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Cannonball Ride: Entchant The Flame And Let It Breathe

Für eine Erst-EP ziemlich überzeugend, live bestimmt aber noch um einiges geiler
Wertung: 7.5/10
Genre: Metalcore, Melodic Death Metal
Spielzeit: 25:00
Release: 06.04.2012
Label: Burnside Records

Cannonball Ride – der Ritt auf einer Kanonenkugel; Menschen, die ein bisschen Ahnung von Literaturgeschichte haben, werden dabei direkt an den guten Lügenbaron Münchhausen denken müssen, der immer und überall armen Menschen seinen Schmarrn aufgetischt hat. Den fünf Österreichern ist nun natürlich nicht daran gelegen, den Hörer von vorne bis hinten zu bescheißen; vielmehr geht es laut eigener Aussage darum, scheinbar unmögliche Dinge in Angriff zu nehmen und dabei über sich selbst hinauszuwachsen. Klingt zu optimistisch für eine Metalband? Ja, könnte man meinen – aber Cannonball Ride schmeißen auf ihrer Debütscheibe „Entchant The Flame And Let It Breathe“ eben nicht mit düster-makabren Bildern um sich, sondern sie kümmern sich eher um gesellschaftsbezogene Themen (obwohl auch die mitunter deprimierend genug sind).

Bevor man sich mit der Musik der Wiener näher beschäftigt, startet man mal ganz nebenbei den ersten Durchlauf. Als „unkonventionell“ werden die Songs in der Presseinfo beschrieben, was im Grunde zwei Sachen bedeuten kann: Entweder, die Track sind wirklich frisch und innovativ, oder sie sind so wirr zusammengepfriemelt, dass selbst die Band nicht mehr ganz durchblickt. Zum Glück ist das auf „Entchant The Flame And Let It Breathe“ nicht der Fall, dafür wird die Platte mit ordentlich Spielfreude und hörbarer Begeisterung seitens der Mitglieder vorangetrieben. Das ist in jedem Fall ein großer Pluspunkt, den die Herren gleich zu Beginn der Platte einheimsen können.

Stilistisch wird’s da schon ein bisschen schwerer, auf den ersten Blick tendiert man nur zu leicht in die Metalcore-Sparte, angereichert mit Death Metal – dass die Jungs ihre Musik selbst Mosh’n’Roll nennen, kann man sich zumindest vom Groove her erklären. Zwar leidet hier bei gerade mal fünf Songs die Quanität ein wenig, dafür legen Cannonball Ride aber schon mit dem Opener „Grasping For The Wind“ ordentlich los und mischen leicht old schoolig klingende Hardrock-Gitarren mit ordentlich Geschrei – der Refrain wirbelt dann richtig Staub auf, zumal die beiden Sänger und Gitarristen Florian und Gernot stimmlich richtig was draufhaben.

Der Titeltrack gleich im Anschluss breakdowned da schon sehr viel eher in den unteren Magenregionen, wüstes Geschrei und kreischende Gitarren schaukeln sich gegenseitig hoch und fertig ist das wilde Moshgebräu. Da kann man sich direkt vorstellen, wie das ganze Spektakel live aussieht. Im finalen „Reference To Revelation“ fällt dann insofern ziemlich aus dem Rahmen, da hier nach dem üblichen Geschredder und Gekeife eine junge Dame zum Zuge kommt, die zwar eine sehr hübsche und angenehme Stimme hat, aber irgendwie so gar nicht ins Gesamtbild des Songs passen mag. Da sie aber so klingt wie sie klingt und nicht in hohles Operngeplärre abdriftet, nimmt man ihr das gar nicht mal übel.

Fazit: So sehr Cannonball Ride auch auf Platte überzeugen können, man hat bei fast jedem Track das sichere Gefühl, dass er live alles wegblasen könnte. Nun müssen die Österreicher aber erstmal beweisen, dass sie auch auf Full-Length-Niveau mithalten können – man darf auf die Folgeplatte gespannt sein, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Bis hierhin gibt’s für „Enchant The Flame And Let It Breathe“ erstmal zufriedene 7,5 Punkte.

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