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Canning, Brendan: Something For All Of Us...

„Something For All Of Us…“ ist zumindest für fast jeden von uns etwas
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock, Pop
Spielzeit: 48:13
Release: 12.09.2008
Label: Al!ve

Brendan Canning, neben Kevin Drew das zweite Gründungsmitglied der Broken Social Scene, veröffentlicht nun mit “Something For All Of Us…” sein Solo-Debütalbum. Der Longplayer ist Teil der Broken Social Scene Presents…-Reihe. Canning hat zwar die Songs komponiert, eingespielt wurden sie allerdings mit den Musikern der BSS, sowie ein paar Gastmusikern.

„Something For All Of Us…“ ist ein sehr vielseitiges Indie-Rock Album mit vielen poppigen Klängen.

Im Großen und Ganzen ist die Musik sehr ruhig gehalten. Meist herrscht eine sehr beruhigende, träumerische Stimmung vor, wie bei „Chameleon“, „Antique“ Bull“ und „Been At It So Long“. Eher selten erreicht das Tempo die Grenze zum mid-tempo Bereich. Hierhin schaffen es nur der Titeltrack und die beiden experimentellen, elektrischen Titel „Churches Under The Stairs“ und „Love Is New“. Beide greifen zusätzlich auch noch auf eine weibliche Gesangsstimme zurück. Bei „Love Is New“ schafft Canning es, sogar eine Atmosphäre zu erzeugen, die stückweise an die Südsee erinnert.

Brendans Vocals erschallen stark gebunden, sowie leicht nasal aus den Boxen, was vor allem bei „Hit The Wall“, dem akustischen „Snowballs & Iciles“ und dem von Piano und Gitarre getragenen „Take Care, Look Up“ besonders zur Geltung kommt. Bei „Hit The Wall“ wird im Backgroundgesang ein Chor eingesetzt, doch hier ist das Album sehr variabel. Backingvocals spielen meist eine tragende Rolle. Manchmal sind diese nur verschwommen eingestreut wie bei „Antique Bull“, dann kommen aber auch die Stimmen der Sängerinnen Lisa Lopsinger und Amy Millan zum Einsatz. Bei „Been At It So Long“ übernehmen diese stellenweise sogar den normalen Gesang.

 

Ein weiteres Merkmal des Longplayers sind die langen Instrumentalteile. Das fällt vor allem bei „Love Is New“ und „Take Care, Look Up“ auf, die dadurch zwar ihren sehr ruhigen, träumerischen Klang bekommen, da hier häufig ein immer wiederkehrender Rhythmus dominiert, jedoch auch für den ein oder anderen Hörer dadurch zu lang wirken können. Die Krönung des Ganzen ist der rein instrumentale Titel „All The Best Wodden Toys Come From Germany“, der erst nur mit Drums und Synthies dahinplätschert, in sich allerdings eine Steigerung aufweist und dann durch die Melodie der Violine abgelöst wird, bevor es sehr ruhig und leicht elektronisch endet.

Im Bereich der Instrumente ist auch eine große Vielfalt zu verzeichnen. Neben der normalen Besetzung aus E-Gitarre, Bass und Drums, kommen hier noch Saxophone, welche bei „Chameleon“ im Mittelteil klar herauszuhören sind, Violinen, Klavier, Synthies, Akustikgitarre und Percussion hinzu. Letztere prägen den Schluss von „Take Care, Look Up“.

Fazit: „Something For All Of Us…“ ist zumindest für fast jeden von uns etwas. Durch den großen Abwechslungsreichtum spricht das Album viele Leute an. Die Kompositionen sind anspruchsvoll, haben aber alle eine eigene Identität und passen im Gesamtkonzept zusammen.

Das einzige, was für viele vielleicht ein Manko darstellen mag, sind die häufig sehr langen Instrumentalteile und das durchgängig ruhige Tempo. Ausbrüche wie bei „Chameleon“ sind eher selten zu verzeichnen. Soundtechnisch ist eigentlich alles im grünen Bereich. Zwar scheppern die Drums beim Ende des Titeltracks etwas, aber das stört nicht weiter. Jedoch ist es ein Teil der Philosophie der Broken Social Scene, die Vocals von der Lautstärke nicht besonders von den Instrumenten abzuheben. So scheinen diese häufig in den Hintergrund zu rücken, wenn alle Instrumente mit ihnen auf einem Level spielen. Alles in allem ein sehr gelungenes Album, das gut mit den BSS Veröffentlichungen mithalten kann.

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