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Cannibal Corpse: Tomb Of The Mutilated

Für viele DieHard-Fans das non-plus ultra
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 35:13
Release: 22.09.1992
Label: Metal Blade

Keine andere Death Metal Combo dürfte allgemein so bekannt sein wie die Jungs aus Buffalo. Ihre durchweg zensierten Cover, ihre blutrünstigen Splattertexte, die mehr als einmal in das Geschmacklose übergehen und ihr in all den Jahren immer besser werdendes musikalisches Können, das mittlerweile in unglaublicher Technik und Präzision gipfelt, machen Cannibal Corpse zu einer Größe, die im extremen Metal nicht mehr wegzudenken ist. 

Das war allerdings nicht immer so, denn erst mit dem dritten Werk „Tomb Of The Mutilated“ konnten Cannibal Corpse einen bleibenden Eindruck hinterlassen, die sie vom Ruf einer mittelmäßigen Bolztruppe befreite. Meiner Meinung nach haben sie dies auch erst vollends mit dem Hammeralbum „The Bleeding“ geschafft. Denn die ersten 3 Alben kränkeln absolut an den Vocals. Chris Barnes (nun Six Feet Under) röchelt hier so tief und gänzlich ohne spezielle Gesangslinie, dass es manchmal einfach nach nichts klingt, auch wenn die Tiefe seiner Stimme wirklich beachtlich ist.

Doch trotz diesem Defizit gibt es gleich mit dem ersten Song einen Klassiker, mit dem sich die Band selbst immer messen lassen muss. „Hammer Smashed Face“ ist ein Übersong, mit genialen Riffs und tollen Tempiwechsel, und dank der gelungenen Produktion knallt er ohne Ende. Das folgende „I Cum Blood“ fährt eine ähnliche Schiene vom Tempo, ein eher ruhiger Song mit einer guten Heaviness, die durch gelegentliche Blasts ergänzt wird.

Doch die nächsten zwei Songs setzen einem gesanglich echt zu. „Addicted To Vaginal Skin“ ist ein Gebolze und durch den Gesang klingt es eher nach einer Parodie als nach einem ernstgemeinten Song. „Split Wide Open“ ist da nicht viel besser, besitzt allerdings ordentliche Bangpassagen.

Zum Glück steigt die Qualität dann wieder mehr und mit „Necropedophile“ bekommt man klasse Riffs und typisches CC-Songwriting geboten, dass sie heute noch nicht abgelegt haben. Das Sample mit den Kinderstimmen am Ende setzt dem Ganzen dann auch noch die Ekelkrone auf. Mit „Cryptic Stench“ kommt dann der für mich zweitbeste Song des Albums, er ist heavy, obwohl auch ordentlich geknüppelt wird und er besitzt auch einige sehr gelungene Tempiwechsel.

Abgesehen vom unappetitlichen Titel hat „Entrails Ripped From A Virgins Cunt“ eine ordentliche Prise Thrash mit tollem Riffing zu bieten, das durch ein ausgiebiges Solo bestens untermalt wird. Abgeschlossen wird „Tomb Of The Mutilated“ durch „Post Mortal Ejaculation“ und „Beyond The Cemetary“, wobei letzterer klar der schwächere Song ist. Obwohl er ein tolles Riff besitzt, das abgedämpft regelrecht zum Schaukeln einlädt, überzeugt das ruhiger gehaltene „Post Mortal Ejaculation“ mit seinen Melodien mehr. Vor allem die Bridge klingt frisch, denn während das Drumming schnell ist, gleicht das Riffing träger Lava und selbst Barnes kommt aus seinem Sumpf heraus und schmettert endlich ein paar Screams in die Runde.

Fazit: „Tomb Of The Mutilated“ ist kein schlechtes Album, dafür sind hier zu begabte Musiker am Werk. Es besitzt, wie man es von Cannibal Corpse gewohnt ist, einige Killerriffs und vor allem die Perle „Hammer Smashed Face“ zeichnet dieses Album aus. Doch dieses Niveau wird im weiteren Verlauf nicht nochmal erreicht und leider Gottes wirken die Vocallines stellenweise derart plump und unausgereift, dass es die Songs herunterzieht, obwohl diese das überhaupt nicht nötig hätten. Die Leistung eines Chris Barnes in allen Ehren, aber es vermiest einem den Hörspaß.

Klar ist für viele DieHard-Fans dieses Album das non-plus ultra. Aber nüchtern betrachtet stellt der Nachfolger „The Bleeding“ dieses Werk hier in den Schatten, auch wenn „Hammer Smashed Face“ ein Übersong ist. Doch ein Song zeichnet kein ganzes Album aus.

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