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Candlemass: The King Of Grey Islands

Die Doom-Legende kehrt mit neuem Sänger zurück
Wertung: 9.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 54:0
Release: 22.06.2007
Label: Nuclear Blast

Es hat sich viel getan in der Welt von Candlemass. Nach den permanenten Meinungswechseln von Messiah Marcolin, ob er nun das Album einsingen soll oder nicht, hat Leif Edling endlich die richtige Entscheidung gefällt und ihn rausgeschmissen. Hoffen wir mal, dass es nun auch so bleibt. Warum hoffen? Nun, Robert Lowe ist ein mehr als ebenbürtiger Ersatz. Auch wenn Messiah eine kräftigere, farbenfrohere Stimme hat, weiß Robert seine Stimme besser einzusetzen, auch ohne bei lang anhaltenden Tönen ständig das Vibrato einzusetzen.

Aber der Reihe nach: „Prologue“ eröffnet die Scheibe mit zarten Akustikgitarrenklängen, bevor dann „Emperor Of The Void“ wie eine riesige Flutwelle über den Hörer hereinschwappt. Der Song stapft schön eingängig durch die Boxen und Robert Lowe zeigt erste Stärken. Ein Doom Song mit Midtempoattitude. Das Solo erinnert mich ein wenig an die guten alten „Epicus Doomicus Metallicus“ Zeiten. Insgesamt kann man aber schon sagen, dass der Sound wieder einmal sehr fett geraten ist, zwar nicht so tieftonlastig, aber trotzdem richtig gut.

„Devil Seed“ bewegt sich da schon deutlich mehr im Doom Tempo. Eigentlich recht simpel gestrickt, aber mit unheimlicher, ja fast schon bedrohlicher Stimmung, welche durch das Riff erzeugt wird. Schon beim zweiten Song wird klar, dass hier ein weiterer Meilenstein in der Candlemass Geschichte entstanden ist. Das sehr schöne Gitarrensolo und Roberts emotionsgeladene Stimme sorgen für Freude pur beim Rezensenten.

„Of Stars And Smoke“ kommt irgendwie beschwingt rüber. Der Refrain ist irgendwie trotz der düsteren Grundstimmung sehr fröhlich geraten. Irgendwie genial, wie sich hier die beiden Bewusstseinsebenen verschmelzen. Ja, Candlemass sind wieder auf dem richtigen Weg angelangt und besinnen sich auf ihre Stärken aus den Anfangstagen.

„Demonia 6“ hätte bei Black Sabbath auch ein riesen Hit werden können. Mappe Björkman´s und Lars Johansson`s Gitarren stampfen zwar relativ einfach, aber dennoch forsch durch den ganzen Song, aber das hat was. Doom der obersten Klasse wird hier gereicht. Toll, wie sich Robert auch in die schon fertigen Songs mit seiner Stimme einbringt.

„Destroyer“ fährt wie eine langsame Planierraupe durch die Lautsprecher. Lediglich Jan Lindh`s Bassdrums zeigen an, dass man das Tempo an die Leine gelegt hat und zumindest er gerne etwas schneller spielen würde. Geniale Parts wechseln sich ab und lassen echtes Doom Metal Feeling aufkommen. Der Song reißt den Hörer von einer düsteren Stimmung in die nächste depressive Phase und wieder heraus in einen trauernden Teil.

„Man Of Shadows“ ist dann wieder eher im Midtempo gehalten, was eine gelungene Abwechslung darstellt. Dieser Song kann mich am Anfang eigentlich noch nicht so recht begeistern, aber dann dieses Break und der ungewöhnlich softe Gesang mit den Keyboards im Hintergrund sind mehr als nur eine tolle Überraschung. Dieser sehr kurz geratene Teil leitet nämlich das Gitarrensolo ein, welches dann mal wieder in besten Doom Metal wechselt. Candlemass sind insgesamt wieder abwechslungsreicher geworden, wenn auch trotzdem deutlich doomiger.

Dann kommen wir zum absoluten Highlight dieser Veröffentlichung: „Clearsight“ ballert mit seinem Monsterriff alles nieder, was noch stehen kann. Ich glaube, selbst Tony Iommie wäre stolz, wenn er dieses Riff für sich beanspruchen könnte. Dieser Song wird sicherlich ein absoluter Hammer bei anstehenden Konzerten. Ohne Frage schnörkellos für die Ewigkeit geschrieben. Eine kurze Pause wird eigentlich nur im Mittelteil gewährt, in dem man dem Plätschern des Meeres in einer dunklen Grotte lauschen kann.

„The Opal City“ ist eigentlich nur das passende Intro zum leider viel zu frühen Abschluss des Albums. Und ich frage mich nur, wann endlich CD`s mit mindestens 200 Minuten Spielzeit auf den Markt kommen, damit Bands wie Candlemass diese füllen können.

„Embracing The Styx“ bildet den krönenden Abschluss, in dem es eigentlich noch mal den grössten Teil des Candlemass Spektrums anno 2007 aufzeigt. Robert Lowe ist definitiv ein weiterer Schritt nach vorne, welcher auch absolut in die nun wieder gewählte Musikrichtung passt. Er stellt sich absolut in die Dienste der Band und versucht nicht, sich in den Vordergrund zu drängen. Dazu die von Doomlegende Leif Edling komponierten Songs, welche wieder mit mehr Düsternis ausgestattet sind. Toll, man versinkt fast in „Embracing The Styx“.

Fazit: Candlemass sind nun wirklich wieder zurück. Während das meiner Meinung nach zwar gelungene, aber doch etwas überbewertete Reunion Album „Candlemass“ noch gewisse Zweifel bei mir aufkommen ließ, haben Candlemass hier nun den Thron wieder bestiegen, trotz der in letzter Zeit vermehrt auftretenden sehr starken Alben dieses Musikgenres. Die Band hat es geschafft, ihre Stärken aus den Anfangstagen von 1985 bis 1989 zu bündeln und zu erneuern. Dies ist gelungen und lässt mich nur sagen: Welcome back my friends, good to hear you again!

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