jetzt beide Bands kennt, aber mit der Beschreibung dennoch wenig anfangen kann, sollte sich einmal Cardiac Caspers „Won’t Let This Die“ anhören, einen der packendsten Songs der gesamten Platte, bei dem einem die Gänsehaut die Beine rauf- und runterjagt. Bei so einem Stilmix ist natürlich der Sound extrem wichtig, aber da haben die Betreffenden wirklich einen guten Job gemacht. „About Withered Love Confessions“ fängt da noch ganz lässig in Midtempo an, ein guter Alternative-Metal-Song mit klarem Gesang und ein bisschen Geschrei im Hintergrund. Hauptsänger Manu klingt jung und unproduziert, kann aber glücklicherweise die Töne halten und, was fast noch wichtiger ist, er ist der englischen Sprache mächtig. Da hat man von anderen Bands schon beträchtlich schlimmere Sachen vorgesetzt bekommen.

Auch „Things Have Changed“ entwickelt sich ähnlich wie „About Withered Love Confessions“, wobei man den Jungs ein Kompliment für ihre teils recht simple Songstruktur (vor allem im Refrain) und gleichzeitigen Spielspaß machen muss. Obwohl man die Arrangements teilweise schon recht ähnlich des Öfteren gehört hat, kann man sich das Stück mehrfach anhören, ohne gelangweilt zu sein. Das folgende „A Touch Of Ray On“ entpuppt sich dann als echter Ohrwurm mit lustig quietschigen Keyboards und einem einprägsamen Refrain.

Zur Mitte des Albums hin haben Cardiac Casper irgendwie einen kleinen Durchhänger. Einzeln angespielt sind die Lieder immer noch gut, aber als Gesamtes rauschen sie merkwürdigerweise ziemlich rasch an einem vorbei, ohne großartig Eindruck zu hinterlassen. Dafür bringen die Jungs mit „Won’t Let This Die“ und „Unwinged To The Ground“ gleich ein Hammerdoppelpack in der zweiten Hälfte am Start. Ersterer Track wurde schon weiter oben eingehend besabbert, aber auch dem zweiten Teil des dynamischen Duos muss der gebührende Respekt gezollt werden, vor allem der Refrain fordert geradezu den Gebrauch der Repeat-Taste heraus. Allein die Kombination von klarem Gesang und etwas leiseren Screams ist es wert, immer und immer wieder gehört zu werden.

Komischerweise gehören auch Cardiac Casper zu den Bands, die ihre besten Songs ans Ende der Platte stellen. Von „Won’t Let This Die“ bis hin zum vorletzten „Running In Circles“, dem letzten richtigen Song, dem nur noch das auch wirklich schöne „Outro“ folgt, kann man sich die letzten fünf Tracks in einem Durchgang anhören, ohne dass der Begeisterungssturm abreißen würde. Hier stimmt so ziemlich alles: die Instrumentals, die Vocals, das Feeling. Warum nicht das ganze Album so hinreißend ausfällt, bleibt ein Rätsel und schade ist es noch dazu – so kann man für das letzte Drittel zwar mindestens neun Punkte geben, der durchhängende Mittelteil versaut aber leider massiv die Wertung. So bleiben am Ende 6,5 Punkte für eine Band, die sich mit etwas Durchhaltevermögen noch in die Köpfe einiger Core-Fans spielen wird, hier aber bei Weitem nicht die Leistung bringt, die sie sicherlich abrufen kann.

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